NaBloPoMo #11 … 11.Juli „Fangemeinde“

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Eigentlich wollte ich diesen Beitrag zum NaBloPoMo schon gestern schreiben, aber übers Wochenende war ich verreist. Also schreibe ich meine Gedanken zu dem Thema „Fangemeinde“ nachträglich nieder. Die Frage lautete: „Wovon bist du Fan? Warum? Oder warum nicht?

19:46 Uhr – ab jetzt noch 20 Minuten…

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Irgendwie kam mir die Zusammenstellung der Fragen etwas obskur vor. Darum gehe ich zunächst mal nur auf den ersten Teil ein (wovon ich Fan bin). Da fällt mir als erstes Musik ein, danach Film. Fan war ich nämlich schon von so einigen Künstlern; in meiner Jugend waren das allerdings andere als heute.

In den 80er Jahren war das eine Band, die eine riesige Fangemeinde hatte, und ich habe wirklich alles, jeden Schnipsel von ihr gesammelt. Jede Schallplatte und jede noch so klitzekliene Neuveröffentlichung auf Vinyl mußte ich haben. Die Krönung war ein Konzert; und als sie mit ihrem größten Hit hier in Deutschland so richtig durchstarteten, da war ihr Ende auch schon gekommen, und sie löste sich auf.

Jahre später, im neuen Jahrtausend angekommen, gehörte mein Herz einer Band, die der breiten Masse unbekannt war; aber nicht nur, weil mich die Musik so sehr berührte, sondern vor allem deswegen, weil mir die beiden Leute darin so sympathisch waren und ich mit der Sängerin sogar kurzzeitig persönlichen Kontakt hatte. Leider ist auch diese Zeit schon wieder vorbei. Auch diese Band gibt es nicht mehr. Danach war länger Funkstille.

Und dann begann das, was ich am Fansein besonders spannend finde: Wenn ich einen Künstler oder eine Künstlerin entdecke, die nur wenige kennen und deren Werdegang ich mit Begeisterung verfolge – und wenn die betreffende Person endlich bekannt ist, dann freue ich mich für sie. Zuletzt erlebt mit Amy MacDonald. 2007 habe ich ihre Musik durch einen Zufall entdeckt, und als mein Mann und ich 2008 vier Wochen durch Schottland reisten, hatte sich die BBC das Intro einer ihrer Songs zur inoffiziellen TV-Hymne für die Olympischen Spiele auserkoren. Wir waren dann in den Jahren danach jedesmal bei ihrem Konzert, wenn sie live in Frankfurt und Offenbach spielte. Und ich erinnere mich heute noch, wie geschockt ich war, als ich einen Monat nach unserem letzten Konzertbesuch erfuhr, dass sie einen Schlaganfall erlitten hatte. Ich hoffte, dass sie sich wieder erholen möge. Im Moment weiß ich allerdings nicht, was sie gerade tut, aber ich denke, man kann sich nicht ständig über alles informieren, was der Lieblingskünstler so tut.

Vielleicht macht das nicht unbedingt einen echten Fan aus, aber solange ihre Kunst mir Freude bereitet, so lange bezeichne ich mich auch als Fan. Anderes, wovon ich Fan bin? Außer Musik (bei der mir auch andere Stilrichtungen und Künstler gefallen, z.B. Florence and the Machine oder Zola Jesus) noch Filme aus den 40er Jahren (heute läuft auf arte ein Klassiker mit Humphrey Bogar und Lauren Bacall), Science-Fiction-Serien (Doctor Who, Star Trek, Deep Space Nine) und andere Dinge, die das Leben verschönern (gutes Essen, Kunstausstellungen, Wanderungen in den Bergen, u.a.).

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August 2008 aufgenommen von meinem Mann – irgendwo zwischen Inverness und John O’Groats

Aber was mein Fanherz am höchsten schlagen läßt, das ist Schottland – die Landschaft, die Leute, der Whisky, die Gruselgeschichten… unsere vierwöchige Reise vor sieben Jahren waren die Erfüllung für uns.

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20:06 Uhr