Mein Schaaaaatzzzzzz….

Gollum, Gollum – nix Gollum; es hat sich ausgegollumt. Denn im Gegensatz zu diesem liegt mir nichts an Juwelen und güldenen Geschmeiden, und schon gar nicht an dem einen Ring. Die Schatzkiste, die sich am 14. März gefüllt hat, ist zwar auch schön bunt, aber wesentlich weicher und anschmiegsamer. Quasi ein textiles Geschmeide.

001 Schlange   002 Schlange   zwei Mal Schlange.

003 Hoschek „Hoschek“

Momentan bewahre ich es noch im Schlafzimmer auf, bis der Platz im Keller so hergerichtet ist, dass eine Unterbringung dort schadlos möglich ist. Offen lagern empfiehlt sich nicht, weil über kurz oder lang der Kellermuff Einzug halten wird; und ist dieser gruftige Duft erst einmal drin, wird es schwer, ihn wieder loszuwerden. Wäre ich noch in der Gothic-Szene unterwegs, hätte ich meinen Schätzen wahrscheinlich eine ordentliche Prise Patchouli angedeihen lassen. Und diese bestünden dann vermutlich aus Pannésamt, Samt oder Spitze, in Schwarz, Bordeaux oder dunklem Violett. Bin ich aber nicht, und darum ist alles so schön bunt!

004 Futter  Futterstoff für meinen Mantel   005 Muster   Erdtöne

006 Muster    Gesamtansicht   007 Detail1   und im Detail

Wobei diesmal nichts blaues dabei ist – der Trend in meiner Stoffauswahl geht eindeutig zu Erdtönen, Tierprints und floralen Mustern; was wohl eher meinem Farbtyp (Herbsttyp) entspricht als Schwarz. Einzig bei dem Stoff mit den Riesenblumen bin ich skeptisch, was die Farbfamilie angeht. Ich hätte ja auf Farben für den Frühlingstyp getippt, aber vielleicht ist es ja auch etwas für Sommertypen?

b

009 Blumen  Lasst Blumen sprechen   009 Detail

Mittlerweile ist auch der Nähplatz im Keller soweit startklar. Endlich wieder Platz im Fußraum! Das nächste Projekt kann kommen.

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Der Tag, an dem die Sonne ihr Antlitz verhüllte

20. März 2015:

Dass es zu Beginn des Frühlings heute eine partielle Sonnenfinsternis geben würde, haben wir erst am Mittwoch erfahren, und deshalb gab es auch für uns keine Möglichkeit mehr, an Schutzbrillen oder -folien zu gelangen. Das einzige, was uns übrigblieb, um die Verdunkelung der Sonne unbeschadet miterleben zu können, war der Einsatz unseres selbstzusammengestellten Spezialequipments, bestehend aus Tablet, Digitalkameras und DVD-Rohlingen.

007 equipment … so sieht das aus, wenn man die Kamera auf „Gegenlicht“ eingestellt hat.

Zum Fotografieren genügte es, den Rohling dicht vor das Objektiv zu halten, die Sonne aufs Display zu bekommen und dann einfach abzudrücken. Dazu war es auch nicht notwendig, zu Kontrollzwecken in die Sonne zu blinzeln; der helle Fleck auf dem Display signalisierte „hier kommt die Sonne“, und das Foto konnten wir uns hinterher anschauen.

001 Halo „Full Halo“  002 sofi … als ob jemand von ’nem Keks abgebissen hätte.

In die Sonne direkt zu schauen, musste unter allen Umständen vermieden werden, aber ich wollte mir die Sonnenfinsternis auch wenigstens einmal live und direkt anschauen. Bei den letzten beiden (11. August 1999 und 3. Oktober 2005) hatte mir jedesmal das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Diesmal hatten wir einen strahlendblauen und nahezu wolkenlosen Himmel. Die Verdunkelung der Sonne konnten wir also ungestört beobachten; und da das ganze Spektakel nicht schon nach wenigen Minuten vorbei war, sondern fast eine ganze Stunde dauerte, konnte ich mir die Zeit nehmen, mir auch noch die Umgebung ein wenig genauer anzusehen.

003 umgebung 004 umgebung

005 umgebung   006 umgebung   … normalerweise strahlen die Farben intensiver

Ich weiß ja nicht, ob es nur mir so vorkam, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sich das Licht veränderte. Alles um mich herum wirkte, als ob jemand einen Grauschleier oder Filter über die Landschaft gezogen hatte, so blutarm wirkten sämtliche Farben auf mich. Der Himmel hatte auf einmal genau jene Art von Blau, die mir auf alten, vergilbten Fotos aus dem letzten Jahrhundert begegnet. Und das Gelb der Forsythien war weniger intensiv als sonst. Als ob man uns mit der Zeitmaschine in die Vergangenheit befördert hätte… Beam me back, Chief O’Brien.

Wie gut, dass wir nicht allzu lange auf den Gesang der Vögel verzichten mussten; war es während der Finsternis ungwohnt ruhig gewesen, so ging danach alles wieder seinen gewohnten Gang. Die Sonne hatte ihre alte Strahlkraft wieder, es war nicht mehr so frisch in der Frühlingsluft, und die Vögel sangen wieder so lieblich wie zuvor. Irgendwie war das ein ganz seltsames Erlebnis. Aber schön.

SAM_6211