NaBloPoMo #6 : 6. Juli „Seitenwechsel“

Neuer Tag, neues Spiel. Nach dem ich gestern die Selbstanalyse so grandios umgangen habe, versuche ich es diesmal mit einem Text zu dem Thema „Fühlst du dich vor oder hinter der Kamera wohler? Wie geht es dir, wenn jemand über dich schreibt?“ —  Und wie immer stehen mir ab jetzt 20 Minuten Zeit zur Verfügung. Jetzt ist es 19:48 Uhr, und los geht’s:

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Heute komme ich endlich zur angekündigten Selbstanalyse; denn nachdem ich zuletzt Gelegenheit hatte, von mir abzuschweifen und lieber davon zu erzählen, was ich am Wochenende unternommen habe, ist die Frage diesmal eindeutig formuliert. Und ich kann auch ganz eindeutig antworten: Hinter der Kamera fühle ich mich eindeutig wohler. Fotografiert zu werden, ist eher nicht so meins. Es sei denn, ein ganz lieber Mensch möchte Aufnahmen von mir machen. Aber den Drang so vieler Menschen, Selfies zu schießen und in sozialen Netzwerken zu versenden, kann ich nicht nachvollziehen. Eine Ausnahme stellen die Bilder da, die ich von mir in selbstgenähter Kleidung mache, um sie auf meinem Blog oder im Rahmen von SewAlongs zu präsentieren. Da geht es mir auch nicht darum, besonders hübsch oder lustig darauf auszusehen, sondern die Kleidung zu zeigen. Zum einen, weil ich selbst sehen möchte, wie das Ergebnis aussieht und ob ich es noch verbessern könnte; zum anderen, weil ich von anderen wissen möchte, wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Vielleicht habe ich deshalb oft diesen nichtssagenden Ausdruck im Gesicht, den ich ab und zu scherzhaft auch als „biometrischen Gesichtsausdruck“ bezeichne.

Komischerweise finde ich mich auf Fotos, die andere nach Absprache von mir gemacht haben, und auf denen ich von vorne zu sehen bin, gar nicht so unfotogen; ich glaube, mit dem Talent oder dem „fotografischen Auge“ des Fotografen, steht und fällt das, was man ein gelungenes Foto nennt. Früher war dieses „fotografische Auge“ bei mir stärker ausgeprägt, vor allem zu der Zeit, als ich noch analog und in schwarz-weiß fotografiert habe, meistens Landschaften oder Gebäude. Heute sind es vorwiegend Pflanzen oder Landschaften, doch meistens eher Aufnahmen zu Dokumentationszwecken. Aber auch dieses leicht eingerostete „fotografische Auge“ läßt sich wieder trainieren. Deshalb lese ich auch gerne Blogs, die sich mit Fototechnik beschäftigen. An dieser Stelle fasse ich deshalb schon mal zusammen: Ich stehe nicht deshalb lieber hinter der Kamera als davor, weil ich so schüchtern und unbeholfen wäre, sondern weil ich lieber selbst bestimmen möchte, wie ein Bild aussehen soll bzw. weil ich es liebe, mit verschiedenen Arten der Gestaltung zu experimentieren – und das funktioniert für mich nicht so gut, wenn ich das Modell bin.

Wie ich mich fühle, wenn jemand über mich schreibt, kann ich gar nicht so richtig einordnen, denn dazu gab es einfach viel zu wenige Gelegenheiten. Das eine Mal, als eine Bloggerin sich auf ihrem Blog öffentlich dafür bedankte, dass ich ihr den richtigen Tip gab, und ich mich auch prompt so gebauchpinselt fühlte, dass ich für den Rest des Tages wie auf Wolken ging, würde ich nicht als exemplarisch bezeichnen. Ich glaube, jeder ist für Lob anfällig, vor allem wenn es gerechtfertigt war. Wenn mir also jemand zu Recht ein Lob ausspricht, dann freue ich mich wie Bolle und feiere innerlich still und leise mit imaginären Sahnetörtchen und Partyhütchen“.

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Zeit-Stopp: 20:08 Uhr

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2 Kommentare zu “NaBloPoMo #6 : 6. Juli „Seitenwechsel“

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