Unsortierte Gedanken : Es fährt ein Zug. Nach nirgendwo.

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Copyright : Ulrike Sextro

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Es fährt ein Zug nach nirgendwo? Ach, wenn er denn doch käme… Fahren mit der Bahn: ein schier unerschöpflicher Quell der Freude und Begeisterung. Wenn es nicht ein alles lahmlegender Streik ist, dann wird irgendwo auf der Strecke gebaut und gebuddelt. Aktuell ein neues Stellwerk, und zu diesem Behufe ist der S-Bahn-Tunnel in Frankfurts Stadtmitte gesperrt: vom 25. Juli bis 25. August. Oder so ähnlich. Denn ich ahne es jetzt schon: vier Wochen werden nicht reichen.

Genießen Sie Ihr Leben in vollen Zügen. Fahren Sie mit der Regionalbahn. Oder mit der umgeleiteten S-Bahn, die garantiert auf Sie wartet. Oder auch nicht. Oder ganz ausfällt. Oder… Ach, am besten nehmen Sie sich Zeit und vertrauen Sie nicht darauf, dass der Durchgang, den Sie bisher zur Abkürzung immer genommen haben, während dieser vier Wochen benutzt werden kann. Machen Sie sich statt dessen darauf gefasst, dass ihnen der Zugang zum Bahnsteig für die stadteinwärts fahrenden S-Bahnen verwehrt bleibt und Sie sich eine neue Abkürzung suchen müssen.

Gehen Sie nicht über Los... und hoffen Sie nicht darauf, dass Ihr Zug auch tatsächlich an dem Gleis abfährt, das Sie mit hängender Zunge erreicht haben, weil Sie sich durch einen Haufen unorientierter Fahrgäste drängeln mussten. Seien Sie sich stets bewusst, dass beispielsweise die Anzeigentafel auf Gleis 10 als kommenden Zug den nach Erbach im Odenwald (Abfahrt 16:38 Uhr) anzeigt, um während einer unverständlichen Durchsage um exakt 16:40 Uhr auf den Zug nach Bad Soden-Salmünster zu wechseln, der um 17:02 Uhr abfahren soll. Wenn Sie einen gekonnten Sprint hinlegen, schaffen Sie es vielleicht noch, den Zug um 16:41 Uhr nach Wächtersbach zu erreichen, der auf Gleis 12 abfahren soll – nach Plan.

Ja, mach‘ nur einen Plan und sei ein großes Licht. Und dann mach‘ einen zweiten – geh’n tun sie dann beide nicht.“ 

Schön, dass wir drüber gesprochen haben. Ach, übrigens: Wer weiß, von welchem Dichter dieses Zitat stammt, bekommt von mir die Newtonsche Glühbirne verliehen und erhält meine Hochachtung für das Zuendelesen dieses von Sarkasmus durchzogenen Textes. Und falls doch nicht: den Versuch war es wert.

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