August 2015 — #2 : Hurra! Offenbach wird autofrei.

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Ein weiterer Erlebnissplitter aus der zweiten Woche meines zweiwöchigen Urlaubs. Spoiler Alert! : Die Überschrift ist ironisch gemeint; das sage ich nur, bevor doch noch jemand auf die Idee kommen könnte, diesen Spruch für bare Münze zu nehmen.

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Ich hatte eine Plakette. Eine abgelaufene. Vom TÜV; dieser ist für so manchen alle zwei Jahre ein Quell unerschöpflicher Freude; welch‘ Spannung, wenn man sich die Frage stellt: „Wird es mein Auto noch einmal schaffen, oder wird der TÜV uns diesmal scheiden?“ Und was, wenn man den Termin verschläft? Bei mir wäre die Untersuchung im Juli fällig gewesen, aber warum auch immer – ich hatte ihn verpasst und durfte Anfang August vorfahren.

Ein Blick unters Auto hatte mir ja schon nichts gutes verheißen, doch was der nette Mann in unserer Werkstatt mir mitteilte, war dann doch nicht das, was ich erwartet hatte. Rost am Rahmen, ja – aber dass der Rahmen genau dort komplett durchgerostet war, wo Motorblock und alle relevanten Teile aufgehängt sind, war dann doch der Super-GAU. Damit konnte mich er noch nicht einmal zum TÜV lassen, und eine Reparatur wäre so exorbitant teuer gewesen, dass der Kauf eines neuen Autos die bestmögliche Option war.

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mein altes Auto

mein altes Auto

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Ein neues Schätzchen war schnell gefunden. Ein gebrauchter 70 PS starker Kleinwagen, Baujahr 2009, mit 30.000 Kilometern auf dem Tacho, mit Klimaautomatik und Zentralverriegelung, inclusive eines Komplettsatzes Winterreifen – für faire 3800,– Euro (inclusive neuem TÜV und Kratzerbeseitigung), und für 90,– Euro obendrauf wurde das Wägelchen von dem netten Autohändler auch noch zugelassen. Herz, was willst du mehr? Hach, seufzt es da: Eine zügige Abwicklung wäre jetzt noch schön, wenn nicht….

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mein neues Auto

mein neues Auto

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Ja, wenn nicht das Offenbacher Bürgerbüro wäre. Kundenabschreckende Öffnungszeiten und Personalmangel zeichnen es aus. Kostprobe gefällig? Bitte, gerne: Montag bis Mittwoch, sowie freitags ist von 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr geöffnet, an Donnerstagen von 15:00 Uhr bis 18:00 – dann aber nur, wenn man einen Termin vereinbart hat – und wie’s an Samstagen aussieht, darüber schweige ich lieber. „Haben Sie einen Termin?“ durfte mein Händler sich anhören, „Nein? Dann warten Sie mal eine Woche – das wird von uns nach und nach bearbeitet…“ Äh. Ja. Hä??? Ach ja, und Privatpersonen dürfen sich übrigens auf eine Wartezeit von drei bis vier Wochen einstellen. Fast könnte man auf den Gedanken kommen, dass man so die Menge der Neuzulassungen reduzieren kann. Autofreie Zonen sehen anders aus. Har Har Har. Harrrrrrrrrrrrr!  ——- Ieeeek?!!! ——- Das darf doch wohl nicht euer Ernst sein!

Da ist es ja fast nur noch einen kleinen Aufreger wert, dass mein Ausweis und alle wichtigen Papiere in eine Tüte wanderten, die dort in Warteposition aufgehängt, der weiteren Abarbeitung harrten. Wie der nette Herr S. es hinbekommen hat, dass ich mein neues Fahrzeug dann doch noch in der selben Woche in Empfang und zu einem Viertel betankt entgegennehmen konnte, konnte ich so genau nicht in Erfahrung bringen, ist im Endeffekt aber auch von eher untergeordneter Bedeutung.

Ich hatte eine abgelaufene Plakette. Jetzt hab‘ ich eine neue. Und wäre das Fernsehen an meiner Geschichte interessiert gewesen, so hätte ich sie mit Freuden zu dem Thementag „75 Jahre Automobil“ beigesteuert, den 3Sat am vergangenen Sonntag im Programm hatte.

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