NaBloPoMo #1: 1. Juli — Großartig und noch großartiger

Nach einem kurzen Vorwort zu dem, um was es beim National Blog Posting Month gehen soll, fange ich auch schon mit leichter Verspätung zu dem ersten Thema an. Wohlan: Frisch ans Werk, das Thema an den Anfang setzen, Stoppuhr stellen und loslegen. Das Thema lautet: Was macht einen großartigen Blog aus? Was bringt dich dazu, einem Blog zu folgen oder einen Post zu “liken”? — Zwanzig Minuten Zeit? – Die Uhr zeigt 17:43 – Los geht’s!

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Ein großartiger Blog? Gleich mit Superlativen in die Vollen gehen? Warum nicht ’ne Nummer kleiner anfangen und erzählen, welche Blogs mein Intersse wecken und mich vielleicht gar dazu bringen, ihnen zu folgen? Wenn ich mir meinen Reader so anschaue, dann sehe ich eine unglaubliche Vielfalt: angefangen von Hobbyblogs, Blogs mit Kochrezepten, religiöse Themen, Fotografie, gesellschaftliche Themen… hm, ich bilde mir ein, nicht nur auf eine Schiene festgelegt zu sein; auch wenn ich bevorzugt solche Blogs anklicke, auf denen Selbstgenähtes gezeigt und erklärt wird – z.B. den MeMadeMittwoch.

Jeden Mittwoch zeigen hier Hobbyschneiderinnen, und manchmal auch Hobbyschneider, wie sie ihre selbstgenähte Kleidung im Alltag tragen, mal pur, mal gemixt mit Gekauftem. Und sehr oft stoße ich da auf Blogs, die ich noch nicht kenne. Meistens weckt das dort gezeigte Foto mein Interesse, und wenn ich merke, dass die Person, die sich dort zeigt, auch noch einen Schreibstil hat, der mich berührt oder eine Saite in mir zum Klingen bringt, dann schaue ich dort öfter vorbei. Es braucht dann schon so einige Anläufe, bis ich mich zum Abonnieren entscheide. Leider spielt bei mir auch ein gewisses Maß an Bequemlichkeit eine Rolle; etliche Blogs bieten „Bloglovin“ als Tool an, um zu folgen, aber damit komme ich einfach nicht zurecht. Dann speichere ich die Blogadresse lieber in der Favoritenliste. Bei wordpress ist es einfacher; einfach „liken“ oder „folgen“, dann erscheint das Blog in meinem Reader. Und fertisch. A propos Reader: Den möchte ich nicht mehr missen, denn durch ihn stoße ich auf „druckfische“ neue Beiträge, die meisten davon in englisch – und einige davon haben einen so schnörkellosen, witzigen oder sarkastischen Stil drauf, dass ich sie öfters lese. Kurze, knackige, pointierte Texte haben dabei größere Chancen, von mir gelesen zu werden als seitenlange Romane.

Viel wichtiger aber ist für mich die Frage, was es braucht, um einem Blog die Treue zu halten, denn haufenweise Blogs zu folgen. Es kann nämlich durchaus passieren, dass ein Blog für mich irgendwann plötzlich uninteressant wird. Und das ist mir schon mit einigen Do-it-yourself-Blogs wider fahren; Gründe dafür gibt es sicherlich mehrere. An erster Stelle schlicht und einfach ein Wechsel in der Thematik. Plötzlich merke ich, dass sich das Blog vorwiegend mit dem Herstellen von Kinderkleidung beschäftigt – das ist für mich eher von nachrangiger Bedeutung. Zum Zweiten: Das Blog hat dank Kommerzialisierung oder weil es auf einmal „wie geleckt“ und professionell aufgestylt wirkt, seinen persönlichen und unfertigen Charme verloren. Drittens: Das Blog hat ein Layout, mit dem ich nicht mehr warmwerde oder das mir zu unübersichtlich wird. Viertens: Meine Themenprioritäten haben sich geändert.

Beispiele möchte ich bewußt nicht nennen, denn ich haue so ungern Leute, die ich persönlich nicht kenne und die viel Zeit in ihr Blog investieren, an den Pranger stellen. Sie haben ja nichts unredliches getan – but it’s just not my cup of tea anymore. Man sieht schon, manchmal vermische ich englisch und deutsch. Soll vorkommen. Zuletzt aber ist mir doch noch ein Grund eingefallen, warum ich einem Blog folge: Ich habe den Blogger/die Bloggerin persönlich kennengelernt und finde sie/ihn sympathisch – da ergibt sich doch gleich nochmal ein ganz anderes Verhältnis und eine neue Ebene der Kommunikation. Und weil ich weiter oben von Romanen, die mich abschrecken, salbadert habe – ich glaube, soeben komme ich ans Ende der Zeit. Die Uhr zeigt 18:03 – meine zwanzig Minuten sind um.

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Teil #2 folgt in wenigen Minuten, nach einer kurzen Erfrischungspause.

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2 Kommentare zu “NaBloPoMo #1: 1. Juli — Großartig und noch großartiger

  1. Das ist aber mal ein interessanter Beitrag – danke, dass du dein Leseverhalten so schön für uns analysierst und zusammenfasst! Ich finde es besonders spannend aus der Doppelperspektive der Blogleserin (die dann denkt: ja – das mit den Kinderkleidern, die man nicht mehr sehen will, das kenne ich!) und der Blogschreiberin, die sich schon manchmal fragt, warum ein Beitrag im Vergleich zu einem anderen so viel oder so wenig gelesen wird von den unbekannten Nähweltsurferinnen.
    Als Leserin geht es mir wie dir: ich mag Blogs mit neuen Ideen, solche, die ästhetische Vorstellungen zeigen, die ich nicht unbedingt teilen aber interessant finden möchte und die die man gut lesen kann. Ich lese nicht mehr solche Blogs, die ständig von Putzis, Gögas und supi-dupi reden und Trillionen von Ausrufezeichen und Emoticons enthalten…
    Toll finde ich, gerade wegen der Anonymität der meisten Leser, Gelegenheiten, diese kennenzulernen. Im Herbst hat Alexandra von Mamamachtsachen so ein Nähtreff organisisert auf dessen Teilnehmerliste ich nicht nur mich gefunden habe, sondern auch ganz viele Näherinnen, deren Blogs ich schon lange lese. yeah!
    Nach so einem langen Kommentar jetzt ganz fixe, liebe Grüße
    Almut

    • Hallo Almut, wie schön, dass du mir so ausführlich geschrieben hast. Ja, solche Nähtreffs sind toll; die AnNäherung habe ich 2x mitgemacht und war begeistert. Und ich glaube, eins greift ins andere – und irgendwann weiß ich nicht mehr, wer zuerst war – das Huhn oder die Henne. In dem Fall das Internet und dann die persönlichen Kontakte oder umgedreht?

      LG
      Ulrike

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