Fundbüro : Im Reich der wilden Tiere

14 snack

An Pfingsten haben wir uns mal wieder ein verlängertes Wochenende in unserem Freizeitidyll gegönnt; allerdings war nicht nur relaxen angesagt, sondern auch Rasenmähen und das Streichen von Tür- und Fensterrahmen. Doch da Arbeit nur das halbe Leben ist, und die andere Hälfte zum Entspannen und Feiern, zogen wir los zu unserem Lieblingsplatz: einer Ansammlung von Felsen mitten im Wald. Inzwischen gibt es auch dort schon Kletterhaken, doch am Sonntag war alles ruhig, und wir hatten Zeit und Muße, nach einem geeigneten Plätzchen für ein Picknick im Sommer zu suchen.

Dabei stießen wir auf ein Vogelnest, in dem fünf Eier lagen. Von Mama & Papa war weit und breit nichts zu sehen, und so war der Fotoapparat schnell gezückt. Der Blick ins Vogelbuch verrät: Es könnte sich um ein Amselnest handeln.

Auf dem weiteren Weg kamen wir nicht nur an lauter Stellen vorbei, an denen sich Wildschweine gesuhlt hatten, sondern im frischen Morast entdeckte ich mitten auf dem Wanderweg rätselhafte Tierspuren:

Ob diese Abdrücke von kleinen Händchen eventuell zu einem Waschbären gehören? Ach, ein Fährtenleser werde ich wohl nie werden, und ich denke mir dabei „da kommt man sich vor wie die Pythonjäger auf RTL Nitro“ !

Ach ja – was Dokumentarfilme angeht: Was waren das früher noch tolle Sendungen. Egal ob Jacques Cousteau, Bernhard Grzimek oder Heinz Sielmann – eines unterschied ihre Sendungen von denen des „Crocodile Hunters“ Steve Irwin oder Floridas Python-Jäger: Es ging vergleichsweise ruhig zu. Teilweise zu ruhig. Und wenn ich jetzt so drüber nachdenke, gab es in den 0er Jahren des letzten Jahrhundets eine sehenswerte Fernsehsendung namens „Im Reich der wilden Tiere“, in der Dokumentationen über Tierarten aus allen Kontinenten gezeigt wurden. Leider gibt es sie nicht mehr, und „Hund, Katze, Maus“ oder „Giraffe, Leopard & Co.“ oder so ähnlich sind für mich kein Ersatz. Wilde Tiere haben mich von jeher fasziniert, und doch muss ich nur mit offenen Augen durch Feld und Flur gehen, denn selbst im Taunus, wo wir uns oft aufhalten, kann ich immer wieder neues entdecken.

Zur Zeit brütet in unserem Nistkasten ein Kohlmeisenpärchen, und das ist ein tolles Schauspiel, ihnen dabei zuzusehen, wie sie unermüdlich Futter für ihren Nachwuchs heranschleppen und im Akkord füttern. Gut, dass sie im Nistkasten ihre Familie großziehen, so sind sie in Sicherheit vor dem Kuckuck, den ich gestern auf dem Zaunpfahl erspähen durfte. Momentan sind auch die Amseln in der Balzsaison – so konnte ich Zeuge eines aufgeregten Kampfes zweier Amselmännchen werden (alldieweil das Weibchen irgendwo im Baum hockt und das Spektaktel beobachtet – Ällabätsch).

Gelegentlich kann ich nicht nur eine Haubenmeise vorbeiflattern sehen, sondern auch die Fledermäuse, wenn es wärmer wird. Letzten Herbst waren es die Kraniche auf ihrem Weg in den Süden – und im Sommer saß mir sogar ein Kauz fast schon direkt vor der Nase. Na ja, wohl eher auf der Telefonleitung über unseren Köpfen, aber es fühlte sich trotzdem verdammt nah an und irgendwie surreal. Schon komisch, wenn sich so ein großer Vogel erhebt, um nahezu lautlos über uns hinwegzugleiten. Und wenn wir schon bei wirklich wilden Tieren sind: Ein blökender Rehbock nachts vor der Hütte ist direkt harmlos; aber einem Wildschwein über den Weg zu laufen, ist schon eine andere Hausnummer, und wenn ich daran denke, dass Nachbarn sogar schon einen Luchs in der Nähe unserer Hütten gesehen haben…

Auch Waschbären, Siebenschläfer und Marder tummeln sich rings um unser Grundstück, aber von denen sind wir bisher zum Glück verschont geblieben (auch wenn so ein ins Fenster lugender Waschbär mit seiner Gesichtsmaske echt putzig aussieht – aber hast du ihn einmal im Haus, hast du ’nen „Freund“ fürs Leben).

Zum Abschluß meiner Exkursion durch die Fauna des Hochtaunuskreises möchte ich noch ein Bild zeigen, das mein Mann letztes Jahr von einem sich sonnenden Reptil geschossen hat.

01 Pfingsten 05

Den kleinen Kerl hat er nach der Aufnahme natürlich sofort wieder auf die Steine gesetzt, auf denen er ihn gefunden hat.

Mein Glotzophon und ich : „This programme is dedicated to Lorna Monje (1946-2016)“


 

Was für eine Überraschung für mich, auf dem Blog von Nahtzugabe die Neuigkeit zu lesen, dass am Pfingstmontag (16. Mai) die neueste Staffel der Show The Great British Sewing Bee (GBSB) mit 8 Episoden starten würde !

Mittlerweile ist die im Britischen Fernsehen auf BBC 2 laufende Nähshow, bei der der beste Hobbyschneider bzw. die beste Hobbyschneiderin im Finale gekürt wird, bei mir ein fester Programmpunkt in der zur Zeit für mich wenig erfreulichen Fernsehlandschaft. Wie gut, dass wir eine Satellitenschüssel haben. Damit können wir sämtliche Kanäle der BBC sowie einige andere britische und irische Sender empfangen. Aber ich schweife ab.

Unter dem Motto„Basic Construction“ für die erste Folge hatte ich mir, warum auch immer, vorgestellt, dass die 10 Kandidaten einen eigenen Schnitt entwerfen sollen; tatsächlich aber bekamen sie als erstes die Aufgabe gestellt, ein einfaches, schnörkelloses Top ohne Verschluß nach einem vorgegebenen Schnittmuster zu nähen. Vorder- und Rückenteil bestanden aus je zwei Teilen, die so im schrägen Fadenlauf (im Winkel von 45° zum Fadenlauf) auf einen gestreiften Stoff aufzulegen waren, dass nach dem Zusammennähen der einzelnen Teile die Diagonalstreifen ein nach oben zeigendes Fischgrätmuster (Chevron) entstehen sollte.

Das klingt wahrscheinlich kompliziert, und tatsächlich hatten einige Kandidaten ihre Schwierigkeiten beim Zuschneiden, weil der Stoff verrutschte oder sich verzog und die Gefahr des Versatzes im Muster entstand. Eine Kandidatin hatte sich etwas ganz raffiniertes ausgedacht: vier Teile eines Stoffs mit Fischgrätmuster, zusammengesetzt zu einem Fischgrätmuster. A chevron within a chevron. Heraus kam ein Aztekenmuster. Auch nicht übel. Gewonnen hat dann aber schließlich doch das Oberteil aus schwer zu verarbeitendem Georgette in strahlendem Orange.

Die sogenannte „alteration challenge“, in der deutschen Version dieser Sendung auch als „Upcycling“ bezeichnet, erforderte von den Kandidaten, ein Umstandskleid zu einem tragbaren Kleidungsstück so umzuarbeiten, dass es am Ende noch auf die Puppe passte. Wer also dachte, mit Kinderkleidung punkten zu können, so wie in der ein oder anderen Folge vergangener Staffeln, hatte diesmal leider Pech. Die „Children’s Week“ findet erst nächsten Montag statt. Daher hatten auch die meisten die spontane Eingebung, das Gewand in einen Rock zu verwandeln. Die übrigen Kandidaten formten den Rohling dagegen in ein Kleid um und landeten damit auf den vorderen Plätzen.

Bei der dritten und letzten Aufgabe konnten die Kandidaten unter Beweis stellen, inwieweit sie in der Lage waren, einen Schnitt ihrer Wahl an ein lebendes Modell anzupassen. Ein Kandidat hatte anscheinend einen Teil seines Schnittmusters verloren und musste nun flugs das fehlende Teil selbst frei Hand zeichnen; geschadet hat es seiner Leistung nicht. Alles in allem habe ich die erste Folge mit Vergnügen verfolgt, auch wenn der historische Themenblock gefehlt hat – aber vielleicht kommt er ja noch bei den nächsten Folgen.

Lediglich ein Wermutstropfen bleibt, denn gewidmet ist diese Staffel Lorna Monje, die das Finale der dritten Staffel zwar erreichte, aber nicht gewonnen hat. Wie ich auf digitalspy lesen konnte, ist sie kürzlich nach langer Krankheit gestorben

(Quelle: http://www.digitalspy.com/tv/reality-tv/news/a794347/great-british-sewing-bee-pays-tribute-to-former-finalist/):

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The Great British Sewing Bee pays tribute to former finalist Lorna Monje: She sadly passed away earlier this year after a long battle with Aplastic Anaemia (…) The Great British Sewing Bee has honoured former finalist Lorna Monje. Tonight’s (May 16) episode ended with a lovely dedication to the series three runner-up who sadly passed away earlier this year, following a long battle with Aplastic Anaemia. „Rest in peace, Lorna. A much-loved and inspirational #SewingBee finalist who will remain in our hearts,“ the show wrote on Twitter.

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