Wenn’s beim Finish hapert

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When you want to finish first, you have to finish first“ – diesen Spruch habe ich gestern nachmittag beim Grand Prix von Monaco gehört, und irgendwie scheint er auch für mein Finish zu passen; dazu gehört nämlich das Anfertigen von Schrägstreifen, von mir auch respektlos „Zurechtbasteln von Stoffwürstchen“ genannt, denn mit dem Wenden von Stoffschläuchen beim Anfertigen von Bindegürteln hatte ich schon immer meine Schwierigkeiten, weshalb ich mir eine Alternativlösung überlegt hatte. Die kann ich hier jedoch nicht anwenden. Nachdem ich mir dank Nackenschmerzen einen Boxenstopp vor dem Fertigstellen meines Probeteils für die Bluse 124 aus der Mai-Burda 2015 verordnet habe, möchte ich diese Zwangspause nun zum nochmaligen Studieren der Nähanleitung nutzen. Was ich laut Burda brauche, sind

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Georgette, 145 cm breit: 1,05 Meter sowie Vlieseline-Formband, Lurexpaspelband und einen kleinen Knopf.“

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Aber brauche ich das wirklich? Mit Lurex stehe ich auf Kriegsfuß, weil meine Haut dieses Material nicht verträgt. Vielleicht tut es ja auch gewöhnliches Paspelband in Erdtönen. Welche Teile zu den Teilen 1 bis 5 (zwei fürs Vorderteil, zwei fürs Rückenteil und eines für die Ärmel) soll ich noch drei Schrägstreifen ohne Nahtzugaben zuschneiden: a) für den Halsausschnitt (65 cm lang, 3 cm breit), b) für den tropfenförmigen Ausschnitt (30 cm lang, 3 cm breit) und c) für die Schlinge (6 cm lang, 2 cm breit). So, und nun zu den Arbeitsschritten, für die ich die oben beschriebenen Teile zu benötigen scheine.

Das Paspelband soll bei Vorder- und Rückenteil jeweils als horizontale Trennlinie zwischen unterer Hälfte und Passe fungieren. Ob ich diesen Verlauf im Brustbereich wirklich brauche, bezweifle ich noch stark. Ich glaube, an dieser Stelle wäre weniger tatsächlich mehr.

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Schrägstreifen für die Schlinge längs falten, rechte Seite innen, in 3 mm Abstand zur Bruchkante steppen. Die Fadenenden in eine Stopfnadel einfädeln und fest verknoten. Zum Wenden die Nadeln mit dem Öhr voran durch das Stoffröllchen schieben. Das gewendete Röllchen nicht flach bügeln. Röllchen zur Schlinge legen. Schlinge unterhalb der Ausschnittecke auf die rechte Kante des tropfenförmigen Ausschnitts heften.“

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Klingt nach viel Fummelarbeit und soll gemacht werden, bevor es der Bluse an den Kragen geht, und zwar noch bevor die Seitennähte gesteppt und die Ärmel eingesetzt werden:

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Am Halsausschnitt und am tropfenförmigen Ausschnitt die Nahtzugabe auf 5 mm Breite zurückschneiden. Schrägstreifen für die Ausschnittkanten längs falten und bügeln. Rechte Seite außen. Den doppelten Schrägstreifen b so auf den tropfenförmigen Ausschnitt stecken, dass die offenen Kanten auf der Nahtzugabenkante liegen, die Schlinge wird zwischengefasst. Entlang der markierten Nahtlinie steppen. Nahtzugaben zurückschneiden, an den Rundungen mehrfach einschneiden. Schrägstreifen nach innen legen, Schlinge nach vorn legen, Kante bügeln. Ausschnitt 7 mm breit absteppen, Halsausschnitt genauso mit dem Schrägstreifen a verstürzen. Die Enden des Schrägstreifens einschlagen. Halsausschnitt absteppen.“

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Okay, dieses Verstürzen klingt kompliziert beschrieben, müsste aber machbar sein; warum dies aber vor dem Schließen der Seitennähte und dem Einsetzen der Ärmel getan werden soll, hat sich mir noch nicht erschlossen, genauso wenig wie die Anweisung, dass das Einschlagen und Feststeppen der Saumzugaben an Vorder- und Rückenteil als erstes erfolgen soll.

Beim Probenähen war dies ja auch zweitrangig, denn da ging es für mich in erster Linie darum, dass mir die Bluse nach dem Schließen aller Nähte in der von mir errechneten Größe passt. Und das tut sie.

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