12. Ketteler Lauf, 30. Mai 2015 : Lauf dem Krebs davon

Ende April hatte ich mich für den Ketteler-Lauf angemeldet, der zum 12. Mal unter dem Motto „Lauf dem Krebs davon“ steht – und gestern nachmittag war es dann endlich soweit. Fünf Minuten nach drei fiel der Startschuß für die Walker, die eine Strecke von fünf Kilometern vor sich hatten. Fünf Kilometer Joggen hätte ich mir als völlig untrainierte Couch-Potato auch nicht zugetraut, aber fünf Kilometer Walken – das hatte ich doch bestimmt noch drauf. Irgendwie ist es schon ein tolles Gefühl, dass die Straßen nur für uns vierhundert gesperrt sind, obwohl Laufen auf Asphalt angeblich ja nicht so gut für die Gelenke sein soll. Ehrlich gesagt, waren mir die Teilstücke auf Asphalt sogar lieber als die mit groben Steinen übersäten Wege im Wald.

Von Anfang an ließ ich mich ein wenig zurückfallen, um den anderen Läufern mit den Stöcken nicht ins Gehege zu kommen und mit meinen Kräften zu haushalten. Mir war nur eines wichtig: Nicht als letzte im Ziel anzukommen. Dass ich ankommen würde, war mir von vornherein klar. Während des Laufens aber entwickelte ich einen ganz anderen Ehrgeiz. Nur einfach nicht die Letzte sein? Hm, das klingt ja alles gut und schön – aber ist es nicht viel schöner, das Feld von hinten aufzurollen? Streckenweise glaubte ich nicht wirklich an mein Glück, weil mich im Wald immer mal wieder der eine oder andere überholte, und kurz vor der Hälfte der Strecke begann ich an meinem Verstand zu zweifeln.

Dann aber kam der Tisch mit Wasser und Schokoriegeln in Sicht, den der Lion’s Club aufgestellt hatte, um die Durstigen und Entkräfteten zu versorgen – und schwupps ging es mit meiner Laune nach einem Becher Wasser sprunghaft nach oben. Ach, da vorne sind ein paar Walker gemütlich am Schwätzen? Hach, die überhole ich doch glatt! Aber aufgepaßt, dass kein Joggen draus wird, denn sonst werde ich disqualifiziert. Ich habe jetzt nicht gezählt, an wie vielen Walkern ich vorbeigezogen bin, aber ein gutes halbes Dutzend wird’s schon gewesen sein.

Kurz vorm Ziel gab ich noch ein letztes Mal alles an Reserven, die ich noch hatte und stolperte zum Kuchenstand, wo schon reger Andrang herrschte. Der Erdbeerkuchen, auf den ich schon zu Beginn der Veranstaltung ein Auge geworfen hatte, war zwar schon alle, als ich endlich an die Reihe kam; aber den Blaubeerkuchen hatten die meisten wohl verschmäht, was ich so gar nicht verstehen konnte. Nichts mundet mir besser bei einem Kuchenjieper als Blaubeerkuchen. Yummy! Das war lecker. Doch leider musste ich gehen, weil ich noch etwas vorhatte, das nicht warten konnte; weshalb ich von der Siegerehrung nichts mitbekommen habe. Die Ergebnisse konnte ich schließlich auch später noch im Internet nachlesen. Fragt sich nur wann, denn bis jetzt sind sie noch nicht online.

PS: Die Erlöse aus dem Kuchenverkauf kommen dem Hospiz beim Ketteler-Krankenhaus zugute – die eingenommenen Startgelder gehen an Projekte für Krebspatienten.

 

PPS / update vom 02.06.2015: Am 1. Juni waren sie dann endlich online, die Ergebnisse… Von 122 Walkern bin ich als neunzigste im Ziel angekommen, und in meiner Altersklasse war ich die dreizehnte von siebzehn. Auch kein schlechtes Ergebnis, wenn auch durchaus verbesserungswürdig.

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