Augen auf beim Plattenkauf, denn der Zombie ist schon nah

Blogparade : Gegen den Strom

large_attack2Quelle: https://s3.amazonaws.com/tribeca_cms_production/uploads/image/gallery_image/5623fa4661ae40f3e9000001/large_attack2.jpg

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Bei missbooleana habe ich hier von einer neuen Blogparade auf dem Blog von der singenden Lehrerin erfahren; bis zum 11. Juni kann jeder, der mitmachen will, von 10 unbekannten oder unbeliebten Filmen berichten – ich zitiere:

Filme, die in der Grauzone verschwinden. Nicht für das Mainstream-Publikum geeignet, aber von Kritikern auch nicht sonderlich geliebt oder von Filmfans unbeachtet geblieben. Das ist ziemlich schwierig dieses Mittelding zu finden. Der unbeachtete, gute Film.“

Dann versuche ich es jetzt auch mal. Welche Filme fallen mir ein, die mir gefallen, aber vom breiten Publikum ignoriert oder sogar wenig geliebt werden? In meinem Leben habe ich schon jede Menge Filme gesehen, und daraus eine Auswahl zu treffen; darum beschränke ich mich auf die, die mir spontan als erstes eingefallen sind, weil ich sie entweder als Schätzchen auf DVD entdeckt oder sie in den letzten paar Jahren in kleinen Programmkinos gesehen habe. Zuerst folgt eine Auswahl, danach ein paar Anmerkungen, die ich mit Links zur Handlung des Films und Filmplakaten garniert habe.

Die Auswahl

01 ~ 5 Zimmer Küche Sarg (2014, Regie: Jemaine Clement & Taika Waititi)

02 ~ Angels‘ Share – Ein Schluck für die Engel (2012, Regie: Ken Loach)

03 ~ We want sex (2010, Regie: Nigel Cole)

04 ~ Sunshine on Leith (2013, Regie: Dexter Fletcher)

05 ~ Die große Verführung (2003, Regie: Jean-François Pouliot

06 ~ Grasgeflüster (2000, Regie: Nigel Cole)

07 ~ Lang lebe Ned Devine (1998 , Regie: Kirk Jones)

08 ~ So sind die Tage und der Mond (1990, Regie: Claude Lelouch)

09 ~ The Straight Story (1999, Regie: David Lynch)

10 ~ In guten Händen (2011, Regie: Tanya Wexler)

 

Meine Anmerkungen zu den einzelnen Filmen

Für den letzten „regulären“ Film, abgesehen von dem Dr.Who Christmas Special, haben wir letztes Jahr den weiten Weg nach Frankfurt-Höchst auf uns genommen, um uns die neuseeländiesche Fake-Dokumentation „5 Zimmer Küche Sarg“ von 2014 über eine Vampir-WG im Filmtheater Valentin anzuschauen, das sich im Bolongaropalast in Frankfurt-Höchst befindet. „5 Zimmer…“ ist bestimmt kein Film fürs breite Publikum, aber ich fand den skurrilen, trockenen Humor so gelungen, dass ich es nicht bereut habe, für unseren Kinobesuch durch das halbe Rhein-Main-Gebiet gefahren zu sein. Mehr Informationen zum Film gibt es hier – und noch ein Filmplakat (Quelle: http://de.web.img1.acsta.net/pictures/14/08/08/13/29/015777.jpg)

5ZKS A1_Alternativ_01.indd

Leider gibt es auch immer wieder mal Filme, bei denen ich mir ganz fest vornehme, sie im Kino zu sehen – und dann schaffe ich es doch nicht. So geschehen u.a. bei „Angels‘ Share – Ein Schluck für die Engel“ von 2012. In dem Film geht es um eine Gruppe von jungen Leuten, die an ein besonders rares Fass Whisky in den schottischen Highlands gelangen, um sich dort heimlich einen Teil abzuzweigen, den sie später gewinnbringend verkaufen wollen – ein Plan, der so seine Tücken hat… Die schottischen Highlands – hach! Sowas muss man doch einfach auf der großen Leinwand sehen. Ein DVD-Abend, und sei der Film auch noch so gut, ist eben manchmal doch kein adäquater Ersatz. Mehr Informationen zum Film gibt es hier – Filmplakat (Quelle: http://www.videoload.de/images/WUHosting13/images/prokino/pic_1510807.jpg).

pic_15108071

 

Und noch ein Film, den wir uns auf DVD geholt haben: „We want sex“. Eigentlich müsste es ja „we want sex equality“ heißen, aber leider fällt das letzte Wort bei der Demo der Frauen, die bei Ford im britischen Dagenham die Autositze nähen, durch einen unglücklichen Zufall unter den Tisch bzw. dem Wind zum Opfer, und so müssen sich die Arbeiterinnen auf einen langen Kampf um gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Kollegen einstellen. Infos zum Film: https://de.wikipedia.org/wiki/We_Want_Sex

we-want-sex_c

Quelle des Filmplakats: https://www.uncut.at/data/poster/6223/we-want-sex_c.jpg

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

And now for something completely different: Ich weiß ja nicht, wievielen Leuten hierzulande die Band „The Proclaimers“ bekannt ist; wer oft Radio hört, wird sich vielleicht noch erinnern, wie ihre bekanntesten Lieder „A letter from America“ und „I’m gonna be (500 Miles)“ von diversen Sendern zu Tode gedudelt wurden. 2013 bekam ich die Gelegenheit, mir in Edinburgh das Filmmusical „Sunshine on Leith “ anzuschauen, in dem die beiden Musiker einen winzigen Kurzauftritt als Passanten haben. Zwei Jungs, Ally und Davy, kehren von einem Einsatz in Afghanistan zurück nach Edinburgh zu ihren Familien und geraten in das reinste Familiendrama; so erfährt z.B. Davys Vater ausgerechnet kurz vor der Silberhochzeit, dass er seit 25 Jahren Vater einer außerehelichen Tochter ist, etc. – Den ganzen Wirrwarr schlüssig nachzuerzählen, bekomme ich gerade nicht auf die Reihe, aber der Film hat mich insofern berührt, dass er an Orten spielt, an denen ich schon gefühlte 100 Mal war. Und in der mitreißenden Massentanzszene im Park am Ende des Films, so erzählte mir die Dame, die mich zum Kinobesuch eingeladen hatte, spielte eine ihrer Schülerinnen mit. Hier ist „Sunshine on Leith“ meines Wissens nach nicht gelaufen, ich hatte daher bislang nur das Vergnügen, ihn in der Originalsprache zu sehen – und das war wahrlich eine harte Nuss, da ich den schottischen Dialekt nicht immer verstanden habe. Aber die Lieblingsstadt auf der großen Leinwand zu erleben, während man sich zum selben Zeitpunkt in ihr befindet – das hat leicht surreale Züge. Den Trailer gibt es auf youtube.

sunshine_on_leith

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/4/4e/Sunshine_on_Leith.jpg

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Den nächsten Film auf meiner Liste habe ich vor Jahren mit meinem Mann um die Weihnachtszeit herum in einem kleinen Programmkino in Frankfurt-Sachsenhausen gesehen: „Die große Verführung “ – in dieser frankokanadischen Komödie geht es um ein Dorf, das einen Arzt dazu bringen muss, mindestens einen Monat lang zu halten, damit es eine Fabrik gebaut bekommt. Mit welchen Methoden sie das versuchen, das war für mich schreiend komisch, und anscheinend fanden das wohl auch andere, denn er wurde einfach unter dem Titel „Die große Versuchung – Lügen, bis der Arzt kommt“, ein paar Jährchen später noch einmal neu verfilmt, und auf youtube kann man ihn sich sogar in ganzer Länge als Stream ansehen.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Und noch eine Komödie hat es mir angetan: „Grasgeflüster“ – nicht zu verwechseln mit „Grabgeflüster – Liebe versetzt Särge“, obwohl auch dieser Film dem Grasgeflüster in Skurrilität um nichts nachsteht. Nur finde ich Grasgeflüster doch noch etwas besser. Hier steht die Hauptperson Grace nach dem Selbstmord ihres Mannes vor einem riesigen Berg Schulden und der drohenden Zwangsversteigerung. Ausgerechnet jetzt bittet ihr Gärtner, den sie entlassen muss, sie darum, sich um ein kränkelndes Hanfpflänzchen zu kümmern, hat sie doch ein Gewächshaus – und mit dem Verkauf von Marihuana wäre sie bestimmt bald alle (Geld)sorgen los. Bleibt nur noch die Frage, wie man 20 kg Marihuana als absoluter Laie auf den Straßen Londons verkaufen kann… Was ich so witzig fand, war die Tatsache, dass sich nach und nach herausstellt, dass so ziemlich jeder in Graces entlegenen Dörfchens irgendetwas auf dem Kerbholz hat, und ausgerechnet die gesetzestreue, herzensgute Grace so richtig in die Vollen greift: Unbezahlbar das allabendliche Spektakel, wenn Punkt zehn Uhr die Straßenbeleuchtung aus- und die Festbeleuchtung im Gewächshaus hinter dem Hügel angeht, und der Dorfpolizist „rein zufällig“ davon so gar nichts mitbekommt. Zuerst noch die Info zum Film. Und jetzt noch das Filmplakat (Quelle: https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51JWCN489YL.jpg)

51jwcn489yl

An old man turned ninety-eight, he won the lottery and died the next day… Vom Schummeln handelt auch der irische Film „Lang lebe Ned Devine“, in dem dem Mann von der Lottogesellschaft vorgegaukelt werden soll, dass der Mann, der den Jackpot geknackt hat, noch am Leben ist, obwohl er zum Zeitpunkt der Lottoziehung bereits starb. Schließlich soll der Gewinn nicht verfallen, und das ganze Dorf möchte auch noch etwas davon haben – sieben Millionen für ganz Tullymore sind letztendlich nicht zu verachten. Alles könnte so schön sein, wenn da die hinterhältige Lizzy Quinn nicht wäre, die damit droht, den Betrug zu melden, wenn sie nicht von dem Gewinn eine Million bekommt… Aufmerksam wurde ich durch eine Kritik, in der von einer fliegenden Telefonzelle erzählt wurde, und da ich bei schrägem Humor gerne mit von der Partie bin, musste ich dieses Kleinod mit herzerwärmenden Darstellern, die ich bislang noch nicht kannte, natürlich sehen. Filmplakat (Quelle: http://www.kino.de/wp-content/gallery/lang-lebe-ned-devine-1998/lang-lebe-ned-devine-2-rcm0x1920u.jpg)

lang-lebe-ned-devine-2-rcm0x1920u

 

Nach dieser kleinen Auswahl an Komödien folgt nun französisches Drama par Excellence. Mit „So sind die Tage und der Mond“ hat Claude Lelouch einen Episodenfilm geschaffen, der die Schicksale von 13 Personen auf geschickte Weise miteinander verwebt und die Handlung bei Vollmond zur Zeit der Umstellung auf Sommerzeit ansiedelt; eine Zeit, in der bei vielen die Nerven blank liegen. Am intensivsten ist mir die Anfangsszene in Erinnerung geblieben, in der bereits gesagt wird, dass am Ende eine Person tot sein wird, was bei mir für Spannung sorgte, untermalt von gänsehauterzeugender Musik. Gefunden habe ich ihn weder im Kino noch im DVD-Regal, sondern eine Videoaufnahme, von grenzwertiger Bildqualität, aufgenommen im Spätprogramm des ZDF. Und auch wenn das Lied im Internet nicht aufzufinden war – in meiner Erinnerung wird es noch lange weiterleben. Kurzinformation zu der Handlung; ein Foto oder Plakat habe ich davon leider nicht.

Nun komme ich zu einem Roadmovie der besonderen Art: „The Straight Story “ von David Lynch. Hier möchte keiner 500 Meilen laufen, sondern 390 Meilen von Iowa nach Wisconsin, um sich mit seinem Bruder auszusöhnen, der gerade einen Schlaganfall erlitten hat. Viel Zeit bleibt Alvin Straight nicht, einen Führerschein hat er nicht, und fahren lassen möchte er sich auch nicht. So bleibt nur eine Lösung: Den Aufsitzrasenmäher mit einem Anhänger versehen, und die Reise kann losgehen. Eine Reise, die bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 km/h sechs Wochen dauert und sich tatsächlich in ähnlicher Form ereignet hat. Im Kino haben wir ihn nicht gesehen, aber die DVD im Schrank (Bild auf der DVD-Hülle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/8/8a/The_Straight_Story_poster.jpg)

the_straight_story_poster

 

Zum Schluss ein Film, bei dem eine Frau Regie geführt hat, und der ebenfalls auf wahren Begebenheiten beruht: „In guten Händen “, in dem Maggie Gyllenhaal eine Frauenrechtlerin spielt. Eigentlich dreht sich der Film jedoch nicht um die Geschichte der Suffragetten, sondern um die des Vibrators, den ein Arzt im viktorianischen England erfunden haben soll, weil er Frauen von einer neuentdeckten Krankheit namens Hysterie heilen will, und da ihm bald die Hände lahm werden und eine Sehnenscheidenentzündung droht … Quelle des Filmplakats bzw. der DVD-Hülle: http://www.2501.eu/wp-content/uploads/2011/12/In-guten-H%C3%A4nden.jpg

in-guten-hc3a4nden

 

Ich könnte jetzt meine Liste noch um Filme erweitern, über die ich mich heute mit Kolleginnen in der Kantine unterhalten habe, wie z.B. Shaun of the DeadoderAttack the Blockaber da hat meine Auswahl schon festgestanden. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann wieder eine Blogparade über Filme aus dem Horrorgenre. Dann werde ich nochmal auf sie zurückkommen. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, meine Gedanken aufzuschreiben.

 

Advertisements

5 Kommentare zu “Blogparade : Gegen den Strom

  1. Schön – eine Liebhaberin des britischen Films! 🙂 „Angel’s Share“ muss ich endlich mal nachholen (den hatte ich damals in der Sneak Preview verpasst) und „Sunshine on Leith“ klingt auch nach einem Film nach meinem Geschmack!

    Besonders freut mich die Nennung von „5 Zimmer…“ – ein wirklich erfrischender „Dokumentarfilm“ über Vampire! 😀

    Ich kenne nur das Remake von „Die große Verführung“ – das war auch ganz nett!

    Danke fürs Mitmachen und die ausführlichen Beschreibungen! 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s