Wäschewaschen mit Efeu (Quelle: https://sammelhoernchen.wordpress.com/2015/07/11/waeschewaschen-mit-efeu/)

Heute hab ich was ganz tolles gelesen, für alle, die an chronischem Waschmittelmangel leiden und einen Garten ihr eigen nennen, in denen sich der Efeu blühenden Lebens erfreut…

Sammelhoernchen

Im Herbst sammle ich Rosskastanien und verwende diese solange zum Waschen unserer Wäsche, bis sie mir ausgehen.

Genau das ist vor ein paar Wochen passiert. Daher habe ich mich nach einer ähnlich effektiven Alternative umgeschaut und mich für Efeublätter entschieden. Und ich kann die guten Erfahrungsberichte, die ich gelesen habe, nur bestätigen.

Mit Efeublättern gewaschene Wäsche riecht gut und wird sehr sauber (sogar stark verschmutzte Arbeitswäsche). Efeu hat außerdem den Vorteil, dass man ihn vielerorts in der Natur finden kann, was ihn auch attraktiv für Menschen macht, die keinen eigenen Garten haben, wo er zum Bestand gehört. Man findet ihn zumindest in meiner Nähe auch leichter als einen Kastanienbaum, der genug Kastanien für ein ganzes „Waschjahr“ liefert.

Anleitung:

  • Für eine sehr volle Maschine Wäsche gebe ich 15 bis 20 saubere Efeublätter in ein Wäschenetz oder in ein Säckchen und gebe es in die befüllte Trommel.
  • Dort, wo das Flüssigwaschmittel normalerweise…

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Channel This! – Juli 2015 : The King of Cool

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wieso habe ich das Gefühl, in einem Steve-McQueen-Film zu sein?“ sagt gerade jemand in der aktuellen Folge von Ghost Whisperer, als ein Gemälde geröntgt wird, auf der Suche nach einem darin versteckten Hinweis zur Lösung eines Rätsels.

Ein Rätsel ist mir auch die aktuelle Ausgabe von „Channel This!“ bei mamamachtsachen. Der Stylepate für Juli ist nämlich Steve McQueen, The King of Cool. Den hatte ich bereits bei der Mystery-Ausgabe vor zwei Monaten in Betracht gezogen, war aber dann auf Pionierinnen der Luftfahrt umgeschwenkt. Dank der Hose, die mir für das Nachstylen vorschwebte – sie erinnert mich an eine Chino und war die letzte Neuanschaffung, die ich mir dieses Jahr (von Schuhen mal abgesehen) gegönnt habe.

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Copyright : Ulrike Sextro

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Immer nur Röcke oder Kleider tragen, passt für mich nicht immer; manchmal muss es auch mal etwas „rockiger“ oder „cooler“ sein – und das ist es die Farbe „Weiß“, die für mich für Lässigkeit und Coolness steht. Weiß ist das neue Schwarz? Kann man halten wie man will, und ob mein Look an den von Mr.McQueen herankommt, bzw. in wiefern es mir gelungen ist, seinen Spirit herauszufiltern, bleibt jedem selbst überlassen.

NaBloPoMo #31 … 31.Juli „Schulterklopfer“

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Letzter Tag beim National Blog Posting Month (NaBloPoMo) – und wir dürfen ein letztes Mal zeigen, was in uns steckt. Aufgabe des Tages: „Auf was oder wen bist du stolz? Vielleicht auf dich selbst, weil du bei NaBloPoMo durchgehalten hast?

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Copyright : Ulrike Sextro

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(17:34 Uhr)

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Gerade gestern habe ich mir selbst im Büro etwas nützliches beigebracht, mit dem ich in Zukunft viel effizienter nach bestimmten Elementen und Begriffen suchen kann, und das ist ein gutes Gefühl. Aber auch privat, und darauf bin ich persönlich noch viel stolzer, hatte ich ein Aha-Erlebnis. Doch dazu muß ich ein wenig ausholen.

Im April wurde auf BBC One die Neuverfilmung einer Romanserie ausgestrahlt, die ich als Kind heiß und innig geliebt habe. Das brachte mich auf die Idee, wieder einmal die englischsprachigen Romane zu lesen. Den ersten Band habe ich mit großem Vergnügen gelesen, nun bin ich zu einem Drittel mit dem zweiten durch, und es liegen noch zehn Bände vor mir. Und da sah ich es klar und deutlich vor mir: das Wort „amends“.

Und wie aus heiterem Himmel machte es innerlich Klick, das letzte fehlende Puzzleteil fügte sich wie von selbst ein, und endlich, endlich war ich in der Lage den Text von Janis Joplins Song „Mercedes Benz“ von Anfang bis Ende, in seiner vollen Gänze zu verstehen:

Oh Lord, won’t you buy me a Mercedes Benz- My friends all drive Porsche, I must make amends

Und genau dieses „I must make amends“ war es, was mir zum Verständnis des Textes noch gefehlt hat. Und deshalb möchte ich an dieser Stelle nicht nur dem von uns gegangenen Sir Winston Graham dafür danken, dass er mir unvergeßliche Lesemomente beschert hat, die dazu führten, dass ich auch modernes Liedgut endlich verstehen kann – sondern auch Corinne vom makellosmag, die mich dazu gebracht hat, beim National Blog Posting Month mitzumachen.

Die Schreibimpulse waren teils sehr inspirierend, teils aber auch nicht immer sehr einfach; aber das ist ja auch, vermute ich, Sinn der Sache… eine Sache durchzuziehen, auch wenn die ein oder andere Hürde auftaucht.

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(17:52 Uhr)

NaBloPoMo #30 … 30.Juli „Neustart“

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Am vorletzten Tag des National Blog Posting Month (NaBloPoMo) gibt es noch einmal eine Frage, bei der ich tief in der Vergangenheit graben muß, um zu einer einigermaßen zutreffenden Antwort zu gelangen: „Bist du schon einmal aus einer Situation oder Unterhaltung ausgestiegen, weil dir die schlagfertige Antwort gefehlt hat, nur um kurz darauf die perfekt Replik zu haben? Gibt es ein Ereignis, wo du gern replay drücken würdest?

(17:06 Uhr)

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Ach, wie schön wäre es, wenn man die passende Antwort immer parat hätte; und wie so vielen geht es mir auch, denn ich bin wahrlich kein Muster an Schlagfertigeit. Ich kann zwar quasseln wie ein Buch, wenn ich in Stimmung bin; aber oft bin ich schon an Situationen gescheitert, in denen mir gegenüber mit bodenloser Dreistigkeit aufgetrumpft hat, zum Beispiel bei Fahrten im öffentlichen Nahverkehr.

Mein Schwager ist da ganz anders gestrickt, jedenfalls wenn ich seinen Reden Glauben schenken darf, wenn er erzählt, wie er jemandem im Bus mal wieder die Meinung gegeigt hat, wenn die betreffende Person sich unverschämt aufgeführt hat. Ich trete da lieber den Rückzug an anstatt mich auf einen lautstarken Disput einzulassen. Der Klügere gibt nach? Hm. Dann würden ja immer die Dümmeren gewinnen, was auch nicht die Lösung sein kann.

Einmal machte sich jemand ziemlich breit auf seinem Sitz und hing mir schon fast auf dem Schoß; da habe ich ihn gefragt, ob er nicht mal ein Stück rücken könnte, da wurde ich angeblafft, er müsse so sitzen, er sei ja schließlich ein Mann. „Was Sie nicht sagen!“ oder „Donnerwetter! Echt?“ hätte die schlagfertige Antwort lauten können, aber ich zog es vor, den Platz, auf dem ich saß, zu verlassen und mir einen extrabreiten Einzelsitz zu suchen.

Replay“ hätte ich gerne in der Vergangenheit bei nicht so glücklich gelaufenen Vorstellungsgesprächen gedrückt und es besser gemacht. Wie’s richtig geht, konnte ich dann später mit Erfolg erproben.

So, das war’s dann auch schon wieder mit den Bekenntnissen.

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(17:20 Uhr)

NaBloPoMo #29 … 29.Juli „Zwischenbilanz“

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Nun ist der National Blog Posting Month (NaBloPoMo) schon fast wieder vorbei, und heute kommt das, was ich nicht ganz so gern tue, nämlich eine Art Jahresrückblick zu schreiben – nach dem Motto „Schreibe einen Post über das Jahr 2015 …so far

Aber – wegen einiger Wörter im Text besteht akute Triggergefahr. Wer es nicht aushält, über die Worte „Krebs“ oder „Apokalypse“ oder denglischen Mischmasch zu stolpern, der sollte es unbedingt vermeiden, meine Zwischenbilanz mit negativen Charakterzügen zu lesen. (20:11 Uhr)

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Einiges ist geschehen, das mir gezeigt hat, dass Planung nicht funktioniert. Hat es schon letztes und vorletztes Jahr nicht, nur habe ich mir da noch erfolgreich einreden können, dass die Veränderungen, die mein Leben betreffen, vielleicht doch irgendwo einen Sinn haben. Dass dieses Spiel nicht ewig so weitergehen würde, hätte ich mir schon früher klarmachen können, dachte aber, vielleicht hast du ja diesmal Glück. Nun gut, berufliche Veränderungen an sich können durchaus etwas für sich haben – wenn sie zur Unzeit kommt, ist das nicht mehr ganz so angenehm.

Unzeit: auch ein Wort, das mich grübeln lässt. Was ist der Unterschied zwischen Zeit und einer Unzeit? Genauso könnte ich fragen, ab welcher Größe eine Favela keine Favela mehr ist, sondern ein Stadtteil (wenn auch ein verwahrloster)? Gerade gestern habe ich eine kurze Reportage über Sao Paulo gesehen, und was mich daran ziemlich beeindruckt hat, war die Größe der immer näher an die Wohnviertel der Reichen heranrückenden Favela (ich glaube, sie nimmt inzwischen an die 65% des Stadtgebietes ein) – nahezu unkontrolliert, ähnlich einem Krebsgeschwür breitet sie sich aus.

Womit ich den Kreis schließe zu dem größten Einschnitt in meinem Leben: die Diagnose Krebs, die mein Mann Ende März gestellt bekam. Welchen Sinn soll diese Veränderung, bitte schön, haben? Von einer Sekunde auf die andere ist nämlich nichts mehr, wie es war. Der Boden bricht einem förmlich unter den Füßen weg. Apokalypse für die Gedanken – der Super-GAU oder ein schwarzes Loch; so fühlt es sich an, und irgendwann später fragt man sich, was überhaupt noch wichtig ist im Leben.

Es mag abgedroschen klingen, aber was ich bis jetzt „so far“ gelernt habe: das wichtigste im Leben ist die Gesundheit (für kein Geld der Welt kann man sie kaufen) und die gemeinsame Zeit, die man mit dem wichtigsten und liebsten Menschen ever verbringt. Die versäumten Stunden, die bringt dir nichts mehr zurück – Zeit nicht, und Geld erst recht nicht, auch wenn es sicherlich beruhigend ist, ein finanzielles Polster zu haben.

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(20:31 Uhr)

MeMadeMittwoch am 29.7.2015 – special: Ich packe meinen Urlaubskoffer

Copyright : Ulrike Sextro ... Was ist hier wohl selbstgenäht?

Copyright : Ulrike Sextro … Was ist hier wohl selbstgenäht?

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Wie ich heute erfahre, veranstalten alle, die beim MMM mitmachen, jedes Jahr das Special  „Ich packe meinen Koffer“, um zeigen zu können, welche selbstgemachten Klamotten (und warum) mit in den Urlaub genommen werden (oder schon mitgenommen wurden). Diese Idee finde ich sehr schön, denn wie es der Zufall so will, habe ich gestern abend das Kleid fertigbekommen, das ich für ein verlängertes Wochenende in unserem nördlichen Nachbar(bundes)land mitnehmen möchte: das Kleid „Jessy“ aus der zweiten Ausgabe des belgischen Magazins „La Maison Victor:

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Eigentlich wollte ich es aus demselben Stoff nähen, den ich für meine „AfricanDream“-Bluse verwendet habe, hatte aber Bedenken, ob sich der Stoff dafür eignet und ob beim Nähen ein tragbares Stück rauskommt. Kurzerhand habe ich mich in einem Offenbacher Stoffgeschäft mit einem Ballen „African Waxprint“ (made in China) zum Schnäppchenpreis von 30,– Euro eingedeckt, der mir zum Üben geeignet schien. Für 5,50 Meter, wohlgemerkt.

Bis auf die Tatsache, dass ich das Gummiband in der Taille hätte enger nähen können, ist mir das Kleid doch ganz gut gelungen. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich diesmal so zügig drangeblieben bin und zwischen Abpausen des Schnitts und dem Festnähen der Schlaufe für den Knopf im Genick diesmal erheblich weniger Zeit vergangen ist als sonst – und dass sich am Rücken das Muster fast exakt trifft (siehe Foto). Tusch!

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Copyright : Ulrike Sextro

Copyright : Ulrike Sextro

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Damit gehe ich jetzt schauen, was die anderen, die beim MMM mitmachen, diesmal in ihren Koffer packen oder schon gepackt haben.

Unsortierte Gedanken : Es fährt ein Zug. Nach nirgendwo.

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Copyright : Ulrike Sextro

Copyright : Ulrike Sextro

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Es fährt ein Zug nach nirgendwo? Ach, wenn er denn doch käme… Fahren mit der Bahn: ein schier unerschöpflicher Quell der Freude und Begeisterung. Wenn es nicht ein alles lahmlegender Streik ist, dann wird irgendwo auf der Strecke gebaut und gebuddelt. Aktuell ein neues Stellwerk, und zu diesem Behufe ist der S-Bahn-Tunnel in Frankfurts Stadtmitte gesperrt: vom 25. Juli bis 25. August. Oder so ähnlich. Denn ich ahne es jetzt schon: vier Wochen werden nicht reichen.

Genießen Sie Ihr Leben in vollen Zügen. Fahren Sie mit der Regionalbahn. Oder mit der umgeleiteten S-Bahn, die garantiert auf Sie wartet. Oder auch nicht. Oder ganz ausfällt. Oder… Ach, am besten nehmen Sie sich Zeit und vertrauen Sie nicht darauf, dass der Durchgang, den Sie bisher zur Abkürzung immer genommen haben, während dieser vier Wochen benutzt werden kann. Machen Sie sich statt dessen darauf gefasst, dass ihnen der Zugang zum Bahnsteig für die stadteinwärts fahrenden S-Bahnen verwehrt bleibt und Sie sich eine neue Abkürzung suchen müssen.

Gehen Sie nicht über Los... und hoffen Sie nicht darauf, dass Ihr Zug auch tatsächlich an dem Gleis abfährt, das Sie mit hängender Zunge erreicht haben, weil Sie sich durch einen Haufen unorientierter Fahrgäste drängeln mussten. Seien Sie sich stets bewusst, dass beispielsweise die Anzeigentafel auf Gleis 10 als kommenden Zug den nach Erbach im Odenwald (Abfahrt 16:38 Uhr) anzeigt, um während einer unverständlichen Durchsage um exakt 16:40 Uhr auf den Zug nach Bad Soden-Salmünster zu wechseln, der um 17:02 Uhr abfahren soll. Wenn Sie einen gekonnten Sprint hinlegen, schaffen Sie es vielleicht noch, den Zug um 16:41 Uhr nach Wächtersbach zu erreichen, der auf Gleis 12 abfahren soll – nach Plan.

Ja, mach‘ nur einen Plan und sei ein großes Licht. Und dann mach‘ einen zweiten – geh’n tun sie dann beide nicht.“ 

Schön, dass wir drüber gesprochen haben. Ach, übrigens: Wer weiß, von welchem Dichter dieses Zitat stammt, bekommt von mir die Newtonsche Glühbirne verliehen und erhält meine Hochachtung für das Zuendelesen dieses von Sarkasmus durchzogenen Textes. Und falls doch nicht: den Versuch war es wert.

NaBloPoMo #28 … 28.Juli „Leben nach dem Blog“

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Bisher habe ich beim National Blog Posting Month (NaBloPoMo) alle Themen durch; das aktuelle lautet: „Dein Leben ohne Blog oder Computer: Wie wäre es? “  (18:32 Uhr)

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Es gab eine Zeit, in der ich sowohl beruflich als auch privat ohne Computer auskam. Und das in einem Büro. Kaum zu glauben? Ist aber so. Die Möglichkeit, E-Mails zu versenden gab es noch nicht, als Medium zur Übermittlung von Nachrichten diente ein Telex- und ein Faxgerät (so fortschrittlich waren wir in den 80ern immerhin schon). Während meiner Ausbildung waren Telexe noch als Bänder mit eingestanzten Löchern unterwegs, später dann konnten wir unsere Telexe bereits an sogenannten Terminals schreiben und über sie auch versenden. Für alles andere haben wir Formulare und Briefe mit der elektrischen Schreibmaschine geschrieben; ich kann mich noch gut erinnern, dass ich als Prämie für ein Zeitschriftenabonnement eine Reiseschreibmaschine erhalten hatte. Lang, lang ist’s her.

Mit dieser Schreibmaschine habe ich in meiner Freizeit ziemlich viel geschrieben, z.B. irgendwelche Kurzgeschichten, die bei diversen Umzügen verlorengegangen sind. Tagebuch habe ich auch geführt, und zwar von Hand in Kladden, in die ich auch Schnipsel aus Zeitschriften eingeklebt habe. Wenn man so will, waren meine Tagebücher (die ich ebenfalls nicht mehr komplett besitze), die ersten Scrapbooks – ich nenne sie Erinnerungsbücher. Außerdem stapeln sich in einer Ecke im Haus Fotoalben, in die ich Papierabzüge von damals noch analog aufgenommenen Fotos eingeklebt habe.

So weit die Vorgeschichte. Wenn ich Vergleiche zu dem, was damals war, ziehe, so entspricht mein Laptop der elektrischen Reiseschreibmaschine (nur dass das Laptop wesentlich leichter, flacher und handlicher ist und auch keine Farbbandkassette braucht) und mein Blog den Erinnerungsbüchern, kombiniert mit meinen Fotoalben. Ich glaube, wenn ich auf einmal weder Computer noch Blog hätte, müsste ich wieder dort weitermachen, wo ich aufghört habe: mit den analogen Medien. Das wäre zwar ziemlich zeitaufwendig, nicht gerade platzsparend und mit Kosten (z.B. für Papier, Kladden, Fotoabzügen, Farbbänder etc.) verbunden – aber es würde mich dazu zwingen, eine bewusste Auswahl zu treffen und vor allem mir zur sogenannten Entschleunigung verhelfen.

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Copyright : Ulrike Sextro

In der digitalen Welt hat man eben nicht nur schnell einen Beitrag geschrieben, sondern diesen auch unter Umständen viel zu schnell hochgeladen bzw. abgeschickt; kaum ist der Gedanke entstanden, ist er auch schon entschlüpft und steht gut sichtbar da für alle und jeden. Wenn’s dumm läuft und der Gedanke ist einem im Nachhinein peinlich, dann ist es unglaublich schwierig, den Schaden einzudämmen. Den ausgeschriebenen Gedanken wieder zurückzuholen, ist m.E. schier unmöglich. Deshalb schreibe ich meine Artikel lieber erst einmal in Word vor und kopiere sie dann in mein Blog.

In der analogen Welt würde meine Pamphlete wahrscheinlich niemand lesen; aber das wäre eine neue Geschichte, die ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen möchte.

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(18:52 Uhr)

NaBloPoMo #26 … 26.Juli „Schulzeit“

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Am 26. Juli des National Blog Posting Month (NaBloPoMo), der letzte der von mir übersprungenen Tage,ging es um ein Thema, das für mich nahe an „Die Feuerzangenbowle“ herankommt. In dem Film geht ein würdiger, gesetzter Herr, als Schüler verkleidet, noch einmal zur Schule. Und jetzt kommt die NaBloPoMo-Aufgabe:

Wenn du noch einmal in der Schule wärst, gibt es eine Sache, die du besser können möchtest? Gibt es etwas, was du bereust nicht richtig gelernt zu haben?“

(18:53 Uhr) – diesmal ohne Foto.

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Auweia, ich soll nochmal zur Schule gehen? Oder drehe ich das Rad der Zeit zurück? Ach, es gibt so vieles, was ich beizeiten hätte besser machen können, wie zum Beispiel dem Idioten, der mich jahrelang gepiesackt hat, rechtzeitig richtig Kontra geben. Und zwar mit Schmackes. Dann wäre mir die nervige Ablenkung in den naturwissenschaftlichen Fächern, insbesondere Biologie und Physik erspart geblieben. Vielleicht wäre ich dann auf die Idee gekommen, Forstwirtschaft, Meeresbiologie oder ähnliches zu studieren. Vielleicht auch Lichttechnik, denn das ist die Technik der Zukunft. Oder, oder, oder… Hätte Hätte Fahrradkette, um mit den Worten eines ehemaligen Kollegen zu sprechen.

Was ich auch gerne nochmal, diesmal aber richtig lernen möchte: Volleyballspielen und beim Schwimmen die Techniken „Kraul“ und „Schmetterling“ bzw. „Delphin“ – das hätte meinem Notendurchschnitt beim Abi vielleicht doch noch den Drive verpasst. Oder beim Geräteturnen den anderen eins vor und auf der Nase herumtanzen, dann wäre aus mir doch noch die Sportskanone schlechthin geworden, und ich hätte mich nicht der Demütigung des als letzten in die Mannschaft gewählten Schülers aussetzen müssen.

Ach, ich sehe schon: beim zweiten Beispiel versteige ich mich gerade in Ideen, wie ich bei anderen beliebter hätte werden können. Und ob das der richtige Weg ist? Es sollte doch um etwas gehen, was ich für mich tun kann und nicht für im Prinzip andere… Des öfteren habe ich auch schon mit dem Gedanken gespielt, wie es gewesen wäre, wenn ich statt Französisch Latein gelernt hätte. Das kann doch auch nicht so viel schwerer sein, und damit hätte ich echte Chancen, die Inschriften in den in Museen ausgestellten römischen Fundstücken lesen zu können.

Ach ja, ganz sicherlich würde ich nicht noch einmal den Fehler machen, jemanden anzuhimmeln, der gar nichts von mir will; und: ich würde von dem Schwimmbad, in dem ich schwimmen gelernt habe, noch einen Haufen Fotos machen und mir ein Erinnerungsbuch basteln. Aber ich glaube, das war mit dem Thema nicht gemeint. Und schließlich komme ich noch zu meinen letzten Schuljahren. Mit dem Abitur in der Tasche hätte ich auch Bibliothekswissenschaften studieren können; nur hätte ich dazu nach Karlsruhe gemußt, und das wollte ich damals nicht. Vielleicht hätte mir das sogar gutgetan und ich wäre früher selbständig geworden.

Eins führt mir diese ständige Wiederholung von Vielleichts vor Augen: mit dieser Auswahl bin ich, ehrlich gesagt, überfordert – und deshalb beschließe ich, dass es so, wie es bisher gelaufen ist, zwar nicht das Optimum erreicht wurde, aber wer weiß, was mir an Gutem alles entginge, würde ich einen gänzlich anderen Weg einschlagen. Und darum verzichte ich darauf, meine Schulzeit noch einmal aufleben zu lassen, um alles anders zu machen.

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(19:09 Uhr) — Hui, das sind diesmal sogar weniger als zwanzig Minuten; ein prima Ausgleich für das Thema vom 27. Juli. Da habe ich die Zeit nicht gestoppt und garantiert länger an dem Text gesessen.

NaBloPoMo #25 … 25.Juli „Freunde“

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Nur noch zwei Beiträge zum National Blog Posting Month (NaBloPoMo), innerhalb von zwanzig Minuten geschrieben, haben bisher noch gefehlt – und zwar die für den 25. und 26. Juli. Diese folgen nun, nach und nach.

Copyright : Ulrike Sextro

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Am 25. Juli hatte mich die NaBloPoMo-Liste (National Blog Posting Month) vor folgende Aufgabe gestellt: Beende den Satz: “Mein engster Freund ist…”

 

(18:07 Uhr)

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Gute Freunde soll man niemals trennen? Ein Freund, ein guter Freund, das ist das schönste, was es gibt auf der Welt. La La La. Nun ja, gesungen und gedichtet wurde ja schon viel – auch Tiere konnten da schon mal die Rolle des Freundes einnehmen („der Hund bleibt mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde“), und davon mag man halten, was man will. Was unterscheidet für mich Freunde von Bekannten? Bekanntschaften auf Internetplattformen wie zum Beispiel WKW (das es nicht mehr gibt), Twitter, MySpace oder Facebook, sind für mich nicht zwingend notwendig Freunde.

Freunde, das sind die Menschen, die mir vertraut sind, die einem nicht böse sind, wenn man sich länger nicht gesehen hat. Menschen, mit denen ich mich auch ohne große Worte verstehe, und mit denen ich mich im Einklang fühlen kann. Die kann ich aber auch übers Internet kennengelernt haben – und manche meiner Freunde treffe ich wiederum nicht im Internet. Klingt kompliziert? Gut, ich füge an dieser Stelle die nächste Stufe hinzu: Engen Freunden, und dabei spielt es keine Rolle, wie lang wir uns kennen, habe ich schon so manche Gedanken und Träume anvertraut. Und da reichten schon wenige Momente nach längerer Abwesenheit, um die alte Vertrautheit wieder aufblühen zu lassen.

Komme ich nun auf den „engsten Freund“ zu sprechen, wird die Luft schon ziemlich dünn. Denn an der Spitze der Pyramide „Bekannte – Freunde – enge Freunde – engster Freund“ hat nur eine Person Platz, und das ist nicht die Freundin aus Kindertagen, der ich zeitweilig entfremdet war, sondern – wer hätte das gedacht…. Mein über alles geliebter Mann.

Also: “Mein engster Freund ist mein Mann”

Wenn ich besonders kitschig sein möchte, sülzete ich die Zeilen mit dem schon so oft strapazierten Begriff vom Seelenverwandten voll; dennoch ist es verblüffend, wie kurz mit die Zeit vorkommt, die wir uns schon kennen (als ob es erst gestern und nicht schon 2000 gewesen wäre), und doch spricht oft der eine aus, was der andere denkt (was m.E. nur funktioniert, wenn man einander schon lange kennt. Oft träumen wir sogar fast das Gleiche – seltsamerweise zeitlich parallel mit einer lieben Freundin in Bayern, die wir auch schon lange nicht mehr gesehen haben.

Und mit wem kann ich über den größten Dummfug blödeln oder einfach nur so daliegen und den Wolken nachschauen und dabei über Gott und die Welt sinnieren – oder in Erinnerungen an * ähem * Werbesprüche schwelgen, die uns seit unserer Kindheit ins Gedächtnis eingebrannt sind? Bei diesen Zeilen komme ich mir doch gleich zwanzig Jahre jünger vor und hoffe, dass wir uns beide noch lange das innere Kind erhalten mögen.

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(18:27 Uhr)