NaBloPoMo #29 … 29.Juli „Zwischenbilanz“

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Nun ist der National Blog Posting Month (NaBloPoMo) schon fast wieder vorbei, und heute kommt das, was ich nicht ganz so gern tue, nämlich eine Art Jahresrückblick zu schreiben – nach dem Motto „Schreibe einen Post über das Jahr 2015 …so far

Aber – wegen einiger Wörter im Text besteht akute Triggergefahr. Wer es nicht aushält, über die Worte „Krebs“ oder „Apokalypse“ oder denglischen Mischmasch zu stolpern, der sollte es unbedingt vermeiden, meine Zwischenbilanz mit negativen Charakterzügen zu lesen. (20:11 Uhr)

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Einiges ist geschehen, das mir gezeigt hat, dass Planung nicht funktioniert. Hat es schon letztes und vorletztes Jahr nicht, nur habe ich mir da noch erfolgreich einreden können, dass die Veränderungen, die mein Leben betreffen, vielleicht doch irgendwo einen Sinn haben. Dass dieses Spiel nicht ewig so weitergehen würde, hätte ich mir schon früher klarmachen können, dachte aber, vielleicht hast du ja diesmal Glück. Nun gut, berufliche Veränderungen an sich können durchaus etwas für sich haben – wenn sie zur Unzeit kommt, ist das nicht mehr ganz so angenehm.

Unzeit: auch ein Wort, das mich grübeln lässt. Was ist der Unterschied zwischen Zeit und einer Unzeit? Genauso könnte ich fragen, ab welcher Größe eine Favela keine Favela mehr ist, sondern ein Stadtteil (wenn auch ein verwahrloster)? Gerade gestern habe ich eine kurze Reportage über Sao Paulo gesehen, und was mich daran ziemlich beeindruckt hat, war die Größe der immer näher an die Wohnviertel der Reichen heranrückenden Favela (ich glaube, sie nimmt inzwischen an die 65% des Stadtgebietes ein) – nahezu unkontrolliert, ähnlich einem Krebsgeschwür breitet sie sich aus.

Womit ich den Kreis schließe zu dem größten Einschnitt in meinem Leben: die Diagnose Krebs, die mein Mann Ende März gestellt bekam. Welchen Sinn soll diese Veränderung, bitte schön, haben? Von einer Sekunde auf die andere ist nämlich nichts mehr, wie es war. Der Boden bricht einem förmlich unter den Füßen weg. Apokalypse für die Gedanken – der Super-GAU oder ein schwarzes Loch; so fühlt es sich an, und irgendwann später fragt man sich, was überhaupt noch wichtig ist im Leben.

Es mag abgedroschen klingen, aber was ich bis jetzt „so far“ gelernt habe: das wichtigste im Leben ist die Gesundheit (für kein Geld der Welt kann man sie kaufen) und die gemeinsame Zeit, die man mit dem wichtigsten und liebsten Menschen ever verbringt. Die versäumten Stunden, die bringt dir nichts mehr zurück – Zeit nicht, und Geld erst recht nicht, auch wenn es sicherlich beruhigend ist, ein finanzielles Polster zu haben.

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(20:31 Uhr)

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