Goldfischli : nach dem Projekt ist vor dem Projekt

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Nach dem Projekt ist vor dem Projekt, und weil mir in der ganzen Zeit, in der ich mein grünes Abendkleid aus Satin genäht habe, der im Oktober 2015 in Würzburg erworbene Goldfischli-Stoff vor der Nase lag und unhörbar „vernäh mich so schnell wie möglich“ rief, habe ich beschlossen als nächstes eine Bluse daraus zu nähen.  Das passende Modell habe ich in der aktuellen Ausgabe von „La Maison Victor“ gefunden – es ist das Top „Pam“

 

Bleibt zu hoffen,  dass dieses Schnittmuster besser zu meinen Maßen passt als die ersten beiden Versuche, die ich mit Oberteilen aus diesem Verlag durchgeführt habe.

 

 

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# 12 letters of handmade fashion : Februar – Finale

 

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Nun ist das Kleid endlich präsentierfertig, für den Monat Februar, im Rahmen des Projekts „12 letters of handmade fashion“ – diesmal auf dem Blog von tagtraeumerin. Es ist ein

                                                               J

und obwohl Jeans oder Jersey das Naheliegende gewesen wäre, kam mir bei diesem Buchstaben als erstes eine Farbe in den Sinn; und so werfe ich mein Jadegrünes Abendkleid ins Rennen, auch wenn ich im Moment nicht weiß, zu welchem Anlass ich es tragen soll und ich zeitweilig beim Nähen ins Fluchen kam.

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Ich weiß nämlich nicht, wie oft ich die Nähte an diesem Kleid aufgetrennt und wieder zusammengefügt habe; das Unheil hatte seinen Lauf bereits bei der AnNäherung im Januar genommen, wo ich den Reißverschluß derart vermurkst hatte, dass ich ihn auf 60 Zentimeter Länge heraustrennen durfte, nur um festzustellen, dass das Kleid insgesamt viel zu eng war und einer Wurstpelle glich.

Das Zaubermittel dagegen (zumindest bei diesem Modell): beide Seitennähte auftrennen! Was für ein Spaß – schließlich ist das Kleid bodenlang, und das kann dauern. Anschließend habe ich auf jeder Seite einen Zentimeter Stoff zugegeben, und so schrumpfte die Nahtzugabe von 1,5 cm auf einen halben Zentimeter Breite. Aber jetzt ist an Brust und Hüfte endlich genügend Platz, um mich bewegen zu können, ohne die Luft anhalten zu müssen. Hach, es ist großartig, frei zu sein!

Widmen wir uns nun den Feinheiten, den Besatzstreifen für den Ausschnitt. Die Schrägstreifen aus dem Kleiderstoff hinzubekommen, war eine ziemliche Fummelei, auch wenn der Satin sich als weniger widerspenstig als zunächst befürchtet entpuppte. Nachdem ich dachte, dass ich diese Hürde endlich gemeistert hatte, zog ich das Kleid auf die Puppe und stellte mit Schrecken fest, dass ich am Vorderteil einen deutlich sichtbaren Versatz in der Höhe hatte, während es am Reißverschluß in der Mittte des Rückenteils passte. Dumm gelaufen, denn – man wird es schon erraten haben – ein erneutes Auftrennen war angesagt. Fehlte nur noch das Einsetzen der Ärmel, samt Einfaßstreifen.

Anstatt die Ärmel zwischen den mit Sternchen markierten Stellen einzureihen und eingekräuselt einzunähen, habe ich sie in kleine Fältchen gelegt – und auf die Einfaßstreifen habe ich komplett verzichtet. Statt dessen habe ich die Säume per Hand nach innen mit Blindstich festgenäht; bis ich Knopf und Schlaufe am Ausschnitt befestigen konnte, wurde es 19 Uhr. Die anschließende Fotosession im Flur bei Kunstlicht führte leider – warum auch immer – zu nicht gerade meisterlichen Aufnahmen. Aber Hauptsache, ich habe das Kleid fertigbekommen und konnte es noch rechtzeitig vor Beginn des Films „Der Große Gatsby“ anziehen. Und nun bin ich auf die anderen Werke zu dem Buchstaben J und den nächsten Buchstaben, der am kommenden Dienstag gezogen wird, gespannt.

Unsortierte Gedanken : Wir steigern die Kinoquote …

… beziehungsweise: wir haben es vor.

Die Dr.-Who-Sondervorstellung „The husbands of River Song“ im Cinemaxx am 28. Januar dieses Jahres war unser letzter Kinobesuch, und eigentlich hatten wir am vergangenen Freitag vorgehabt, mit „Kino kulinarisch – Picknick mit Bären“ unsere persönliche Kinoquote im Verhältnis zum Vorjahr um 100% zu steigern. Damals hatten wir uns den Film „Fünf Zimmer, Küche, Sarg“ im Bolongaropalast in Höchst ausgesucht und uns köstlich amüsiert; diesmal hatten wir bei Dr.Who auch unseren Spaß. Das lag nicht nur daran, dass sich an den Film zwei sogenannte Confidentials (auf DVD wäre dies das Bonusmaterial) anschlossen, sondern auch wegen einiger Kinobesucher, die sich dem Anlass entsprechend kostümiert hatten: das eine Kind als Timelord mit Fez auf dem Kopf, das andere als Dalek. Einzig die unmittelbare Umgebung des Kinos war nicht sehr einladend, aber gut – als Fan nimmt man auch das in Kauf.

Und nun „Kino kulinarisch“, ein Film, auf den ich mich schon die ganze Woche gefreut hatte, nachdem ich den Trailer gesehen hatte – und das beste daran: vor der Vorstellung lockten Speis‘ und Trank. Ich zitiere aus dem Programm, das auf der Homepage des Museums veröffentlicht wurde:

Picknick mit Bären (A Walk in the Woods, Ken Kwapis; USA 2015, 101 Min., FSK: ab 6 Jahren) – Honig x Ziegenkäse x Chili con/sin Carne – 12. Februar 2016 : „ … die beiden Wanderer sind im hohen Rentneralter und haben sich den rund 3.500 Kilometer langen „Appalachian Trail“ quer durch die USA zur Aufgabe erklärt. Der eine drahtig-ehrgeiziger Reiseschriftsteller, der andere gemütlich-adipöser Schlendrian. Dass allerdings Robert Redford und Nick Nolte gemeinsam in ebendiese Wanderstiefel steigen, macht den Film zu etwas ganz und gar Einzigartigem.“ – so viel zum Film.

Was das leibliche Wohl angeht, zitiere ich folgendermaßen: „Und während die beiden Schritt für Schritt die Berge hoch ächzen und vornehmlich Trockenfleisch und Doseneintöpfe verspeisen, verfeinern wir dieses kulinarisch eher bescheiden ausfallende Picknick zu einem standesgemäßen Kino Kulinarisch-Schmaus. Für Bärenhunger halten wir Salate mit in Honig gratiniertem Ziegenkäse bereit, als Hauptgericht grüßt hausgemachtes Chili con (bzw. sin) Carne aus regionaler Wildnis. US-landestypisch reichen wir hierzu natürlich Sour Cream, Cheddar und Cornbread. Ach ja, als Nachtisch gibt es Apple Pie, natürlich mit perfekt gereiften Beeren. Einfach unentbärlich!“

 

Angeblich sollte es keine Reservierungen geben, aber als ich mich gegen halb sieben in die lange Schlage vor dem Museum einreihte, stellte sich heraus, dass sich die Mehrheit bereits Karten im Vorverkauf gesichert hatte und die Veranstaltung seit Tagen ausgebucht war. Na super… Gnarf! An dieser Stelle fühlte ich mich, als hätte mir jemand einen gewaltigen Bären aufgebunden. Aaaaaaaargh! Aber was tun? Sich weiter aufzuregen, brachte uns auch nicht weiter. Aber nun waren wir schon einmal in der Innenstadt, der Hunger wuchs mit jeder Minute, und wir hatten keine Lust, den Abend so früh bereits zu beenden. Also schwangen wir uns auf unseren Scooter und nahmen Kurs auf unsere Lieblingskneipe, wo es leckeres belgisches Bier gibt, um dort Muscheln zu essen. Nach Abschluß des deliziösen Mahls gönnten wir uns zu Hause dann noch eine Runde Dr. Who und segelten gemeinsam ins Traumland.

# 12 letters of handmade fashion : Februar – Ankündigung

Nachdem auf dem Blog von tweedandgreet 93 Werke im Rahmen des Projekts „12 letters of handmade fashion“ zu sehen waren, ist jetzt der nächste Buchstabe für den Monat Februar gezogen worden. Es ist ein

                                                J

und gezogen wurde er auf dem Blog von tagtraeumerin. Zur Erinnerung: An jedem Monatsersten wird bei den Bloggerinnen, die dieses Projekt ins Leben gerufen haben, ein Buchstabe ausgelost, zu dem diejenigen, die daran teilnehmen möchten, bis zum 27. desselben Monats etwas Selbstgemachtes präsentieren sollen. Das kann gestrickt, gehäkelt, genäht, oder was auch immer sein, aber es sollte unbedingt selbstgemacht sein. Auf den ersten Blick ist das für mich nicht so einfach. J wie Jeans, Jersey oder Jacke? Möchte ich mein Sommerkleid „Jessy“ aus dem Magazin „La Maison Victor“ ein weiteres Mal präsentieren – oder doch lieber etwas, das ich gerade nähe? In diesem Fall wäre es mein Kleid, das ich bei der AnNäherung nicht fertig bekommen habe und über das ich im Januar folgende Worte verloren hatte: „es ist zu einer Baustelle mutiert, die bis zum Ball behoben sein muss“.

Und so wird es ein jadegrünes Abendkleid, das nur einen Schönheitsfehler haben wird; den Ball wird es nicht mehr geben. Er ist seit vorgestern Schnee von vorvorgestern. Dennoch bleibe ich jetzt bei diesem Plan. Aufgetrennt sind die Seitennähte schon – jetzt passe ich das Kleid auf meine Maße an, indem ich aus der anderthalb Zentimeter breiten Nahtzugabe eine Nahtzugabe von einem halben Zentimeter Breite mache. Dann dürfte ich gute Chancen haben, dass es ein Kleid wird und keine Wurstpelle.

Das fertige Ergebnis kann ich dann hoffentlich am 29. Februar zeigen; falls nicht, kommt das Kleid „Jessy“ zum Einsatz.