Nix für Lemminge 02 : „Verwandlung“ – Krise oder was?

Krise? Total! Nix ist wirklich fertig – außer ich mit den Nerven. So lautet mein Credo zum 26. April, der unter dem Motto „Krise oder was?“ stehen soll. Alex von mamamachtsachen hatte noch folgendes dazu angemerkt: „Ich hatte diesmal das Gefühl, daß uns der Termin mehr Arbeit gemacht hat, als den Prozeß vorangebracht hat. Ging’s Euch ähnlich? Dann streichen wir den und wer Krise hat und Hilfe braucht, schreit halt trotzdem laut.“

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Nun ja, schreien muss ich nicht. Das gibt die Stimme heute einfach nicht mehr her, denn seit Tagen plagt mich eine urerklärliche Heiserkeit, in Kombination mit einem Muskelkater in Schultern, Oberarmen und Fingern, der von ausgiebigen Renovierungsarbeiten herrührt. Momentan bringen wir unser Wochenendhäuschen, ein mit Holz verkleideter Trailer aus den 50er Jahren, auf Vordermann. Letztes Wochenende haben wir die alte Farbe von der Fassade geschliffen und anschließend neu gestrichen. Und da im Job momentan auch noch jede Menge Überstunden an der Tagesordnung sind, kam ich zum Nähen fast gar nicht. Wenn ich was genäht habe, dann die neuen Vorhänge für das renovierte Objekt. Wahrscheinlich wollte ich mich nur vor dem Einnähen des Reißverschlusses drücken *hüstel* … Ha ha.

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Eingenäht habe ich ihn heute – und das ist nur einer der Gründe für meine Krise, denn das wichtigste Utensil heute war der Nahttrenner. Den habe ich heute exzessiv eingesetzt, weil sich ständig Teile der Naht in den Reißverschlußzähnchen verfingen und ich diesen Malheur nur durch Auftrennen der Naht beheben konnte. Diesmal aber ging dabei nix kaputt. Es dauerte nur ewig, bis der Zipper drin war. Zwar nicht perfekt, aber präsentabel. Nur ein paar kleine Stiche von Hand sind noch nötig. Diese Hürde wäre gemeistert, aber fragt nicht nach Sonnenschein. Der war irgendwo draußen, während ich einen halbwegs brauchbaren Saum mit Gehschlitz herzustellen versuchte. Auch dieses Hindernis war nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte, denn der Saum ist gleichmäßig und kein bißchen schief. *Schweiß von der Stirne wisch* …

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Nun öffne ich die Büchse der Pandora. Das, wovon ich dachte, es gelänge mir fast im Handumdrehen, ist wohl gründlich danebengegangen: der Bund. Nach dem Verstürzen des Bellegs (oder war’s der Besatz?) musste ich mit Entsetzen feststellen, dass er rechts vom Reißverschluß um einen halben Zentimeter höher saß als der Teil links vom Reißverschluß. Irgendwie habe ich es dann doch noch geschafft, ihn so irgendwie hin zu friemeln und mit einer nicht sehr gelungenen Naht zu fixieren, damit der Pfusch nicht gleich so deutlich ins Auge springt, aber dafür ist das Innenlleben jetzt nicht so, wie ich es gerne gehabt hätte. Das ist nämlich jetzt krumm und schief, was mich zu der Frage führt: Lasse ich es so – oder trenne ich alles nochmal auf?

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Wenn ich es so lasse: fein; dann fehlen jetzt nur noch die Gürtelschlaufen und der Gürtel, und fertig ist der Lack. Trenne ich aber alles nochmal auf, dann aber erst nach dem 1. Mai, wenn wir zu unserem Finale zusammenkommen. Dann hätte ich eine sehr minimalistische, abgespeckte Version eines Bauhausmodells. Wie auch immer ich mich entscheide – morgen sehe ich weiter, bis dahin bleibt der Rock erst mal auf dem Klemmbügel hängen, damit er sich beim Aushängen erholen kann. Beim großen Finale am 1. Mai, was auch schon bald ist, kann ich dann auch die anderen Kreationen derer sehen, die bei der Verwandlung eines Stoffs mitgemacht haben.

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Zum Schluß nochmal die Kurzfassung: Wir sollten ein Outfit etntwerfen, dessen zentrales Element ein Stoff (oder mehrere) sein sollte, der entgegen seiner üblichen Verwendungsweise gebraucht wird „z.B. Chaneljacke aus Neopren, Trainingsanzug aus Samt“. DAs Ziel: „sich mit Materialeigenschaften und den Möglichkeiten, sie zu verändern, auseinanderzusetzen und Assoziationen und Verwendungserwartungen auf den Kopf zu stellen.“ – Bedingungen: „alltagstauglich und aus dem eigenen Vorrat“.

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Mein eigener Vorrat bestand aus einem Mehlsack aus Leinen und einem blau-weiß gestreiften Baumwollstoff, der übllicherweise für Kissen oder Vorhänge verwendet wird und Ähnlichkeit mit einem Geschirrtuch aufweist. Mein Motto: Bauhaus vs. Landhaus, da der Schnitt, den ich mir dazu ausgesucht hatte, eher puristisch und modern als rustikal wirkt.

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Das Resümee zu den besonderen  Herausforderungen, vor die mich mein Material gestellt hat, dokumentiere ich dann (hoffentlich) bei der Abschlußpräsentation…

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