Top Harley : die Vorbereitung

Weil ich mit der neuen Nähmaschine sozusagen wieder bei Null anfange und mir im Moment nicht der Sinn nach burda’schen Denksportaufgaben in kryptisch gehaltenen Anleitungen steht, habe ich mir als Übungsobjekt ein einfaches Top ausgesucht, das ich aus einem blau-weiß gemusterten Stoff nähen möchte, den ich mir im Januar in Verl gekauft hatte.

06 Stoff

Zwar hatte ich da noch keinen konkreten Plan, wofür ich ihn haben wollte, aber für eine Bluse oder ein Top sollte er sein. Et voilà, nun habe ich eine Idee: das Top Harley aus dem Heft „La Maison Victor“, Ausgabe 2 (Januar-Februar 2015).

01 Abbildung   02 Technische Zeichnung

Auf Seite 122 heißt es dort: „Dieses Top kommt dank des einfachen Schnitts am besten mit einem besonderen Stoff zur Geltung. Wählen Sie einen bedruckten oder strukturierten Stoff und nähen Sie es in verschiedenen Versionen, denn es ist im Handumdrehen fertig.“

Den letzten Satz würde ich so nicht unterschreiben, aber ich denke, als Basic könnte es gut zu Hosenanzügen oder Röcken mit Blazern funktionieren. Den Stoff hatte ich vor kurzem erst gewaschen – nun habe ich die fünf Schnitteile von dem sehr übersichtlichen Bogen auf meine letzten Reste Folie abgepaust und ausgeschnitten. Das ging wirklich fix, da auf dem Bogen nur zwei Schnittmuster vorhanden waren – und die sind nicht nur farblich voneinander getrennt, sondern so groß, dass ich keine Probleme hatte, die fünf Schnitteile auf Anhieb zu finden.

03 Schnittbogen  04 zugeschnitten

Das empfinde ich als sehr angenehm und benutzerfreundich. Da freue ich mich schon aufs Zuschneiden. Doch jetzt beende ich dieses Vorwort, denn gleich fängt meine Lieblingsserie auf BBC 1 an, und diesmal ohne Störung wegen schlechten Wetters.

to be continued …

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Unsortierte Gedanken zu „Channel This!“ im April – Teil 2

Die Karussellfahrt meiner Gedanken zu „Channel This! im April geht weiter; da der Text zum Thema „Fremde Grenzen vs. Eigene Grenzen“ mal wieder viel zu lang geraten ist, habe ich ihn in lesefreundliche Häppchen aufgeteilt. Gestern abend war es schon spät, und dadurc wurde es etwas chaotisch. Ich weiß ja nicht, ob ich mich irre, aber ich glaube, Grenzen werden letztendlich immer noch von bestimmten Konventionen vorgegeben, und sich im Korsett zu präsentieren, scheint wohl allgemein nicht dazuzugehören; da rutscht man schnell in den Augen der Allgemeinheit in eine bestimmte Szene hinein (Burlesque-, Fetisch-, Gothic-, whatsoever…). Warum das so ist? Für mein Empfinden, bewegen wir uns innerhalb eines unsichtbaren Korsetts (the unwritten Dress Code), das heute ein anderes ist als vor, sagen wir 100 Jahren war. Damals trugen Frauen tatsächlich Korsetts unter ihrer Kleidung, und es dauerte lange, bis die Damenmode davon befreit war. Die Frage ist nur: Wenn diese Befreiung von einem einengenden Kleidungsstück eine wirkliche Erleichterung für den weiblichen Körper war, warum unterwerfen sich manche Frauen solche einem einengenden Panzer? Warum eine solche Unbequemlichkeit auf sich nehmen? Genausogut könnte ich fragen, warum so viele Frauen sich High Heels antun und schmerzende Füße in Kauf nehmen?

Eine Zeit lang bewegte ich mich innerhalb der sogenannten Schwarzen Szene, bei der es sich um keine einheitliche Gruppe handelt, sondern in der es etliche Unterszenen gibt (Gothics, Waver, Mittelalterfans, Heavy-Metal-Fans, Victorian Steampunks und viele mehr), die sich m.E. zum Teil noch überschneiden. Festivals und Konzerte habe ich damals als eine eigene Welt oder auch persönlichen Freiraum, in der ich mich ausprobieren und ausleben konnte, beispielsweise zu Pfingsten beim Wave-Gotik-Treffen (WGT). Gerade beim WGT traf ich allenthalben auf Besucherinnen im Korsett – die meisten davon waren viktorianisch inspiriert. Die haben mir besonders gut gefallen, und inzwischen besitze ich drei Stück in diesem Stil. Getragen habe ich sie leider allerdings nicht sehr oft, sondern nur zu besonderen Gelegenheiten, denn schon das Schnüren ist eine aufwendige Prozedur, die einiges an Übung erfordert – und eine aufrechte, gerade Körperhaltung, um darin mit Anmut und Würde aufzutreten. Viel zu essen empfiehlt sich ebenfalls nicht, wenn man so ein Teil am Leibe hat. Scarlett O’Hara lässt grüßen. Oder Sisi. Oder Besucher des viktorianischen Picknicks beim WGT.  

Die Violinistin Emilie Autumn  mit Hut – oder ohne… Victoria Steampunk… Burlesque… Foto aus der DailymailImpressionen vom WGT

 

 

 

Und so fuhr Frau vor der Befreiung von dem Eingeengtsein durch das Korsett zum Beispiel Fahrrad: Bequem sieht anders aus…

Mit Burlesque hat das wohl nicht mehr viel zu tun, und dabei sollte es doch um Dita von Teese gehen. An dieser Stelle frage ich mich natürlich, inwiefern sich diese Weise, ein Korsett zu tragen, sich von der Ästhetik der Burlesquetänzerinnen unterscheidet. Auf der einen Seite ich und andere Besucherinnen des Wave Gotik Treffens (WGT), die trotz viktorianischem Korsett möglichst wenig Haut zeigten, indem sie langärmelige oder hochgeschlossene Oberteile darunter trugen – auf der anderen Seite die Pin-Up-Looks der 40er und 50er Jahre… obwohl es auf dem WGT auch genügend Outfits zu sehen waren, die stark von letztgenannten Bildern inspiriert zu sein schienen oder gleich zum Fetischbereich tendierten. Da wird das Tragen solcher Kleidung während des WGTs geradezu als Normalität empfunden, während die herkömmlich gekleideten Passanten einem wie Aliens vorkommen (so viel zum Thema „was normal ist und was nicht“).

Besondere Gelegenheiten? Mittelaltermarkt, Mottoparty „Piraten“, zum Spaziergang durch Windsor, Silvesterfete mit Motto „Burlesque“… Ich kann sie locker an einer Hand abzählen, und sie alle entsprachen überhaupt nicht meinem „normalen“ Alltag. „Channel This!“ böte nun wiederum eine Möglichkeit, mich wieder schnüren zu lassen. Und wenn, dann eher so, wie ich es bei mamamachtsachen gelesen habe: „Bei der Bilderrecherche stellte ich fest, daß ich sie fast noch umwerfender finde, wenn die Retro-Pin-up-Ästhetik einer gewissen Relaxedheit weicht, aber der grundlegenden Vorstellung, daß Ausstrahlung, Allüre, Glamour etwas ist, was “mach-bar” ist, keine mytische Qualität, die Frau hat oder nicht, finde ich sehr spannend“

Die Idee hat was. Nur: Wie definiere ich für mich Glamour? Vielleicht wirklich nicht unbedingt wie ein Pin-up-Girl; das wäre nicht meine Welt. Hm. Aber wenn ich die Blicke durchs Zimmer schweifen lasse und überlege, welche Accessoires sich im Schrank befinden, würde meine Wahl wohl auf einen schwarz-weißen Hut, ein weißes Kostüm, dazu passende Handschuhe, Strümpfe mit Naht und Pumps fallen – das passende Drunter dürfe sich mit Leichtigkeit finden lassen.

… to be continued …

Égoiste… c’est la vie, mon ami.

Zufälle gibt’s. Eine gute Bekannte oder Freundin – was genau, da bin ich mir noch nicht so sicher – die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe, ist mir gerade in dem Moment über den Weg gelaufen, als ich von der Station kam, auf der mein allerliebster Schatz liegt. Zum Quatschen in die Cafeteria gegangen, schlug der Zufall erneut zu – eine meiner Arbeitskolleginnen, mit der ich mich vor ihrem Wechsel in eine andere Abteilung gut verstanden habe, saß auch dort. Mit ihrer Familie. Wir tauschten kurze Worte miteinander aus, dann widmete ich mich wieder meiner Bekanntschaft. Als ob wir uns das letzte Mal erst vorige Woche gesehen hätten, so vertraut kamen wir wieder in einen regelrechten Flow. Und vor lauter Quatschen über Gott und die Welt, wobei wir das Thema Krankheit nur flüchtig streiften, verging locker eine Stunde. Es tat gut, alte Bande neu zu knüpfen und dabei einfach mal nur so ins Blaue hinein zu palavern. Nun überlege ich, wen ich heute am Telefon noch zutexten könnte. Und wenn nicht – auch nicht schlimm. Morgen ist auch noch ein Tag.

Unsortierte Gedanken zu „Channel This!“ im April – Teil 1

Kein Aprilscherz ist das neue Motto für die Aktion „Channel This!“ von mamamachtsachen. Nach Jack Sparrow, Teddy Girls und 40s Cowgirls ist jetzt als Stylepatin die Burlesque-Künstlerin Dita von Teese dran. Yepp.

Ob ich das wagen soll? Ich meine, im Prinzip hätte ich so einige Requisiten, die charakteristisch für diese Kunstform ist, wie z.B. Korsetts, lange Handschuhe, Strümpfe mit Naht, Pumps mit hohen Absätzen… mich aber so zu präsentieren, das erscheint mir im Moment doch ein wenig heikel. Dass Frau von Teese auch „angezogener“ zu sehen ist, konnte ich anhand einer ausführlichen Bildrecherche feststellen und habe angefangen, bei pinterest ein Moodboard anzulegen, denn trotz aller Sorgen um meinen Mann muss ich in den freien Stunden, die ich für mich habe, irgend etwas tun, um mich zu beruhigen bzw. Beschäftigen. Für komplizierte Nähprojekte fehlt mir im Moment noch immer der Kopf (wenn, dann eher was einfaches – Ideen hätte ich).

Wenn ich mir mein Moodboard so anschaue, neige ich eher dazu, mich an der nicht so viel Haut zeigenden Dita von Teese zu orientieren.

Dennoch reizt mich an dem Thema die Möglichkeit, meine Grenzen auszuloten. Da ich mit Kopf blogge, muss ich mir natürlich die Frage stellen, was geht und was nicht. Oder was ich mir innerhalb bestimmter Grenzen zutrauen kann und was nicht. Kann sein, dass meine Gedanken zu „Fremde Grenzen vs. Eigene Grenzen“ gerade chaotisch Karussell fahren, aber dazu darf so ein Blog ja auch da sein: Sich durch wildes Brainstorming über das eigentliche Ziel oder die Richtung dort hin klar zu werden.

… to be continued …