Fifty Shades of Döner

Ach ja, es hätte so schön sein können: Samstag nachmittag zu einem Whisky-Tasting, und davor in der gleichen Stadt noch eine Kleinigkeit essen, damit eine Grundlage für den gehaltvollen Probiernachmittag geschaffen ist. Während wir in meiner Heimatstadt an Markttagen mittags große Probleme haben, einen freien Tisch zu ergattern, wenn wir nicht vorher reserviert haben, so tat sich uns in O. eine gänzlich neue Welt auf. Die des Geschlossenhabens. Halt, Stop! So ganz stimmt das auch nicht. Wir hätten auch beim Metzger einkehren oder uns im Supermarkt ein paar kalte Snacks holen können; es hätte nicht der Dönerladen sein müssen.

Es ist ja nicht so, dass ich keinen Döner mag, aber unter einem gemütlichen Mittagstisch stelle ich mir dann doch eine andere Umgebung vor. Nennt mich altmodisch, aber ich mag beim Essen nicht so gerne in der Nähe eines Spielautomaten sitzen, in den ein Gast eine Münze nach der anderen einwirft, um dann den großen Hauptgewinn des Tages zu erzielen. Auch das unterschwellige Rauschen der Lüftungsanlage muss ich nicht haben. An die rund um die Uhr laufenden Fernseher in Dönerlokalen habe ich mich ja inzwischen schon gewöhnt.

Der hier lief nun zwar ohne Ton, aber dafür mit einem interessanten Programm für die ganze Familie. Eine Sendung über Reptilien, in der man sehr eindrucksvolle Exemplare der Gattung Serpentes, sprich Schlangen zu sehen bekam.  Schlangen beim Sonnenbaden, Schlangen auf der Jagd, Schlangen beim Verzehr ihrer Beute. Da schmeckt der Cheeseburger doch gleich nochmal so lecker. „Ja, dann schau doch halt nicht hin!“, kommt da der Einwand aus dem Off. Hm, wie soll ich es sagen? Kennt jemand die Faszination, die Unfälle ausüben? Man ist schockiert ob des Grauens, kann aber nicht umhin, trotzdem auf diesen einen Fleck zu starren. Dann ist man das A*******h, das zum Gaffer mutiert – aber hier war’s erstens nur ein Fernsehfilm, und zweitens mag ich Schlangen. Doch, ganz ehrlich. Das ist so.

Das Whiskytasting war übrigens sehr interessant und gut besucht, und wir kamen wieder einmal in den Genuß der nicht alltäglichen Single Malts. Dass wir uns dann noch ein paar Flaschen gekauft haben, steht auf einem anderen Blatt.

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