Top Harley : das Zuschneiden

Weil mich Warten nervös macht, suche ich mir eine Beschäftigung, um mich abzulenken. Der vergangene Freitag war dafür geradezu prädestiniert. Ich wußte nur, dass ich meinen Mann aus der Klinik abholen durfte, aber ich wußte nicht, wann. Es konnte um acht Uhr soweit sein oder aber auch erst um dreizehn Uhr. Wir hatten ausgemacht, dass ich seinen Anruf abwarte und dann loslaufe, aber ich hatte noch einen Termin um vierzehn Uhr und beschloss, mich spätestens um zwölf Uhr auf den Weg zu machen und dann wenigstens schon mal sein Gepäck mitzunehmen – er wollte dann notfalls ein Taxi nehmen. Bis zwölf Uhr hatte ich also genügend Zeit zum Vertreiben. Zeit, um endlich mit dem Top Harley aus dem Heft „La Maison Victor“, Ausgabe 2 (Januar-Februar 2015) für den Spring-Style-Along anzufangen.

Den Schnitt hatte ich neulich abends bereits in Größe 38 auf Wind- und Dampfsperre abgepaust, war mir jetzt aber nicht mehr sicher, ob mir diese Größe überhaupt passen würde; schließlich habe ich bisher nur nach Burda und einmal nach einem Schnitt von Schnittchen genäht, und da weiß man nie… Den guten Stoff aus Verl zu zerschneiden, erschien mir zu riskant. Deshalb mußte als Probestoff ein ausrangierter Vorhang mit Blumenmuster herhalten, der beim letzten Waschen ein paar Löcher und ausgefranste Stellen davongetragen hatte. Für das Probeshirt genügte mir der Zuschnitt von Vorder- und Rückenteil – damit war ich schnell fertig und stellte fest, dass Änderungen nicht mehr nötig waren. Deshalb habe ich dann auch gleich im Anschluß Vorder- und Rückenteil des eigentlichen Shirts zugeschnitten – zwei Tage später legte ich dann irgendwann zwischen Mittagessen und abendlichem Grillen Hals- und Ärmelbündchen sowie Saumbund nach.

Da ich für mein(e) „Harley“ unelastischen Stoff verwende, habe ich die Ärmelbündchen und den Saumbund im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, so wie es die Anleitung vorsieht. Ob das funktioniert, werde ich sehen.

to be continued …