NaBloPoMo #26 … 26.Juli „Schulzeit“

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Am 26. Juli des National Blog Posting Month (NaBloPoMo), der letzte der von mir übersprungenen Tage,ging es um ein Thema, das für mich nahe an „Die Feuerzangenbowle“ herankommt. In dem Film geht ein würdiger, gesetzter Herr, als Schüler verkleidet, noch einmal zur Schule. Und jetzt kommt die NaBloPoMo-Aufgabe:

Wenn du noch einmal in der Schule wärst, gibt es eine Sache, die du besser können möchtest? Gibt es etwas, was du bereust nicht richtig gelernt zu haben?“

(18:53 Uhr) – diesmal ohne Foto.

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Auweia, ich soll nochmal zur Schule gehen? Oder drehe ich das Rad der Zeit zurück? Ach, es gibt so vieles, was ich beizeiten hätte besser machen können, wie zum Beispiel dem Idioten, der mich jahrelang gepiesackt hat, rechtzeitig richtig Kontra geben. Und zwar mit Schmackes. Dann wäre mir die nervige Ablenkung in den naturwissenschaftlichen Fächern, insbesondere Biologie und Physik erspart geblieben. Vielleicht wäre ich dann auf die Idee gekommen, Forstwirtschaft, Meeresbiologie oder ähnliches zu studieren. Vielleicht auch Lichttechnik, denn das ist die Technik der Zukunft. Oder, oder, oder… Hätte Hätte Fahrradkette, um mit den Worten eines ehemaligen Kollegen zu sprechen.

Was ich auch gerne nochmal, diesmal aber richtig lernen möchte: Volleyballspielen und beim Schwimmen die Techniken „Kraul“ und „Schmetterling“ bzw. „Delphin“ – das hätte meinem Notendurchschnitt beim Abi vielleicht doch noch den Drive verpasst. Oder beim Geräteturnen den anderen eins vor und auf der Nase herumtanzen, dann wäre aus mir doch noch die Sportskanone schlechthin geworden, und ich hätte mich nicht der Demütigung des als letzten in die Mannschaft gewählten Schülers aussetzen müssen.

Ach, ich sehe schon: beim zweiten Beispiel versteige ich mich gerade in Ideen, wie ich bei anderen beliebter hätte werden können. Und ob das der richtige Weg ist? Es sollte doch um etwas gehen, was ich für mich tun kann und nicht für im Prinzip andere… Des öfteren habe ich auch schon mit dem Gedanken gespielt, wie es gewesen wäre, wenn ich statt Französisch Latein gelernt hätte. Das kann doch auch nicht so viel schwerer sein, und damit hätte ich echte Chancen, die Inschriften in den in Museen ausgestellten römischen Fundstücken lesen zu können.

Ach ja, ganz sicherlich würde ich nicht noch einmal den Fehler machen, jemanden anzuhimmeln, der gar nichts von mir will; und: ich würde von dem Schwimmbad, in dem ich schwimmen gelernt habe, noch einen Haufen Fotos machen und mir ein Erinnerungsbuch basteln. Aber ich glaube, das war mit dem Thema nicht gemeint. Und schließlich komme ich noch zu meinen letzten Schuljahren. Mit dem Abitur in der Tasche hätte ich auch Bibliothekswissenschaften studieren können; nur hätte ich dazu nach Karlsruhe gemußt, und das wollte ich damals nicht. Vielleicht hätte mir das sogar gutgetan und ich wäre früher selbständig geworden.

Eins führt mir diese ständige Wiederholung von Vielleichts vor Augen: mit dieser Auswahl bin ich, ehrlich gesagt, überfordert – und deshalb beschließe ich, dass es so, wie es bisher gelaufen ist, zwar nicht das Optimum erreicht wurde, aber wer weiß, was mir an Gutem alles entginge, würde ich einen gänzlich anderen Weg einschlagen. Und darum verzichte ich darauf, meine Schulzeit noch einmal aufleben zu lassen, um alles anders zu machen.

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(19:09 Uhr) — Hui, das sind diesmal sogar weniger als zwanzig Minuten; ein prima Ausgleich für das Thema vom 27. Juli. Da habe ich die Zeit nicht gestoppt und garantiert länger an dem Text gesessen.

NaBloPoMo #25 … 25.Juli „Freunde“

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Nur noch zwei Beiträge zum National Blog Posting Month (NaBloPoMo), innerhalb von zwanzig Minuten geschrieben, haben bisher noch gefehlt – und zwar die für den 25. und 26. Juli. Diese folgen nun, nach und nach.

Copyright : Ulrike Sextro

Copyright : Ulrike Sextro

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Am 25. Juli hatte mich die NaBloPoMo-Liste (National Blog Posting Month) vor folgende Aufgabe gestellt: Beende den Satz: “Mein engster Freund ist…”

 

(18:07 Uhr)

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Gute Freunde soll man niemals trennen? Ein Freund, ein guter Freund, das ist das schönste, was es gibt auf der Welt. La La La. Nun ja, gesungen und gedichtet wurde ja schon viel – auch Tiere konnten da schon mal die Rolle des Freundes einnehmen („der Hund bleibt mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde“), und davon mag man halten, was man will. Was unterscheidet für mich Freunde von Bekannten? Bekanntschaften auf Internetplattformen wie zum Beispiel WKW (das es nicht mehr gibt), Twitter, MySpace oder Facebook, sind für mich nicht zwingend notwendig Freunde.

Freunde, das sind die Menschen, die mir vertraut sind, die einem nicht böse sind, wenn man sich länger nicht gesehen hat. Menschen, mit denen ich mich auch ohne große Worte verstehe, und mit denen ich mich im Einklang fühlen kann. Die kann ich aber auch übers Internet kennengelernt haben – und manche meiner Freunde treffe ich wiederum nicht im Internet. Klingt kompliziert? Gut, ich füge an dieser Stelle die nächste Stufe hinzu: Engen Freunden, und dabei spielt es keine Rolle, wie lang wir uns kennen, habe ich schon so manche Gedanken und Träume anvertraut. Und da reichten schon wenige Momente nach längerer Abwesenheit, um die alte Vertrautheit wieder aufblühen zu lassen.

Komme ich nun auf den „engsten Freund“ zu sprechen, wird die Luft schon ziemlich dünn. Denn an der Spitze der Pyramide „Bekannte – Freunde – enge Freunde – engster Freund“ hat nur eine Person Platz, und das ist nicht die Freundin aus Kindertagen, der ich zeitweilig entfremdet war, sondern – wer hätte das gedacht…. Mein über alles geliebter Mann.

Also: “Mein engster Freund ist mein Mann”

Wenn ich besonders kitschig sein möchte, sülzete ich die Zeilen mit dem schon so oft strapazierten Begriff vom Seelenverwandten voll; dennoch ist es verblüffend, wie kurz mit die Zeit vorkommt, die wir uns schon kennen (als ob es erst gestern und nicht schon 2000 gewesen wäre), und doch spricht oft der eine aus, was der andere denkt (was m.E. nur funktioniert, wenn man einander schon lange kennt. Oft träumen wir sogar fast das Gleiche – seltsamerweise zeitlich parallel mit einer lieben Freundin in Bayern, die wir auch schon lange nicht mehr gesehen haben.

Und mit wem kann ich über den größten Dummfug blödeln oder einfach nur so daliegen und den Wolken nachschauen und dabei über Gott und die Welt sinnieren – oder in Erinnerungen an * ähem * Werbesprüche schwelgen, die uns seit unserer Kindheit ins Gedächtnis eingebrannt sind? Bei diesen Zeilen komme ich mir doch gleich zwanzig Jahre jünger vor und hoffe, dass wir uns beide noch lange das innere Kind erhalten mögen.

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(18:27 Uhr)

NaBloPoMo #24 … 24.Juli „Museal“

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Drei Beiträge zum National Blog Posting Month (NaBloPoMo), innerhalb von zwanzig Minuten geschrieben, haben bisher noch gefehlt – und zwar die für den 24., 25. und 26. Juli – ich muß gestehen, ich war zum einen noch nicht so weit, und zum andern war am Freitag ein kulturelles Programm angesagt; über dieses habe ich heute ohne Internetzugang geschrieben und außerdem meinen Beitrag für den 27. Juli vorbereitet.

Nun folgen die übersprungenen Beiträge, und mit dem, der für den letzten Freitag vorgesehen war, fange ich an – wie passend, denn genau an jenem Tag waren mein Mann und ich bei einer Veranstaltung im Rahmen der „Tage der Industriekultur Rhein-Main“

Der Schreibimpuls stellt mir unter dem Motto „Museal“ die folgende Aufgabe: „Im Jahr 2115 wirst du von einem Museum gefragt, ob du die Einführung zu einem Katalog über Leben & Kultur im Jahr 2015 schreiben möchtest. Was schreibst du?

(17:27 Uhr)
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Hektik und Stillstand, alt und neu, Fortschritt und Rückschritt, Kommunikation und Schweigen – mit unserer Ausstellung „Infinity Loop : Offene und verborgene Gegensätze“ möchten wir eine Zeit herausgreifen, die nun hundert Jahre zurückliegt. In einer Welt, die sich immer rasanter drehte, bildeten sich kleine Inseln und Nischen, in denen man Atem schöpfen und einen Kontrapunkt zu all der Hektik und dem „Jede-Woche-eine-neue-Welt-Prinzip“ setzen wollte. Mutige Menschen, die den Glauben an ein Leben ohne das allgegenwärtige Ex und Hopp noch nicht verloren hatten, suchten nach Wegen, um beispielsweise dem sich immer schneller drehenden Modekarussell zu entkommen und auf Schonung der Ressourcen zu setzen. Sie mixten altes mit neuem und schufen einen Stil, der Modernität und Wertigkeit in einem verkörperte.

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Copyright : Ulrike Sextro

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Charakteristisch für 2015 war jedoch auch die Verwischung von Grenzen zwischen beruflichem und privatem bis teilweise hin zu ihrer Auflösung: immer auf dem Sprung und ständig erreichbar sein zu müssen. Die Art der Kommunikationsmittel: modernste Technik, gekleidet in nostalgische Optik und Klangfarben. Wie Menschen miteinander kommunizieren: Der Blick in mobile Geräte ersetzt den Blick in die Augen des Gegenübers, nach Restaurants fragt man nicht mehr Menschen auf der Straße, sondern eine Applikation auf dem mobilen Kommunikator…

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Copyright : Ulrike Sextro

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Elektronik war allgegenwärtig. Auch in der Musik bediente man sich gerne der allerneuesten Technik, trachtete aber danach, so zu klingen wie Jahrzehnte zuvor. Der herkömmliche, hausgemachte Song nach dem Schema „Strophe, Refrain, Strophe“ schien ausgedient zu haben. Erfolgreich waren jene, die einzelne Passagen herausgriffen, um diese sich in scheinbar endloser Abfolge wiederholen zu lassen – Endlosloops zu wahlweise entspannten oder schnellen Beats“; Versatzstücke der Vergangenheit, aufpoliert und zu neuem Glanze verholfen…

Mit unserer Ausstellung haben wir einen kurzen Querschnitt durch Mode, Musik, Technik und Kommunikation im Jahre 2015 zusammengestellt und laden Sie herzlich zu einer Reise in die nicht all zu ferne Vergangenheit und wünschen Ihnen erhellende Einblicke in das Lebensgefühl von 2015 .“

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(17:47 Uhr)

NaPoBloMo #27 ,,, 27.Juli „A bis Z“

Drei Beiträge zum National Blog Posting Month (NaBloPoMo), innerhalb von zwanzig Minuten geschrieben, fehlen noch – und zwar die für den 24., 25. und 26. Juli – ich muß gestehen, ich war zum einen noch nicht so weit, und zum andern war am Freitag ein kulturelles Programm angesagt; über dieses habe ich gestern ohne Internetzugang geschrieben und außerdem meinen Beitrag für den 27. Juli vorbereitet. Allerdings habe ich dabei nicht auf die Uhr geschaut.

 

Schreibe einen Text (Kurzgeschichte, Gedicht, Non-Fiction), der 26 Sätze enthält. Der Satz beginnt mit “A”, der zweite mit “B” usw.

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Auf einem Ast saßen zwei Krähen. Beide waren äußerst mißgestimmt. „Croax! Croax!“ krächzte die eine.“ Die andere starrte mißmutig vor sich hin, bevor sie zu jammern begann: „Es ist zum Auswachsen – seit Tagen schon diese Affenhitze, da wird man ja im eigenen Federkleid gesotten und geschmort.“ Fix und fertig sah sie aus.

Gerne hätte sie einen ordentlichen Kälteeinbruch mit Blitz und Donner gehabt. „Halb soviel davon wäre auch gut gewesen“, setzte sie hinzu.

Ich weiß nicht, ich weiß nicht“, erwiderte die erste. „Jammern hilft ja doch nichts…“

Klagen wird man ja wohl noch dürfen!“ empörte sich Krähe Nummer zwei.

Leider biß sie damit bei der ersten auf Granit. „Meine Laune ist auch wegen dieser Hitze im Keller, aber was können wir schon tun – das Wetter ändern?“ kam von dieser zurück.

Nichts tun zu können, macht mich wahnsinnig, aber der Ärger muß raus, sonst drehe ich noch durch.“ krächzte die zweite als Erwiderung.

Ob es woanders kühler ist?“ sinnierte die erste, die dem Gejammer nur mit halbem Ohr gefolgt war und ihre Gedanken gen Norden schweifen ließ, wo sie einst zur Welt gekommen war und lange Jahre gelebt hatte, bis es ihr in den Sinn gekommen war, in wärnere Gefilde aufzubrechen – ohne zu ahnen, dass sie damit unbewusst in ein Wespennest gestochen hatte, denn sonst hätte sie keine derartige Reaktion erwartet… Prima Idee, lass uns hinfliegen – am besten gleich an den Nordpol!“ – der Sarkasmus in den Worten der zweiten war unverhohlen offen; als ob sie das völlig Unmögliche vorgeschlagen hätte.

Quatsch mit Soße… Nordpol – warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt nur eine halbe Tagesreise von uns entfernt, und da gibt es Wälder so weit das Auge reicht; und das Wasser in den Seen ist so rein und klar, davon träumst du hier nur!“

Richtig toll klingt das… jetzt werde ich wirklich gleich neidisch… aber warum eigentlich nicht, was haben wir schon zu verlieren?“ lenkte die bisher so heftig schimpfende plötzlich ein.

So erhoben sie sich in den Abendhimmel und schlugen einen nördlichen Kurs ein. Tief unter ihnen brütete das Land in der noch immer flimmernden Sommerhitze des langsam dahinscheidenden Tages.

Und nach und nach schwand das Licht, um der heraufziehenden Nacht zu weichen. Vereinzelt schwirrten die ersten Fledermäuse aus, auf der Suche nach Beute, und derer gab es reichlich, denn viele Insekten waren ebenfalls unterwegs. Wie von Zauberhand, erschienen sie, tausende und abertausende Glühwürmchen, und tanzten einen Reigen, der seinesgleichen suchte. Xanadu hätte kaum größere Wunder bieten können, und staunend zogen die beiden schwarzen Gesellen, die vorher noch so verstimmt ihr Schicksal beklagt hatten, in ehrfürchtigem Schweigen auf ausgebreiteten Schwingen ihre Kreise.

Yes, my dear“, wisperte irgendwann Krähe Nummer zwei, „das war wirklich eine gute Entscheidung.“

Zu wissen, dass man recht hat, ist immer ein gutes Gefühl, dachte die erste still und leise für sich und überließ ihrer Begleitung nur zu gerne das letzte Wort.

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Beiträge 24-26 folgen nach.