Unsortierte Gedanken – Teil fünf : shake it off

„Persönliche Märchenwellt“: noch immer bin ich mit der Erstellung eines Moodboards für das aktuelle Thema des Projekts „Nix für Lemminge“ beschäftigt. Dabei habe ich auch nach Motiven gesucht, die sich ein wenig abseits der von mir zuerst im Sinn spukenden Bilder bewegen, frei nach einem Beitrag von mamamachtsachen: „Jegliche Strategie, die einem beim Treiben aus der eigenen Filterbubble holt, ist sinnvoll und hoch spannend. Bewußt nach Material zu suchen, was weder der eigenen Ästhetik noch der eigenen Weltwahrnehmung entspricht, erzeugt Reibung und Perspektive. Und kann zu neuen Ansätzen führen.“

Ob mich das aber weiterbringtt? Denn jetzt ist das eingetreten, wovor ich mich insgeheim gefürchtet habe: Die Idee ist da, aber hat möglicherweise mit dem Thema oder den Bildern für mein Moodboard nur sehr wenig zu tun. Ach, ich hatte es mir so schön ausgemalt: Mein nächster Schritt wäre gewesen, mir zu überlegen, wie ich aus dieser Bildersammlung einen Entwurf für ein alltagstaugliches Outfit entwickeln kann. Wie mein Mann so schön sagte, als ich ihm davon erzählte: „Das muss dann aber auch etwas sein, das du auch wirklich anziehst und das nicht nur in der Ecke herumfliegt.“ Wo er recht hat, hat er recht

Parallel dazu hätte ich mir Gedanken darüber gemacht, was ich tatsächlich noch brauche und woraus das Teil meiner Träume sein soll. Jetzt aber hat das Teil, das ich für den Alltag noch zu brauchen glaube, so gut wie Gestalt angenommen: Ein Morgenmantel – weil der einzige, den ich besitze, viel zu kurz ist und nur für die Sauna taugt (weil aus Frottee). Mit dem mag ich inzwischen im Hause so gar nicht mehr tragen – und ich fürchte, wenn ich ständig den Bademantel meines lieben Mannes trage, gibt das über kurz oder lang Streß. Der einzige Haken: Ich brauche den Morgenmantel bald. Sehr bald sogar – obwohl ich den Verdacht habe, daß diese Idee schon längere Zeit in meinem Hinterstübchen spukt, nur hat sie noch keine konkreten Forman angenommen. Was also war nun der Auslöser, daß sie mir genau zu diesem Zeitpunkt in das laufende Projekt „Märchen“ funkt?

Ich glaube, es war mein Einfall, nach prunkvollen und opulenten Motiven zu suchen, und bei dieser Suche stieß ich auf eine Aufnahme der Sängerin Florence Welch (von Florence and the Machine), deren Musik mir viel bedeutet. Daß sie als Mannequin für die großen Modeschöpfer unterwegs war, habe ich erst spät erfahren. Kein Wunder, daß ihre Kostüme Drama und Theatralik pur sind. In einem wirkt sie auf mich wie ein Rauschgoldengel (ohne goldenes Haar), was mich auf die Idee brachte, ich könnte versuchen, einen Kimono zu schneidern und den dann mit Borte oder Perlenschnüren zu verzieren. Allerdings würde der dann nicht schwarz-silbern ausfallen – so wie hier, sondern eher pastellig.

Und damit wäre ich dann erst mal weg vom Moodboard, noch bevor ich es fertig habe – ich glaube, damit schieße ich mich grade ganz weit raus aus der Challenge. Aber vielleicht fällt mir ja noch etwas für ein anderes „It-Piece“ ein. Der Kimono wäre dann mein Probeteil zum Vorglühen. Mein Moodboard mache ich dann trotzdem für die Präsentation am 2. August fertig.

NFL – Mustermix, B-Premiere : Selfies sind doof

Krankheit doof – Selfies doof – nur der Mustermix nicht. Der ist nicht doof. Das einzige, woran ich noch arbeiten müßte, wäre mein Zeit- und vorallem Prioritätenmanagement. Denn das liegt doch noch etwas im argen. Will sagen: Zuerst bin ich Feuer und Flamme, will mitmachen, bleibe anfangs sogar noch im Zeitrahmen, doch dann kommt die Phase des Schleifenlassens oder -noch schlimmer- ich zwänge noch zwei, drei andere Sachen dazwischen, um gegen Ende ins Trudeln zu geradten.

Ins Trudeln? Oder doch eher ins Trödeln? Egal – mit meinem Kleid, das ich mir zu einem bereits existierenden Jäckchen schndeiderte (*schummel*), bin ich schon am 15. Juli fertig geworden, hatte nur leider keine Gelegenheit, es danach auch gleich anzuziehen, da mir ein fieser Husten mit der Vorstufe zur Bronchitis, wenn ich nicht aufpasse, einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht hat. Jetzt darf ich Antibiotika schlucken. Tolle Wurst! Und dann noch die Hitze – da sind mir Shorts und T-Shirt wesentlich lieber zum Liegen im Bett als mich in voller Montur in den Sessel zu pflanzen.

Trotzdem habe ich mich zum Bilderknipsen aufgerafft und mich in den Flur gestellt: den einzigen Ort, an dem vernünftiges Licht herrscht und ich meine Kamera so abstellen und ausrichten kann, dass es für gescheite Selfies gerade so reicht:

01 komplett mit Stiefel

00 ohne jacke

02 back

Warum ich Selfies doof finde? Weil ich da immer so mißmutig aussehe – dabei bin ich gar nicht so (ich glaube, ein vernünftiger Fotograf ist alles, was mir für schönere Bilder fehlt) – und das liegt nicht an den Schuhen, auch wenn das in dieser Herbstvariante vielleicht so aussieht. Ich hätte noch zwei andere Varianten zur Auswahl: a) die hochsommerliche Version – mit flachen weißen Sandalen und b) die frühlingshafte Version – mit Schuhen in rotorange, nicht gerade die optimale Farbe zu diesem Ensemble.

03 sandal

04 orangerot

So, genug Bilder gezeigt – jetzt möchte ich selbst auch Bilder gucken, und zwar von den Anderen, auf mamamachtsachen

Unsortierte Gedanken – Teil vier

„Unlieb kommt immer zur Unzeit“ – bei mir ist es der Erkältungsteufel, der mich bei 35 Grad im Schatten plagt. Schon wieder! Es nervt! Na ja, da verbringe ich den lieben langen Tag im Bett mit Hustenlöser, Tee und Laptop, um an der Entwicklung meiner Ideensammlung zu feilen. Mit der Edda, aus der das oben genannte Zitat stammt, habe ich angefangen, aber viel habe ich davon nicht verstanden. Aber eins ist mir aufgefallen. Es gibt ein verbindendes Element, das sich durch alle Filme, Märchen und Erzählungen zieht, die mich am meisten berührt und angesprochen haben, und nach diesem Element werde ich die Bilder für mein Moodboard auswählen: Bäume und Wälder. Beispiele gibt es genug: In „Die Roten Schuhe“ muss die Heldin durch einen Wald tanzen, in dem Film „Der Zauberer von Oz“ lauern unzählige Gefahren jenseits des gelben Steinwegs im Wald, in dem Film „Die Zeit der Wölfe“ befindet sich das Dorf, in dem die Hauptdarstellerin lebt, mitten in einem Wald, wo der Wolf lauert. Und in dem Video zu dem Song „Bachelorette“ von Björk findet ein Mädchen im Wald ein Buch, das sich selbst zu schreiben beginnt.

Wer mehr darüber erfahren will und Englisch kann, hat dazu auf der englischsprachigen Ausgabe von wikipedia die Möglichkeit: http://en.wikipedia.org/wiki/Bachelorette_%28song%29

Mir geht es eher um die bedrohliche und unheimliche Atmosphäre, die das Video von Michel Gondry ausstrahlt. Zurück zur Natur? So wohl doch eher nicht… Und weil ich schon bei Bäumen und nordischer Mythologie bin, fällt mir noch die Weltenesche Yggdrasil ein, zu der Wikipedia auch einiges weiß: http://de.wikipedia.org/wiki/Yggdrasil

„Nachdem die Götter den Ur-Riesen Ymir getötet haben, erschaffen sie, dem Mythos nach, aus seinem Leichnam alle existierenden Dinge. Die Weltenesche Yggdrasil ist der erste Baum, der wächst. Er ist der größte und prächtigste Baum der Welt. Seine Äste breiten sich über alle neun Welten aus und erstrecken sich über den Himmel. Ein Adler ohne Namen sitzt im Geäst, zwischen seinen Augen ist ein Habicht, der Vedrfölnir genannt wird.“

Dazu gibt es auch ein Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Yggdrasil#mediaviewer/Datei:AM_738_4to_Yggdrasill.png

Das waren einige Gedanken, die um das Thema „Persönliche Märchenwellt“ kreisen und aus denen ich jetzt die Essenz ziehen möchte, um die für mich richtigen Bilder für meine Sammlung zu finden. Bei diesem Findungsprozeß habe ich einen Beitrag auf mamamachtsachen im Hinterkopf, der mir eventuell auch weiterhelfen könnte:

„Jegliche Strategie, die einem beim Treiben aus der eigenen Filterbubble holt, ist sinnvoll und hoch spannend. Bewußt nach Material zu suchen, was weder der eigenen Ästhetik noch der eigenen Weltwahrnehmung entspricht, erzeugt Reibung und Perspektive. Und kann zu neuen Ansätzen führen.“ – Die Frage ist nur: in welcher Filterbubble befinde ich mich gerade? Vor einiger Zeit habe ich mir dazu schon einmal Gedanken gemacht und bin zu dem Schluß gekommen, dass ich es gerne schlicht und einfach strukturiert habe und allzu verspieltes oder gar opulentes und aufwändiges mir nicht liegt. Rüschen, Blümchen, Fransen und Volants? Fallen nicht in mein Beuteschema.

Vielleicht sollte ich bei meiner Bildersuche gezielt nach so etwas suchen, ohne darüber die entwickelten Ideen zu vernachlässigen? Das Grundgerüst steht so gut wie:

Idee Eins: gedeckte oder dunkle Töne
Idee Zwei: Fantasy, nordische Mythologie, Nordic Design
Idee Drei: Natur, Pflanzen

Was ich im Endeffekt daraus mache, lasse ich jetzt erst mal offen. Und wie’s weitergeht, wird in Kürze folgen.

Unsortierte Gedanken – Teil Drei

In den letzten Tagen habe ich mich mit der Ideensuche für das vor der Tür stehende Thema des Projekts „Nix für Lemminge – Design it yourself“ beschäftigt und sehe mich vor eine schwierige Aufgabe gestellt. Denn das Thema lautet „Märchen“. Wie kann ich die Bilder aus der Märchenwelt in ein alltagstaugliches Outfit umwandeln? Dazu müßte ich mir aber auch erst einmal darüber klarwerden, in welcher Welt ich mich bewege und welche Figuren mich ansprechen. Im Moment ist alles noch diffus, und da ich ja irgendwo anfangen muß, rufe ich mir nochmals den Spruch „Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Schwarz wie Ebenholz“ in Erinnerung und reise zurück in meine Kindheit, in der Märchen eine wichtige Rolle spielten.

Wir hatten Bücher, wir hatten Schallplatten …. aber das schönste daran waren für mich auch immer die schwarz-weißen oder farbenprächtigen Illustrationen, ohne die meine Reisen in eine andere Welt unvollständig erschienen. Wenn ich so darüber nachdenke, welche Märchen ich am liebsten hatte, dann waren es meistens die, in denen nicht alles leicht, luftig und unbeschwert war wie in der Erzählung vom Schlaraffenland, sondern die mit einem düsteren Unterton. Und davon gibt es viele, zum Beispiel Andersens Märchen von den roten Schuhen oder der kleinen Meerjungfrau. Später kamen dann auch die Sagen um Merlin und König Artus hinzu. Und je älter ich wurde, desto unheimlicher und gruseliger wurde die Welt des Phantastischen, die in Büchern ihre Pforten für mich öffnete.
Mich faszinierten die Erzählungen von Washington Irving, Edgar Allan Poe und diverse Anthologien von Gespenster-, und Geistergeschichten – und erst im Erwachsenenalter habe ich meine Vorliebe für Fantasy entdeckt,. Zuerst durch den Herrn der Ringe (der Klassiker schlechthin), gefolgt von zahlreichen Romanen dieses Genres. In manchen davon spielt sich die Handlung auf verschiedenen Zeit- und Realitätsebenen ab; wenn ich mich zu fragen beginne, was real ist und was nicht, dann kommt mir auch Michael Ende in den Sinn. Er hat nicht nur „Die unendliche Geschichte“geschrieben, sondern auch zwei Sammlungen von Geschichten, die mit der Wahrnehmung und mit Perspektiven spielen: „Der Spiegel im Spiegel“ und „Das Gefängnis der Freiheit“, ein Spiel mit optischen Täuschungen, in welchem Raum und Zeit auf den Kopf gestellt werden. Das führt mich nun aber ganz ab von Märchen und Fantasy – und hin zu Zeitreisen und Science Fiction .

Stichworte: H.G. Wells, Jules Verne, d“ie Landkarte der Zeit“ – alle angesiedelt im viktorianischen Zeitalter. Hier schließt sich der Kreis, den ich bei Edgar Allen Poe begonnen habe. Mal überlegen, welche Stimmung daraus entsthen könnte: Victorian Steampunk? Aber mit einem solchen Outfit könnte ich mich nur beim Wave-Gotik-Treffen oder in der Gothic-Szene (mit der ich schon lange nix mehr am Hut habe) blicken lassen. Auf jeden Fall würde eine bestimmte Musik dazu passen (die Violinistin Emilie Autumn). Malerei, Literatur, Musik – was fehlt denn noch? Na klar, der Film, denn auch im Film werden manchmal Raum, Zeit, Wirklichkeit und Fantasie. Diesseits und Jenseits miteinander vermischt. Außer „Pans Labyrinth“ fallen mir noch „Vidocq“, „Sleepy Hollow“ und „Sweeny Todd“ ein, und so richtig durcheinander geraten verschienene Ebenen in dem Film „Die Zeit der Wölfe“ durcheinander; hier wird das Rotkäppchenthema noch einmal etwas anders als in „Red Riding Hood“ interpretiert. Am liebsten aber sind mir Filme von Tim Burton. Darunter gibt es auch einige in schrillen Farben, z.B. „Alice im Wunderland“ oder „Big Fish“. Ähnlich knallig geht es in der Fernsehserie „Pushing Daisies“ zu.

Aber von Anfang August bis zum Herbst ist es nicht mehr lang. Darum würde sich etwas in gedeckteren Farben anbieten, vielleicht nicht ganz so düster wie die Gewandungen, die ich auf dem Wave-Gotik-Treffen bewundern durfte – oder gar auf einem Puzzle, das bei mir an der Wand hängt. Düster waren auch die Kreationen in der Ausstellung „The Weather Diaries“, über die ich schon ein paar Worte verloren habe. Die soll meine erste Inspirationsquelle sein.

Und weil dort von Traditionen die Rede war, lese ich mich zur Zeit in die Edda (Nordische Mythologie) ein: Ein schwieriges Werk, das in kleinen Häppchen gelesen werden will. Bei der „Edda“ handelt es sich um eine im 13. Jahrhundert von Snorri Sturluson aufgeschriebene Sammlung von Helden- und Götterliedern, in der sich auch die Nibelungensage wiederfinden läßt (http://de.wikipedia.org/wiki/Edda). Die davon auf mich ausgehende Stimmung soll meine zweite Inspirationsquelle werden.

Ein langer Denkprozeß mit magerem Ergebnis? Ich glaube, ich gehe erst einmal Bilder sammeln, die mir bei der Erstellung meines Moodboards helfen könnten, das bis zum 2. August fertig sein soll.

Unsortierte Gedanken – Teil zwei

In den letzten Tagen habe ich mich gedanklich mit dem vierten Thema des Projekts „Nix für Lemminge“ beschäftigt, obwohl ich mit der dritten Aufgabe, dem Mustermix, noch nicht fertig war. Zum Glück habe ich es doch noch knapp vor dem B-Finale geschafft. Tusch! Die roten Schuhe sind geputzt – die Feier mit Schampus kann kommen. Und – ganz wichtig: Endlich kann ich mich voll und ganz der vierten Aufgabe widmen, für die ich bis zum 2. August ein Moodboard erstellen soll.

Eine Schautafel mit Entwürfen zu präsentieren, das klingt so einfach, und viele nutzen dazu ein pinterest-account. Tatsächlich aber gibt es nichts, was mir schwerer fiele, noch dazu, wenn das Brainstorming bis zu einem bestimmten Termin abgeschlossen sein soll. Ich glaube ich bin gar nicht der Typ, der so sauber strukturierte Zeitmarken setzen kann. Eher geht die Ideensuche mit dem Erstellen von Entwürfen Hand in Hand.

Oder anders ausgedrückt: Ideensuche, Entwicklung eines Entwurfs samt Zeichnung und Erstellung eines Schnitts bzw. des Findens eines bereits existierenden Schnitts und das Aussuchen eines geeigneten Stoffs aus dem eigenen Vorrat liegen manchmal in einem einzigen Fluß, der nur ungern unterbrochen sein möchte. Nun lautet das Thema „Märchen“, und ich spiele in Gedanken unterschiedliche Möglichkeiten durch, denn ich frage mich, in welcher Welt ich mich bewege und welche Figuren mich ansprechen. Bald steht der Herbst vor der Tür, und Melancholie und düstere Elemente klopfen an.

Möchte ich sie oder gar das Gespenstische, Geisterhafte und Surreale hereinlassen? Oder doch lieber Leichtigkeit und Unbeschwertheit? Welcher Stimmung möchte ich nachspüren? Noch ist die Reise ungewiß. Um sie zu beginnen, rufe ich mir nochmals ein Zitat in Erinnerung: „Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Schwarz wie Ebenholz“ und reise zurück in meine Kindheit, in der Märchen eine wichtige Rolle spielten. Da diese Reiise in die Vergangenheit aber fast schon einem Lebenslauf gleichkommt, breche ich an dieser Stelle erst einmal ab und komme ein andermal wieder.

Unsortierte Gedanken – Teil Eins – Zitate, Zitate …

Zitate …

am Ende zitieren wir wieder und wieder schon dagewesenes und interpretieren es in unserem Sinne neu – es naht Runde vier des Projekts „Nix für Lemminge – Design it yourself: Märchen“. Die startet am 2. August mit einem Mood-Board . Doch woher die Inspiration nehmen? Und wie abbilden? Zum Glück müssen bei der neuesten Herausforderung Märchen „nicht im streng literaturwissenschaftlichen Sinne verstanden werden“, sondern Inspiration kann ich auch in Sleepy Hollow oder Pans Labyrinth sowie auf der Straße. Finden. Also auch in Mythologien wie z.B. die der griechischen. Aber mit den alten Griechen hab‘ ich’s nicht so.

Lieber möchte ich hinauf in den hohen Norden reisen, als Erinnerung an die Ausstellung „The Weather Diaries“ im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main – in der geht es um die 3. Nordic Fashion Biennale, vom 22. März bis zum 21. September. Mode aus Island, Grönland und von den Färöer-Inseln – eine Mode, die nicht nur vom Wetter bestimmt, sondern auch von der Sagenwelt des hohen Nordens und alten Traditionen beeinflußt wird. 22. März bis 21. September – von Frühlings- bis Herbst-Tagundnachtgleiche – wie passend, wenn ich mir den keltischen Jahreskreis anschaue, aber eigentlich zieht’s mich weiter hoch nach Norden.

Und weil’s so schön war, habe ich mir den Luxus geleistet und mir zwei Museumskataloge bzw. gebundene und wunderschöne Bücher zu diesem Thema gekauft. Die sind ein wahres Füllhorn voller Anregungen für das zu entwerfende Mood-Board. Mal seh’n, was dabei herauskommt, wenn ich meine Eindrücke aus der Ausstellung und den Bildbänden mit meinen persönlichen Erinnerungen an früher kombiniere. In meiner Kindheit wurde ich mit Märchen quasi „gefüttert“ – und nach und nach kristallisierte sich heraus, daß mir die gruseligeren lieber waren als die scheinbar luftig-leichten und unbeschwerten Märchen, aber darauf komme ich noch einmal in einem gesonderten Gedankengang zurück. Lieber den Fischer und seine Frau als das Schlaraffenland, wo einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen und wo man nach Herzenslust faulenzen kann, bis die Schwarte kracht.

Aber ob das Schlaraffenland wirklich mein Ideal ist? Ehrlich gesagt, gruselt es mich ein wenig bei einer solchen Vorstellung. Was tun, wenn der volle Kleiderschrank als Belastung empfunden wird? Ist es wirklich sinnvoll, noch mehr zu produzieren und ihn damit an die Belastungsgrenze zu bringen? Hab‘ ich grad ’ne Krise? Da kommt mir folgendes Zitat aus dem Jahr 2011 gerade recht:

„Wir haben schon genug Kleidung gemacht, dass sie bis in alle Ewigkeit ausreicht. Die einzige Rechtfertigung für das Weitermachen ist das Bedürfnis, schöpferisch zu arbeiten.“

Es stammt von Gudmundur Hallgrimsson, einem isländischen Modemacher,
dessen Werke ebenfalls in „The Weather Diaries“ zu sehen sind, und gefunden habe ich es auf Seite 32 in dem Buch „Randscharf – Design in Island“, ISBN 978-3-89955-390-1, erschienen im DieGestaltenVerlag GmbH & Co.KG Berlin, 2011 (Information für alle, die es ganz genau & ordentlich haben möchten). Wer wissen möchte, worum es in „The Weather Diaries“ geht, für den möchte ich den folgenden Link zum Museum zitieren (http://www.museumangewandtekunst.de/item/id/74):

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„Nach Reykjavík und Seattle ist 2014 Frankfurt am Main Austragungsort der 3rd Nordic Fashion Biennale, die junge Nachwuchsmodemacher und etablierte Designer aus Grönland, Island und von den Faröer-Inseln vorstellt. Im Zentrum des Interesses stehen neben den Entwürfen vor allem die Inspirationsquellen und Konzepte der DesignerInnen, die sie in zumeist eigens für die Frankfurter Ausstellung angefertigten Arbeiten vorstellen.

Was heißt es, Designer an Orten zu sein, die den westlichen Metropolen mit ihren immer wechselnden Moden so fern zu sein scheinen? Was bedeutet in diesem Zusammenhang Nachhaltigkeit? Welche Rolle spielt im aktuellen Schaffen dieser DesignerInnen der Erhalt des kulturellen Erbes?

The Weather Diaries taucht tief in die Welten der GestalterInnen des hohen Nordens ein, erzählt anhand von Kleidung, dreidimensionalen Objekten und fotografischen Arbeiten Geschichten über Mode und ihre Funktion als Ausdruck kultureller Identität jenseits ausgetretener Pfade, Geschichten aus einer Welt, die vom Wetter bestimmt wird.

Mit Mundi Vondi, STEiNUNN, JÖR, Kría, Shoplifter, Guðrun & Guðrun, Barbara í Gongini, Rammatik, Bibi Chemnitz, Najanguaq Lennert Davidsen, Nikolai Jenssen und Jessie Kleeman “
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In Ermangelung eines pinterest-accounts (das ich vielleicht doch noch brauchen könnte), verlinke ich auf einige Bilder, die ich zu den einzelnen Künstlern aus dieser Ausstellung finden konnte:  Bibi Chemnitz, Shoplifter, Barbara i Gongini und Nikolaj Kristensen.

Und wenn ich schon auf der Reise nach Island bin, darf die passende Musik nicht fehlen. Die finde ich in Björk und den Videos zu ihrem Song „Bachelorette“.

 

 

 

 

 

 

Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Schwarz wie Ebenholz ….

Halt! Stopp! Der Tag soll ja interessanter werden, wenn man Märchen erzählt, aber danach steht mir heute nicht der Sinn, obwohl die kommende Herausforderung genau in diese Richtung geht, denn in der vierten Runde von „Nix für Lemminge – Design it yourself“ begeben wir uns in die Welt der Märchen. In ihrem Blog mamamachtsachenbeschreibt Alex sie so: „Hier ist alles zugleich scharf umrissen und diffus. Den Wölfen ist zu trauen, aber man sagt ihnen doch besser nicht, wohin man geht. Die Aufgabe ist dieses Mal, ein alltagstaugliches Outfit zu entwerfen und zu produzieren, das entweder ein Gefühl oder aber eine Stimmung / eine Atmosphäre wiedergibt.“

Nur gut, dass damit keine Disneyprinzessin gemeint ist (die mag ich nämlich überhaupt nicht), sondern dass die entstehenden Stücke im Idealfall eine Geschichte erzählen (wenn ich nur wüßte, welche). Und was ich auch gut finde: dass Märchen nicht im streng literaturwissenschaftlichen Sinne verstanden werden müssen – „sondern als Welt in der Seltsam-Phantastisches mitten im Alltag wohnt. Die Inspiration darf also nicht nur bei Grimm, Perrault oder Andersen gefunden werden, sondern auch in Sleepy Hollow oder Pans Labyrinth sowie auf der Straße.“

Und so sieht der Zeitplan aus:
02.08.2014 – Moodboard – In dieser Welt bewege ich mich; diese Figur(en) sprechen mich an; das ist die Stimmung oder das Gefühl, dem ich nachstelle
23.08.2014 – Entwurf – Das soll’s wohl werden / Kommt der Eindruck rüber?
13.09.2014 – Technische Umsetzung: Wie nähe ich das?
30.09.2014 – Finale!

Noch bin ich nicht ganz sicher, ob es zeitlich bei mir hinhaut, weil demnächst einige berufliche Veränderungen anstehen, die wohl in die mittlere Phase des Projekts fallen, aber ich bin zuversichtlich, dass es hinhaut. Vielleicht bekomme ich diesmal sogar Lust, ein Kleidungsstück von A bis Z komplett selbst zu entwickeln, anstatt einen vorhandenen Schnitt nachzunähen, so wie bei den letzten beiden Aufgaben – und von denen die eine noch nicht einmal ganz fertig ist.

Was ich auf jeden Fall noch brauche, sind Ideen, die als Grundlage für die Fotosuche und als Basis für Entwurfszeichnungen geeignet sind. Ich habe sogar schon begonnen, mehrere Gedankenstränge schriftlich festzuhalten. Unter der Überschrift „Unsortierte Gedanken“ lasse ich sie hier in kleinen Dosen folgen, denn sonst wird’s wirklich zu lang und unübersichtlich.

Nix für Lemminge – Mustermix: A-Hörnchen oder B-Hörnchen?

Bin ich ein A-Hörnchen oder ein B-Hörnchen? Komische Frage, oder? Denn eigentlich hätte ich ja schon was, aber es ist noch nicht ganz fertig. Es handelt sich um ein Kleid in Rot-Weiß, über dessen Werdegang ich zuletzt hier berichtet hatte. „Rot Weiß Olé Olé Olé“? Wohl eher „Aua!“ – denn seit ein paar Tagen habe ich mit einer üblen Verspannung zu kämpfen, und am Sonntag waren wir mit Freunden zum Oldtimergucken auf dem Klassikertreffen an den Opel-Villen in Rüsselsheim. Daher war’s mit dem Nähen an der Maschine erst mal Essig, aber gestern abend konnte ich mich dann doch noch aufraffen, wenigstens den Saum umzunähen.

Bild

(auf dem Bild ist der Saum noch im vorherigen Zustand zu sehen). Nun muß ich nur noch Oberteil und Rock aneinandernähen und die Kanten an Hals- und Armausschnitten verschönern. Vielleicht nicht ganz so akribisch wie in der Burda beschrieben, die auch eine für mich ganz merkwürdige Verschlußlösung des Oberteils anbietet. Nun ja, vielleicht funktioniert das ja mit dem „Verschlußuntertritt“ (heißt das da wirklich so?) bei festeren Stoffen – bei dem von mir gewählten „Chiffon“ kann ich mir das nicht vorstellen.

A propos „vorstellen“. Was die anderen fleißigen Schneiderlein zur A-Premiere bei mamamachtsachen präsentieren, gehe ich mir jetzt gleich anschauen, bevor ich mir die Vorschau aufs nächste Thema gönne.