NaBloPoMo #20 .. 20.Juli „Zuhause“

Zum zwanzigsten Mal möchte ich heute einen Beitrag im National Blog Posting Month (NaBloPoMo) innerhalb von zwanzig Minuten schreiben, diesmal zum Thema „Brauchst du eine home base? Was macht ein Zuhause aus?

(10:52 Uhr)

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Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muß“, hatte ich mir einst als Signatur für Forenbeiträge ausgesucht. Dass dieses Zitat heute passender denn je erscheint, ist wahrscheinlich kein Zufall. Denn so sehr ich manches Mal all die beneide, die all ihren Besitz aufgeben, um durch die Welt zu ziehen, so ungern möchte ich tief im Inneren das aufgeben, woran mein Herz hängt: ein Platz zum Leben, ein Platz zum Auftanken, ein Platz, um Ruhe zu finden. Das muss nicht zwangsläufig da sein, wo ich wohne, auch wenn ich mir dort meine kleine Insel geschaffen habe. Schon allein, abends einfach nur dazusitzen und den über den Himmel flitzenden Mauerseglern zuzuschauen, lässt mich wieder zur Besinnung kommen, nach all der Hektik des Tages.

Eine „home base“ alleine reicht mir jedoch nicht auf Dauer, und so haben wir uns ein weiteres Rückzugsgebiet geschaffen; eins, das nah genug bei einer Kleinstadt liegt, um sich mit dem Notwendigen zu versorgen, dennoch weit genug weg ist, um einmal etwas anderes zu sehen, als andere Menschen, Autos und dem ganzen Kram, den Zivilisation mit sich bringt. Ich möchte ihn nicht mehr missen, unseren Platz – unseren kleinen Rosengarten, der sich noch in den Kinderschuhen befindet. Was unsere kleinen Oasen jedoch auszeichnet, sind die Türen, die wir hinter uns zumachen können, wenn uns alles zu viel wird. Eine Wohnung oder ein Haus ohne Türen, ohne Privatsphäre, so wie in der Deep-Space-Nine-Folge „Das Paradies Experiment“, wäre für mich unvorstellbar, auch wenn ich oft alle Türen im Haus geöffnet lasse. Open Space, freier Raum, kann im beruflichen Umfeld wunderbar sein, möchte man nicht alle naselang von einem Hinernis ausgebremst werden; dennoch gibt es Momente, in denen ich einfach das Abgeschlossensein brauche wie die Luft zum Atmen, um nicht hibbelig zu werden.

Momenten, in denen der Hamster im Laufrad die Oberhand zu gewinnen droht, kann ich mit unterschiedlichen Strategien begegenen; sei es mit einem langen Waldspaziergang oder handwerklichen Tätigkeiten in Haus und Garten, sei es mit Sport im Studio um die Ecke, oder mit einer Tasse Tee auf dem Sofa, beim Hören einer Schallplatte und Beobachten unserer Terrarienbewohner, die sich ja auch ganz gerne zurückziehen und hektisches Gewusel gar nicht mögen. Und wenn draußen auf dem Flur hektisches Gewusel stattfindet, ist so eine Tür, die ich schließen kann, so unglaublich hilfreich.

Wie ein Nomade durch die Lande ziehen, das habe ich während der vergangenen Wochen schon einmal festgestellt, und ich bewundere jeden, der das gerne tut. Für mich ist es nicht das Richtige.

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(11:12 Uhr)

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