NaBloPoMo #21 … 21.Juli „Feierlaune“

Heute liefert der Schreibimpuls des National Blog Posting Month (NaBoPoMo) folgendes Thema: „Wie geht es dir in großen Menschengruppen, fühlst du dich belebt oder willst du lieber mit einem Buch in die Ecke kriechen?– Hier mein 20-Minuten-Statement (20:32)

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Glasspielerei

Definieren Sie „große Menschengruppen“. Bis wieviel Personen sind es noch kleine Gruppen? Gruppen sind für mich dann groß, wenn ich sie nicht mehr überschauen kann; ab fünfzig People wird’s für mich langsam unübersichtlich – aber ich glaube, es kommt nicht so sehr auf die Größe, sondern auf den Charakter der Veranstaltung an. Hochzeitsfeiern, Betriebsfeiern, Konzerte, Open-Air-Festivals, Geburtstagspartys, Klassenfahrten, Silvesterpartys, Theatervorstellungen, Reisegruppen … ich glaube, ich habe schon so einige Gruppenstärken und -zusammensetzungen erlebt, und es gab nur wenige Situationen, in denen ich gerne schon bald nach dem Beginn wieder verschwunden wäre. Betriebsfeiern zählen nicht dazu; da weiß ich in der Regel, wer alles kommt und mit wem ich mich dann auch unterhalte. Verschwunden bin ich von dort nur, wenn ich sehr erschöpft war, aber das war dann meistens der Fall, wenn die Band die Bühne betrat. Spät nachts sind ja auch die Möglichkeiten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu kommen, eher sparsam gesät.

Den Wunsch, im nächsten Mauseloch zu verschwinden, hatte ich da schon eher bei Hochzeitsfeiern, auf denen ich außer dem Brautpaar niemanden kannte oder bei Geburtstagsfeiern, auf denen sich irgendein Verwandter als Nervensäge gerierte.

Worauf ich aber nun wirklich getrost verzichten kann, ist die Wiederholung eines Erlebnisses, das uns leider auf einem Open-Air-Festival widerfahren ist: Wir gerieten zwischen zwei sich diametral aneinander vorbei bewegenden Menschenmassen bei aufziehendem Gewitter (der eine Teil wollte weg von der Open-Air-Bühne, der andere Teil in den Flugzeughangar) und wurden fast voneinander getrennt. Ich wage bis heute nicht, das Szenario bis zum Schluß in Gedanken durchzuspielen, denn zwangsläufig schieben sich die Bilder dazwischen, die die Medien über die Loveparadekatastrophe (24. Juli 2010) von Duisburg wochen- und monatelang verbreiteten. Oder was gewesen wäre, wenn auf der von mir rein zufällig besuchten Flugschau in Plymouth 2000 das gleiche passiert wäre wie am 28. August 1988 Ramstein…

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(20:52 Uhr)