Unsortierte Gedanken : This is not okay !

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Auf dem Blog von lebensWEISE bin ich auf Susanne von mamimade und ihrer Aktion zum Fashion Revolution Day aufmerksam geworden; mit „this is not okay“ soll an den Einsturz des Rana Plaza in Bangladesh erinnern, das sich am 24. April zum dritten Mal jährt und bei dem über 1000 Personen starben – ich zitiere, weil mir die geeigneten Worte fehlen:

 

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1127 Personen starben. 2438 Personen wurden verletzt. Unzählig verloren Beine und/oder Arme. Seither gedenkt die Welt jedes Jahr am 24. April diesem furchtbaren Ereignis, dem Fashion Revolution Day. Frauen, die genäht haben, starben, weil ein Liefertermin mehr wert war/ist, als ein Menschenleben. Weil die Produktion eines Kleidungsstück keine Bedeutung für diese Welt hat. Welche Arbeit dahinter steckt, das wissen die Menschen nicht mehr. Und was man nicht kennt, kann man nicht schätzen.“ (Quelle des Textes und des oben gezeigten Fotos ist http://www.mami-made.blogspot.de/p/fashion-revolution-day-2016.html)

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Abgesehen davon, dass hohe Preise keine Garantie für Qualität und/oder faire Produktion sind; aber angesichts der heutigen Spottpreise von wenigen Euro für ein Kleidungsstück, ist es kein Geheimnis mehr, dass viele ihre Sachen leichten Herzens wegwerfen, wenn sie nicht mehr wie neu aussehen, kaputt gehen oder gar innerhalb kürzester Zeit schon wieder out sind. Deswegen bekomme ich immer wieder so einen Hals, wenn „Experten“ empfehlen, Kleidung auszumisten, wenn man sie länger als ein Jahr nicht mehr getragen hat. Ein Jahr! Hallo? Geht’s noch? Besser fände ich, den Schrank erst gar nicht so voll werden zu lassen. Wer braucht denn z.B. zwanzig T-Shirts oder dreißig Paar Jeans? Und wenn ich bedenke, dass große Ketten ihre Läden mittlerweile alle zwei Wochen mit neuer Ware bestücken, dann sehe ich vor meinem geistigen Auge eine gigantische Massenproduktion, nur für den Müll. Ich glaube, mir wird schlecht…

Dabei darf ich mich gar nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Auch in meinem Kleiderschrank befinden sich Stücke, bei denen ich mir keine Gedanken über ihre Herkunft gemacht habe. Zu sagen „ich nähe, weil ich die Fast-Fashion-Industrie nicht länger unterstützen will“, fände ich für mich etwas weit hergeholt. Viel naheliegender ist für mich die Möglichkeit, Kleidung zu schaffen, die mit großer Wahrscheinlichkeit so kein anderer hat. Ab und zu sehe ich auf anderen Blogs Stücke, mit denen ich auch liebäugele, aber in der Regel sind die aus ganz anderen Materialien. Selbernähen bietet mir die Möglichkeit, Projekte zu planen, Material auszusuchen und mir so viel Zeit zu lassen, wie ich brauche. Da können gut und gerne ein paar Wochen ins Land gehen; in der Zeit sind die Sachen, die mir eventuell im Laden gefallen könnten, auch schon wieder Schnee von gestern. Ob ich ich deshalb so ungern „shoppen“ gehe?

A propos „shoppen“: Wenn  es über längere Zeit hinweg in den meisten Geschäften nur Gerafftes in Schlammbraun, Taupe und gedeckten Beerentönen gibt und ich nichts anderes finde und ich weiß, dass dieser Einheitslook nichts für mich ist, dann klingt das auf den ersten Blick nicht so prickelnd, aber ich sage mir „so what?“ Nach dem Motto „was nicht passt, wird passend gemacht“, habe ich die Freiheit, mir beim Händler meines Vertrauens Stoff in meinen Lieblingsfarben auszusuchen und das Kleidungsstück zu nähen, das ich haben möchte, egal ob es der aktuellen Mode entspricht. Dabei fällt mir ein: Vieles, das ich selbst genäht habe, entstammt älteren Ausgaben der mir abonnierten Nähzeitschrift. Und wenn ich beim Händler meines Vertrauens bin: Ich kann ihn  auch fragen, woher er seine Stoffe bezieht. Was ich dann aus der Antwort mache, liegt an mir.

Selbernähen ist für mich zum einen Entspannung gepaart mit Kreativität und zum andern ein fließender Prozess, der kein „in“ und kein „out“ kennt, sondern zeitlos ist. So entstehen für mich individuelle Stücke, von denen ich mich garantiert nicht trenne, weil ich weiß, wieviel Zeit, Aufwand, Material und Liebe darin stecken (oder ich mich nur dann trenne, wenn ich absolut nicht mehr hineinpasse).

Zum Abschluß folgen noch ein paar Selfies von mir an der Nähmaschine:

Leider hatte ich niemanden, der mich fotografieren könnte. Deshalb ist die Qualität der Bilder auch nicht das Gelbe vom Ei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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