Unsortierte Gedanken : take a picture, it lasts longer

Wir sagen euch an, den vierten Advent – sehet, die vierte Kerze brennt… Ähem; nur vier Kerzen? Irgendwie scheinen wir zu den Menschen zu gehören, denen ein Kerzlein auf dem Adventskranz nicht genug ist, und darum haben wir in den letzten Wochen Haus und Garten dekoriert, was das Zeug hielt. Um mal eine Zahl in den Raum zu werfen: es sind an die 1200.

Und, um bei dem berühmten Satz „und immer wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“ zu bleiben: Kaum hatten wir heute die Küche mit einer Lichtkaskade verschönert, tauchte im Keller eine zehn Meter lange Kette mit bunten Kugeln auf.

 

 

Irgendwie kamen wir nämlich auf das Thema „Weihnachtsstimmung“ zu sprechen und fragten uns, was das eigentlich ist. Für uns scheint es etwas anderes zu sein, als das, was wir in den vielen stimmungsvollen Werbefilmchen in Fernsehen und Internet zu sehen bekommen.

Schnee? Och nö, auf Schippen hat keiner von uns Lust, und die Bahn funktioniert da auch dann immer so schlecht. Viele Leute rund um einen festlich gedeckten Tisch, und alle sind in ihre besten Kleider gehüllt? Hm, schwierig – oute ich mich jetzt als Grinch, wenn ich zugebe, dass ich mich so gar nicht aufbrezeln mag und lieber in Leggins und Pulli auf der Couch chille (womit sich so für mich auch das Thema „Weihnachtskleid“ erledigt hätte) ? Wer es gerne so richtig festlich mag, soll nach Herzenslust feiern, bis das Lametta zu Konfetti mutiert, und ich wünsche allen, die Lichterglanz und opulente Menüs zelebrieren möchten, alles gute und viel Spaß.

Für mich gibt es Weihnachts- bzw. Adventsstimmung in homöopathisch kleinen Dosen oder Häppchen. Ein Kurzbesuch unseres Weihnachtsmarktes mit Verzehr von Eierpunsch und Nierenspieß gehörte für mich dieses Jahr ebenso wieder dazu wie das Arrangieren von Kirschzweigen am Barbaratag (4. Dezember) in einer Vase auf der Fensterbank; heuer waren es so viele Zweige, dass ich einen Teil zu Hause und einen Teil im Büro aufstellen konnte. Wenn alles klappt, erwarten mich an Heiligabend, wie bereits im letzten Jahr, die schönsten Kirschblüten, und im Büro wird dann die berüchtigte Weihnachtsgurke ihren Platz in den Zweigen finden.

 

Gesundheitsbedingt kommen wir auch so schlecht zur Christmette aus dem Haus? Meine Mutter ist da pragmatischer: das ZDF überträgt ja jeden Sonntag und an den höchsten christlichen Festen Gottesdienste – die schaut sie sich dann gemütlich im Fernsehen an. Außerdem wird die Kirche bekanntlich an Heiligabend überquellen, vor lauter Leuten, die dort eher seltener auftauchen; da habe ich für mich die Lösung für das Dilemma gefunden, zumal ich ja auch nicht durch häufiges Erscheinen in der Kirche glänze. Aber dieses Jahr ist mir einfach mal danach. Übermorgen gibt es in der Gemeinde um die Ecke eine Frühmesse um 6:30 Uhr, auch Roratemesse genannt. Und an der möchte ich dann gerne teilnehmen, bevor ich zur Arbeit fahre.

Ein wenig Kerzenschein in der Dunkelheit und feierliche Musik, und ich kann wieder Kraft tanken. Und was die Musik angeht, so lese ich immer wieder gerne, welche Hits andere Menschen an Weihnachten gerne hören; die Tage las ich in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung, dass der größte Teil der Redaktion „Fairytale of New York“ von den Pogues und Kirsty MacColl zu dem Weihnachtslied auserkoren hat. Jo, das gefällt mir auch, aber es gibt Lieder, die für mich mindestens genauso stimmungsvoll sind. Auf meiner „Playlist“ findet sich das immer wieder gerne genommene „All I want for Christmas“, aber nicht von Mariah Carey, sondern in der Fassung, die im Film „Tatsächlich Liebe“ in der Schulaufführungsszene erklingt. Außerdem höre ich an Weihnachten gerne wieder die Don Kosaken, „Halleluja“ von Alexandra Burke und – ganz großes Gefühlskino: „Angel“ von der Kelly Family.

Welches Lied sich aber unauslöschlich in meine Erinnerungen eingegraben hat, obwohl es mit Weihnachten überhaupt nichts zu tun hat, ist „Time to say good-bye“ von Andrea Boccelli und Sarah Brightman, weil ich an jenem Tag gerade beim Schmücken des Weihnachtsbaumes war und laut mitgesungen habe.

Time to say good-bye? Nicht zu Freunden, anderen Menschen oder dem Bloggen, sondern zu einem Jahr, das mehr Tiefen als Höhen vorzuweisen hatte – in der Hoffnung, dass das kommende Jahr besser verlaufen möge.

 

 

 

 

 

 

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