Wir warten aufs Christkind

…natürlich nicht wirklich, aber genauso fühlte es sich für uns an, das Live Tracking von DPD, denn wir warteten auf die Lieferung unserer neuen Nähmaschine, eigentlich mehr ein Hochleistungscomputer denn eine einfache Maschine. „Wenn so der Mercedes unter den Nähmaschinen aussieht, wie sieht dann der Lamborghini aus?“, scherzte mein Mann. Hm, da ist was dran? – war mein erster Gedanke. Dennoch – so aufgeregt war ich schon lange nicht mehr. Vorgestern Geld überwiesen, gestern die Versandbestätigung erhalten, und heute schon da. Das ist wirklich ein Gefühl wie Weihnachten kurz vor Ostern.

Was das neue Schätzchen alles kann, das wollen wir heute noch ausprobieren, doch zunächst noch ein Rückblick auf das vergangene Wochenende – was außer dem Dressmaker’s Ball noch geschah.

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Wir waren nämlich am 14. März 2015 beim Dressmaker’s Ball in Schwerte, und für uns hatten mamamachtsachen und alle Wünsche werden wahr ein besonderes Schmankerl ausgedacht: ein Besuch des Geschäfts „Fashion for Designers“ in Krefeld. Weil Krefeld nur rund 80 Kilometer von Schwerte entfernt liegt, nahmen wir gerne diesen kleinen Umweg in Kauf; denn wann hat man schon einmal die Chance auf den Jackpot, äh, den Kauf von hochwertigen Stoffen, die nicht überall zu bekommen sind? Zuerst war ich skeptisch, doch als ich meinem Mann davon erzählte, war seine Reaktion: „Da müssen wir hin“.

Also brachen wir um viertel vor acht auf und erreichten kurz nach halb elf unser Ziel, wo wir auf andere Nähbegeisterte trafen. Nicht alle wollten auch den Ball besuchen, aber die Aussicht auf edle Stoffe oder Restposten wollte sich keine entgehen lassen. Kurz vor elf war es dann soweit: Die netten Inhaber hatten extra für uns ihren Showroom für zwei Stunden geöffnet. Zwei Stunden, in denen wir in den tollsten Stoffen schwelgen konnten. Stoffe, die in Kollektionen von Modedesignern wie Lena Hoschek oder Guido Maria Kretschmer und anderen bekannten Firmen auftauchen. Wenn ich bisher noch nicht gewusst hatte, warum viele Nähbloggerinnen von den Kreationen Lena Hoscheks so begeistert sind – spätestens jetzt hat die österreichische Modeschöpferin einen weiteren Fan hinzugewonnen.

Der dort von uns entdeckte Waxprint erschien mir für eins meiner kommenden Projekte geradezu perfekt: Ein Midirock mit großem, waagerecht verlaufenden Musterrapport, bestehend aus zehn Bahnen – ähnlich diesem:

Quelle: http://www.fashionmagazine.com/fashion/at-the-shows/2014/09/11/new-york-fashion-week-spring-2015-sept-10/

Dieses traumhafte Stücke stammt von Michael Kors und wurde letzten September auf der New York Fashion Week vorgeführt, als kommender Trend für Frühjahr und Sommer 2015. In der aktuellen burdastyle ist ein ähnliches Modell abgebildet, allerdings gestreift anstatt geblümt – zum Vergleich, hier nochmal das Modell 117:

Quelle: http://www.burdastyle.de/chameleon/mediapool/thumbs/f/f9/117B-042015-B_400x533-ID347956-47a1d79c5e1655cc63566b24ec5e8827.jpg

Für mich aber ist der „Hoschek-Stoff“ mit seinen Riesenschnörkeln in dunkelgrau, senfgelb und fuchsia auf beigem Grund um einiges spannender. Er tauchte in Lena Hoscheks „Hot Mama Africa“-Kollektion letzten Juli auf der Mercedes Benz Fashion Week auf, ebenfalls für die Frühjahrs- und Sommersaison 2015:

Quelle: http://www.160grams.com/wordpress/wp-content/uploads/2014/07/Lena-Hoschek1.jpg

Und dann geriet ich in einen wahren Musterrausch, immer schön weiter angestachelt von meinem Mann, der mir ständig neue Ballen und Proben zeigte und meinte, nimm das! Oh Mann, und dabei hatte ich mir doch so fest vorgenommen, nicht allzu viel zu kaufen. Ein Vorsatz, den ich so natürlich nicht einhalten konnte. Am Ende war das, was ich ausgab, dreimal so hoch wie das Limit, das ich mir gesetzt hatte. Aber dafür waren auch traumhafte Stoffe dabei, die man nicht überall sieht (Schlangenprint, Blumenmuster, Fantasiemuster, englisch anmutende Zapfenmuster, etc.). Und ein neues Viscosefutter für meinen in Bielefeld genähten Karomantel war auch dabei.

Nein, das ursprüngliche Futter ist auch im zweiten Anlauf nichts geworden. Diesmal war es der eine Ärmel, den ich falsch herum eingenäht habe. So was kann ich keinesfalls in meinen Mantel einnähen. Dann lieber gar keins – oder gleich was vernünftiges. Diesmal eben in weinroter Viscose anstatt hellgrauem Polyester. Also werde ich im Herbst einen letzten Versuch starten. Vielleicht habe ich genau diesen Anreiz gebraucht. Dass eine neue Nähmaschine auch noch hinzukommen würde, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht; aber ich begann damit, schon fleißig Pläne zu machen, was ich mit all diesen wunderbaren Stoffen anfangen würde. Und dabei habe ich noch Stoff von einer größeren Kaufaktion im Januar übrig.

Aus jenem Bestand möchte ich gerne ein langärmeliges Kleid, einen Rock mit Godetfalte für den Film- und Fernsehserien-SewAlong und diverse Oberteile nähen – eins davon stammt aus der zweiten Ausgabe von La Maison Victor. Aus dem in Krefeld gekauften Stoff möchte ich folgendes machen: den oben bereits erwähnten Rock, kastenförmiges Top und Carmenkleid (ebenfalls aus der selben Ausgabe) sowie ein an den Seiten zipfeliges Etuikleid, das in einer älteren burdastyle abgebildet war. Mein Mann ist zwar der Meinung, dass ich unbedingt auch noch eine Caprihose brauche, aber bis ich dazu komme, ist der Sommer höchstwahrscheinlich herum.

Auf andere, von mir favorisierte Modelle und meine weitere Stoffausbeute gehe ich in einem gesonderten Beitrag ein; für heute möchte ich es damit erst einmal gut sein lassen. Denn: Der Berg – äh, die Maschine – ruft.

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