An Tagen wie diesen…

… wünscht man sich Unsichtbarkeit, wenn alles schiefläuft.

Eigentlich wollte ich nach langer Abwesenheit wieder einmal beim MMM mitmachen, denn mein Nachzügler zu der letzten AnNäherung ist endlich fertig geworden. Damals, zu Beginn dieses Jahres, war ich mit großen Plänen nach Bielefeld aufgebrochen; war ich doch tatsächlich so vermessen, zu glauben, dass ich außer dem langersehnten Kennenlernen netter Hobbyschneiderinnen bzw. Nähbloggerinnen auch noch ein ganzes, komplett gefüttertes Kostüm nähen würde,
bestehend aus Rock (Modell 118 aus Burda style 12/2013) und Kimonojacke (Modell 116a aus demselben Heft) – hier das Bild dazu:

jacke 116 a und rock 118 aus burda 12-2013
Wie das bei mir immer so ist, nehme ich mir viel vor und schaffe davon dann tatsächlich nur einen Teil, in diesem Fall der Rock (der übrigens 1a paßt – wenigstens ein Erfolg) und der nicht ganz fertig gewordenen Jacke nebst Futter, das auch schon zugeschnitten und zusammengenäht war. Fehlten nur noch folgende Arbeitsschritte: Futter einnähen, Säume an Ärmeln und Jacke umnähen, Druckknöpfe annähen und Bindegürtel herstellen. Eigentlich ziemliches Pillepalle für alte Hasen; da ich mich aber nicht als alten Hasen sehe und mit den Beschreibungen in der Anleitung nicht immer so zurecht komme, wie ich es gerne hätte, schob ich den Prozeß der Fertigstellung und dessen Deadline immer weiter vor mir her: erst Ostern, dann Dienstjubiläum, dann Hochzeitstag… irgendwie war das alles nix.

Als letzte Gelegenheit hatte ich mir unsere Firmenweihnachtsfeier ausgesucht – die sollte heute stattfinden (deshalb auch die vorgesehene Präsentation zum gestrigen MMM) – aber da hatte ich auch noch nicht mit einer fiesen Erkältung gerechnet, die mich jetzt ausknockt und ins Bett treibt. Irgendwas ist ja immer. Trotzdem möchte ich das Ergebnis meiner Prokrastination und die dabei entstandenen Tücken nicht unerwähnt lassen. Hier ein paar kurze Anmerkungen zu den einzelnen Arbeitsschritten:

Punkt 1, das Futter: Dass das Futter im Rücken eine Bewegungsfalte bekommen soll, hatte ich natürlich überlesen, doch ich konnte den Fehler noch in Bielefeld beheben, indem ich das Rückenteil genau in der Mitte halbierte und zwischen den beiden Hälften ein 2 cm breites Stück Futterstoff einfügte.

Punkt 2, das Futter einnähen: Darüber habe ich mir am längsten den Kopf zerbrochen und mich quer durchs Internet gelesen, und weil ich das alles so verwirrend fand, habe ich mich am Ende gar nicht mehr getraut, noch irgend etwas zu machen. Diese Phase hielt dann bis Mitte November an; dann hatte ich Urlaub und die Erleuchtung, wie ich diese gar nicht so komplizierte Aufgabe anpacke.

Punkt 3, die Säume an Ärmeln und Jacke umnähen: Diese Geduldsarbeit nahm ich mir dann auch gleich unmittelbar im Anschluß vor, machte dabei aber noch einen saudummen Fehler, was mich doppelt so viel Zeit wie geplant kostete.

Punkt 4, den Bindegürtel nähen: Übung darin habe ich, weil ich vor meinem Sommerurlaub einen Bindegürtel für einen Morgenmantel genäht habe. Und weil ich dieses Gefriemel mit dem Kochlöffel beim Wenden einfach nur ätzend fand, suchte ich nach einer anderen Lösung, die so aussieht, dass ich den Gürtel doppelt so breit und zuzüglich Nahtzugaben zuschneide, ihn dann der Länge nach zusammenfalte, alle Kanten nach innen umbügle, diese paßgenau aufeinander verstürzt zusammenhefte und mit der Hand aneinander nähe. Zum Schluß ziehe ich das ganze nochmal durch die Maschine und steppe einmal ringsum dicht an den Kanten entlang. Damit sich nix auflösen kann.

Punkt 5, Druckknöpfe annähen: Auch dabei kann man sich vertun und die Knöpfe falsch rum annähen. Dumm, wenn’s passiert – schön, wenn man’s noch rechtzeitg merkt.

Kommen wir auch schon zum leidigen Thema „Wunsch und Wirklichkeit“. Was den Wunsch betrifft, hier ein paar Bilder, frisch aus dem Netz (Quelle: burdastyle.com)


Und nun zum Schluß die Wirklichkeit, was dabei herauskam, dokumentiert durch ein paar Selfies auf dem Flur:

SAM_5845 SAM_5846

Mit ordentlicher Frisur, schwarzem Top, schwarzen blickdichten Strümpfen und schwarzen Ankleboots würde das Ganze vielleicht noch ewas hübscher aussehen. So sehe ich eventuell doch etwas zu unförmig aus (zumindest fühle ich mich so). Vielleicht gesellie ich mich damit beim nächsten MMM zu euch.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s