Unsortierte Gedanken, oder neulich in der S-Bahn : „Vampirnacht“

Unsortierte Gedanken, oder neulich in der S-Bahn : „Vampirnacht“

Keine Angst, ich bin nicht unter die Vampire gegangen. Ich lese nur gerade einen spannenden Fortsetzungsroman, der im Seattle des 21. Jahrhunderts spielt und in dem neben Elfen, Feen und Werwesen auch Vampire, Dämonen und andere sagenhafte Gestalten vorkommen. Am liebsten schmökere ich Fantasyromane oder Krimis, und diese am liebsten in der S-Bahn. Meine aktuelle Lektüre habe ich von meinem Mann geliehen. Der ist gerade mit dem letzten der bisher erschienenen Bücher fertig geworden und wartet auf den nächsten. Wenn ich in dem Tempo weiterlese, bin ich dann vielleicht auch bald soweit. Zwar hatte ich bisher immer nur eine Vorliebe für die klassische Fantasy, die mit „Der Herr der Ringe“ populär geworden ist, aber warum nicht mal Bücher aus einem anderen Fantasygenre ausprobieren? Da mir mein Mann so viel von der Reihe „Schwestern des Mondes“ vorgeschwärmt hat, die im Seattle des 21. Jahrhunderts spielt, dachte ich mir „so what“ – dann eben: Urban Fantasy.

Mittelpunkt dieser von Yasmine Galenorn geschriebenen Serie sind die drei D’Artigo-Schwestern, die halb Mensch, halb Fee sind: Camille, die älteste (eine Hexe), Delilah, die mittlere (eine Werkatze) und Menolly, die jüngste (eine Vampirin); und im aktuellen Band wird die Geschichte in der Ich-Form, aus der Sicht Menollys erzählt. Klingt gruselig? Nur teilweise, in den einzelnen Bänden gibt es zwar jede Menge Kampfszenen (und stellenweise sehr eindeutig geschilderte erotische Szenen), aber auch eine Prise Humor darf nicht fehlen.

Zwar habe ich jede Menge Bücher (mein Fluch bei begrenztem Wohnraum *gnarf*), aber ich leihe mir auch ganz gerne welche aus; und manchmal entdecke ich darin Sätze, bei denen ich schmunzeln muss oder die ich für notierenswert halte. Einen davon hatte ich mir neulich aufgeschrieben, nun ist ein neuer dran. Eigentlich ja eine komplette Szene – aber die fand ich so was von passend – auf Seite 158 von Yasmine Galenorns zwölftem Schwestern-des-Mondes-Band „Vampirnacht“:

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Ich beugte mich zu Nerissa und flüsterte: „Sieht irgendwie so aus, als wären wir in einen besonders exzentrischen Poetry-Slam geraten.“ Sie kicherte und schlug sich die Hand vor den Mund, um ihr Lachen zu unterdrücken. Roman warf mir einen belustigten Blick zu. Dann beugte er sich so weit vor, dass wir ihn beide hören konnten und flüsterte: „Zufällig schreibe ich tatsächlich Poesie, und wenn ihr beiden euch weiterhin über die modische Ausstattung meiner Leibwächter lustig macht, zwinge ich euch, sie euch anzuhören.“

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Denken Sie auch gerade, was mir dabei durch den Kopf gegangen ist? Bei Gedichten, die man auch unter Zwang kaum ertragen kann, fällt mir nur noch „Per Anhalter durch die Galaxis“ ein. Und tatsächlich …

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Das ist aber keine Vogonen-Dichtung, oder?“, prustete Nerissa. Roman lachte schallend und klopfte sich auf den Oberschenkel. „Ich fürchte, auf Douglas Adams‘ Dichtkunst-Ranking habe ich es nicht geschafft, meine Liebe.“

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tauchten vor meinem geistigen Auge auch tatsächlich Vogonen auf. Aga-äks! Ich glaube, mir droht gleich der große grüne Arkelanfall. Zu hülf! Ich glaube, ich sollte mehr lesen und weniger fernsehen.

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