NaBloPoMo # 2 : oder – „Weggabelung“

Das heutige Thema des National Blog Posting Month“ lautet: „Wann musstest du in der Vergangenheit eine wichtige Entscheidung treffen? Mach dir Gedanken über das andere Leben, was sich daraus hätte ergeben können.“ – Aktuelle Uhrzeit: 18:18 Uhr. Tass Kaff‘ steht bereit – los geht’s:

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Sliding Doors“ für mich? Was wäre, wenn? Na, der Abend fängt ja toll an mit dem Griff zum Eingemachten. Wie definiere ich eine wichtige Entscheidung? Tojours l’amour? Viva la vida? Oder berufliche Weichenstellungen? Wie was gewichten? Dass ich für andere Entscheidungen treffen musste wie z.B. an dem Tag, als ich unsere Katze zum Einschläfern fahren musste? Die Frage, ob oder ob nicht, habe ich mir an jenem Tag gar nicht gestellt, weil es das war, was getan werden musste. Natürlich blieb auch das wieder mal an mir hängen; wie so einiges in der Vergangenheit. Hinterher ärgere ich mich, dass ich für andere entscheiden musste oder – und das wiegt schwerer: Andere für mich habe entscheiden lassen; und nur, weil ich meinen Allerwertesten mal wieder nicht hochbekommen habe. Ausbildung statt Studium? Womöglich noch Kunst oder Bibliothekswesen (falls man das so nennt)? Dazu hätte ich von zu Hause weggemußt, in ein anderes Bundesland – hinaus aus meiner Comfort Zone und ab in die Welt, auch wenn’s erst mal das Schwabenländle gewesen wäre. Ja, nun die Glaskugel befragt, die mir sagt „Vielleicht hättest Du nicht den Mann deines Lebens kennengelernt, mit dem du dieses Jahr fünfzehn Jahre verheiratet bist…“ Perhaps, perhaps, perhaps.

Dann also kaufmännische Ausbildung, damit u.a. auch der Papa sich freut. Dass dies gar keine so üble Entscheidung war, musste ich erst im Lauf meines langen Berufslebens lernen. Wo ich aber eine andere Entscheidung hätte treffen können, wäre der Moment gewesen, an dem ich es zugelassen habe, dass Papa die Wohnung kündigt und uns alle mitnimmt in das geerbte und umgebaute Häuschen. Ich hätte dableiben sollen. Ja, man kann mich auch dämlich nennen, aber in der Wohnung hat es mir so gut gefallen. Sie war mein Lebensmittelpunkt. Hier hingen Erinnerungen dran. Dreiundsechzig Quadratmeter Altbau, ohne Balkon, Bad und WC, dafür aber mit riesigem Dachboden und Kellerraum – im zweiten Stock, ohne Aufzug. Und das ganze für sensationelle 300 Mark – bei einem Azubigehalt von 900 Mark. Eine Wohnung ohne Komfort, aber dafür im Haus wunderschöne Gründerzeitelemente – und die Aussicht ohnegleichen..Jedenfalls bildete ich mir das ein. Noch Jahre später träumte ich öfters davon, wie ich dort ganz selbstverständlich wieder wohnte. Als wäre nichts gewesen.

Aber es ist nun mal so, wie es ist. Ob es so gut ist, wie es ist? Mir fehlt leider die Vorstellungskraft, mir auszumalen, an welchem Punkt mein Leben anders verlaufen wäre, wenn ich mich so oder so entschieden hätte. Wäre ich dann auch ein anderer Mensch? Ein Mensch ohne Selbstzweifel? Ein Mensch, der sich nicht fragt, ob er seine Träume vielleicht nicht doch ein klitzekleines Bißschen zu spät wahrgemacht hat, weil zu dem Zeitpunkt der Entscheidung der Traum nicht mehr so wichtig war wie früher? Ein Mensch, der nicht zum Grübeln neigt,sondern leicht, frei und unbeschwert in den Tag hinein lebt? „I’m like a bird? I only fly away? I don’t know where my home is?“ Nö – nicht frei wie ein Vogel, der ich gerne ab und an für einen Tag wäre… sondern eher wie eine Schnecke, die ihr Packerl immer mit sich umherträgt und Dinge mit Bedacht und Vorsicht angeht…

Leider reicht nun die Zeit nicht mehr, um den heutigen Tag noch mit Hilfe eines „Super Symbolfotos“ (Zitat: S.Niggemeyer) zu bereichern – in zwei Minuten bekomme ich das nicht mehr gebacken. Ich beschließe mit einem weiteren Zitat: „Hinfallen – aufstehen – Krone richten – weitergehen.“ In diesem Sinne dann… Die Uhr zeigt 18:38 und damit das Ende für heute.

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NaBloPoMo #1: 1. Juli — Großartig und noch großartiger

Nach einem kurzen Vorwort zu dem, um was es beim National Blog Posting Month gehen soll, fange ich auch schon mit leichter Verspätung zu dem ersten Thema an. Wohlan: Frisch ans Werk, das Thema an den Anfang setzen, Stoppuhr stellen und loslegen. Das Thema lautet: Was macht einen großartigen Blog aus? Was bringt dich dazu, einem Blog zu folgen oder einen Post zu “liken”? — Zwanzig Minuten Zeit? – Die Uhr zeigt 17:43 – Los geht’s!

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Ein großartiger Blog? Gleich mit Superlativen in die Vollen gehen? Warum nicht ’ne Nummer kleiner anfangen und erzählen, welche Blogs mein Intersse wecken und mich vielleicht gar dazu bringen, ihnen zu folgen? Wenn ich mir meinen Reader so anschaue, dann sehe ich eine unglaubliche Vielfalt: angefangen von Hobbyblogs, Blogs mit Kochrezepten, religiöse Themen, Fotografie, gesellschaftliche Themen… hm, ich bilde mir ein, nicht nur auf eine Schiene festgelegt zu sein; auch wenn ich bevorzugt solche Blogs anklicke, auf denen Selbstgenähtes gezeigt und erklärt wird – z.B. den MeMadeMittwoch.

Jeden Mittwoch zeigen hier Hobbyschneiderinnen, und manchmal auch Hobbyschneider, wie sie ihre selbstgenähte Kleidung im Alltag tragen, mal pur, mal gemixt mit Gekauftem. Und sehr oft stoße ich da auf Blogs, die ich noch nicht kenne. Meistens weckt das dort gezeigte Foto mein Interesse, und wenn ich merke, dass die Person, die sich dort zeigt, auch noch einen Schreibstil hat, der mich berührt oder eine Saite in mir zum Klingen bringt, dann schaue ich dort öfter vorbei. Es braucht dann schon so einige Anläufe, bis ich mich zum Abonnieren entscheide. Leider spielt bei mir auch ein gewisses Maß an Bequemlichkeit eine Rolle; etliche Blogs bieten „Bloglovin“ als Tool an, um zu folgen, aber damit komme ich einfach nicht zurecht. Dann speichere ich die Blogadresse lieber in der Favoritenliste. Bei wordpress ist es einfacher; einfach „liken“ oder „folgen“, dann erscheint das Blog in meinem Reader. Und fertisch. A propos Reader: Den möchte ich nicht mehr missen, denn durch ihn stoße ich auf „druckfische“ neue Beiträge, die meisten davon in englisch – und einige davon haben einen so schnörkellosen, witzigen oder sarkastischen Stil drauf, dass ich sie öfters lese. Kurze, knackige, pointierte Texte haben dabei größere Chancen, von mir gelesen zu werden als seitenlange Romane.

Viel wichtiger aber ist für mich die Frage, was es braucht, um einem Blog die Treue zu halten, denn haufenweise Blogs zu folgen. Es kann nämlich durchaus passieren, dass ein Blog für mich irgendwann plötzlich uninteressant wird. Und das ist mir schon mit einigen Do-it-yourself-Blogs wider fahren; Gründe dafür gibt es sicherlich mehrere. An erster Stelle schlicht und einfach ein Wechsel in der Thematik. Plötzlich merke ich, dass sich das Blog vorwiegend mit dem Herstellen von Kinderkleidung beschäftigt – das ist für mich eher von nachrangiger Bedeutung. Zum Zweiten: Das Blog hat dank Kommerzialisierung oder weil es auf einmal „wie geleckt“ und professionell aufgestylt wirkt, seinen persönlichen und unfertigen Charme verloren. Drittens: Das Blog hat ein Layout, mit dem ich nicht mehr warmwerde oder das mir zu unübersichtlich wird. Viertens: Meine Themenprioritäten haben sich geändert.

Beispiele möchte ich bewußt nicht nennen, denn ich haue so ungern Leute, die ich persönlich nicht kenne und die viel Zeit in ihr Blog investieren, an den Pranger stellen. Sie haben ja nichts unredliches getan – but it’s just not my cup of tea anymore. Man sieht schon, manchmal vermische ich englisch und deutsch. Soll vorkommen. Zuletzt aber ist mir doch noch ein Grund eingefallen, warum ich einem Blog folge: Ich habe den Blogger/die Bloggerin persönlich kennengelernt und finde sie/ihn sympathisch – da ergibt sich doch gleich nochmal ein ganz anderes Verhältnis und eine neue Ebene der Kommunikation. Und weil ich weiter oben von Romanen, die mich abschrecken, salbadert habe – ich glaube, soeben komme ich ans Ende der Zeit. Die Uhr zeigt 18:03 – meine zwanzig Minuten sind um.

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Teil #2 folgt in wenigen Minuten, nach einer kurzen Erfrischungspause.

NaBloPoMo : oder „Versuch eines Tagebuchs“

Schon ist ein halbes Jahr vorbei, und da sich mein Leben zur Zeit im Umbruch befindet und ich neulich auch noch vollmundig getönt habe, dass mich die Herausforderung nicht schreckt, dachte ich, es wäre eine gute Idee, mal etwas ganz neues zu wagen. Auf dem Blog makellosmag habe ich von dem NaBloPoMo gelesen und für National Blog Posting Month gelesen (in englischsprachigen Blogs soll es ihn wohl schon länger geben); und ich muss sagen, mich reizt es durchaus, einen Monat lang nach folgender Regel zu schreiben: „Keine vorgegebenen Themen, keine Mindestwortzahl, keine Regeln: nur du, dein Blog und 30 neue Posts.“

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Obwohl – „keine Themen“ scheint wohl doch nicht so ganz zu stimmen; und an dieser Stelle zitiere ich jetzt einfach mal makellosmag mit ihrem Blogeintrag: “Weil 30 Tage lang immer neue Ideen haben aber eine ziemliche Herausforderung ist, gibt es writing prompts, also Schreibimpulse. Ansonsten gibt es alle Varianten der Regeln: Themen darf man erst an dem Tag anschauen, an dem man darüber schreibt; Timer auf 20 min. stellen & einfach drauflos tippen…“

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Einen schicken Button gibt es auch noch zur freien Verfügung…
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nun denn – ich kann nicht garantieren, dass ich jeden Tag mit von der Partie bin, aber grundsätzlich reizt mich dieses „freie“ Schreiben, einfach nur einem Impuls folgend. Aber besser spät als nie, denn: The show must go on.