25.04.15 : Top Harley & die neue Bernina – On the verge of sewing

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Endlich habe ich es geschafft, die neue Nähmaschine auszupacken, die ich in einem Anfall von Größenwahn auf dem Dressmaker’s Ball in Schwerte gekauft habe. Was die gekostet hat, verrate ich lieber nicht; aber was mich bei der Vorführung überzeugte, waren diverse Eigenschaften, die das Nähen erleichtern, wie zum Beispiel der Kniehebel (der ist in der Tat eine ganz tolle Erfindung), die Einfädelhilfe und der zweite Motor, der es erlaubt, beim Spulen des Unterfadens den Oberfaden drinzulassen. Denn das fand ich bei meiner alten Pfaff immer obernervig. Ach, die Spule ist leer? Garnrolle mit dem Oberfaden von der Maschine entfernen, Faden auf die Spule aufspulen, Spule wieder einsetzen, Oberfaden wieder einfädeln. Das hat ich jedesmal wahnsinnig viel Zeit gekostet. Und Nerven.

Nun sind aber gut sechs Wochen seit dem Kauf vergangen, und ich sitze da wie der Ochs vorm Berg. Wie ging das nochmal mit der automatischen Einfädelhilfe? Und wieso fällt mir immer wieder die Spule raus – samt Halterung? Hiiiilfeeeee !!! Ich fürchte, ich muss nochmal den netten Herrn besuchen, der mir die Maschine vorgeführt hat. Hmmm. Nun denn. Irgendwann hatte ich dann doch den Bogen raus und den Faden trotzdem auf die altbewährte Weise eingefädelt – nur ist jetzt das Garn alle, und zum Nähen komme ich heute nicht mehr, denn ich möchte zur Nacht der Museen. Vertagen wir’s auf Montag. Frühestens. Ich habe nämlich noch ein Problem, und zwar mit den Bündchen, die an mein Top genäht werden sollen, genauer gesagt mit dem Saumbündchen. Ich habe mich wirklich genau an die vorgegebene Größenvorgabe gehalten, und obenrum passt das Top auch sehr gut, wie ich an dem Probeteil feststellen konnte.

Leider ist das Bündchen nicht lang genug. Wenn ich es an den Saum des Shirts halte, fehlen einige Zentimeter, und davon, dass man das Vorder- und Rückenteil kräuseln oder in Fältchen legen soll, damit es passt, steht in der Anleitung nichts. Vielleicht hätte ich es vor dem Aufeinandersteppen der kurzen Enden probehalber an den Shirtsaum halten sollen, dann wäre mir der Fehler gleich ins Auge gesprungen, So habe ich jetzt einen loopförmigen Streifen, den ich nicht über die Hüften bekomme; und mir bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder verzichte ich komplett auf ein Bündchen und verfahre mit dem Saum wie gewohnt – oder ich schneide ein passendes Bündchen zu. Vielleicht auch im schrägen Fadenlauf, wie die Ärmelbündchen. Das macht sie dehnbarer – bleibt nur zu hoffen, dass das nicht auch so ein Krampf wird.

Wie auch immer; Vorder- und Rückenteil sind zusammengenäht und die Nahtzugaben nach Anweisung zum Vorderteil hin flachgebügelt. Nun darf das angefangene Shirt auf der Puppe bis Montag ausruhen.

Italian Moments

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Meine italienischen Momente

Seit ich im Rahmen des Spring Style Alongs auf pinterest über Bilder von italienischen Landschaften bzw. Städten gestolpert bin, ist mir aufgefallen, wie viele italienische Momente die letzten Tage für mich bereithielten. Mein liebster Käseladen, da wo der Käse noch selbst hergestellt wird (mit Milch aus dem Odenwald), ist ein italienischer Familienbetrieb.

Der Mann, der unser Büro mit Wraps, Brötchen, Salaten und Baguettes versorgt, ist ebenfalls Italiener. Er spricht deutsch und italienisch, und deshalb gibt es dann morgens angeregte Unterhaltungen auf italienisch, mit einem ebenfalls italienischen Kollegen. Leider verstehe ich davon nicht ein Wörtchen.

Von einem Italiener, den wir am Federweißen-Stand kennengelernt haben, bekamen wir letztes Jahr einen riesigen Berg Chilischoten und selbstgesammelte Steinpilze, von der wir gar nicht wußten, wie wir all dieser Pracht Herr werden sollten.

Neulich erst wurde in dem Einkaufszentrum, in dem ich regelmäßig meine Einkäufe tätige, ein Stand aufgebaut, an dem es mindestens zehn verschiedene Salamisorten zu kaufen gab. Man kann es sicherlich schon ahnen – sie kamen aus Italien. Für die Fleischesser unter uns: Von Wildschwein, über Esel, bis hin zu Salami vom Hirschen, gab es lauter feine Leckereien. In einer Salami war Rotwein verarbeitet worden, ich glaube es war Barolo. Mit Händen und Füßen verständigten wir uns, denn der Mann sprach ausschließlich italienisch.

Auf dem Wochenmarkt wollte ich noch schnell Petersilie kaufen. An welchem Stand landete ich? Richtig: Es war ein italienischer. Und zur Krönung des ganzen gab es dann am Nachmittag auf irgendeinem Kanal im Fernsehen „Die große Schlacht des Don Camillo“. Darauf einen Primitivo!

Ich glaube, irgendwie scheine ich Italien nur mit Essen und Trinken zu verbinden …