If I had a TARDIS

Time And Relative Dimensions In Space — salopp in Kürze zusammengefasst: Eine Zeitmaschine, mit der man nicht nur durch die Zeit, sondern auch noch durch den Raum zu fernen Galaxien reisen kann… und ganz ohne Sprachprobleme, denn dank der TARDIS versteht man jede Sprache. Auf ihrem Blog stellte sich Miss Booleana vor längerer Zeit die Frage, wohin sie mit der TARDIS reisen würde:

Bei Amerdale bin ich auf Nydamits Idee aufmerksam geworden: Wenn ich eine TARDIS hätte, wohin würde ich damit reisen? TARDIS, das ist die fantastische aus der Serie Dr.Who bekannte Zeitmaschine. Und ja, ich weiß… sie ist soviel mehr als eine Zeitmaschine. Wohin wir gerne durch Zeit und Raum reisen würden – das haben wir ns doch alle schon Mal gefragt. Nydamits Regeln sind nun folgende: Nehmen wir mal an, ich darf sieben Reisen unternehmen, bei denen ich auf der Erde bleiben muss, nur in die Vergangenheit reisen darf und nicht in die Geschichte eingreifen kann, sondern lediglich als Beobachter unterwegs bin und auch nicht alle 5 Meter von Aliens attackiert werde.“

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Das ließ mich in das Gedankenkarussell einsteigen, was wäre, wenn ich eine solche TARDIS hätte. Sieben Reisen mit der TARDIS in die Vergangenheit – da stehe ich schon vor der ersten Frage: wessen Vergangenheit? Meine eigene oder in die der Menschheit? Reale Ereignisse sollen es sein – da fange ich doch am besten mit etwas an, wo es mir leicht fällt, einfach nur als Zuschauer eine unter vielen zu sein.

Reise Nummer eins : Die Eröffnung der Dresdner Frauenkirche

Am 30. Oktober 2005 fand in der Frauenkirche ein Weihegottesdienst und Festakt statt, bei dem aus dem Mahnmal gegen den Krieg ein Symbol der Versöhnung werden sollte. Dabei geht es mir nicht so sehr um die Reden, die dort gehalten werden, denn um das Gefühl, das mich beim Betreten dieser seit dem Krieg völlig zerstörten Stätte überkommt, die ich in den Neunziger Jahren als im Aufbau befindlichen Trümmerhaufen kennengelernt habe. Den Kreuzchor und klassische Solisten in diesen Gewölben hören zu dürfen, ist mir leider nicht vergönnt gewesen. Und weil ich Musik liebe und gerade dabei bin, zu den Konzerten meines Lebens zurückzukehren, begebe ich mich auf meiner Reise als nächste Station in die Achtziger Jahre.

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Reise Nummer zwei : Das Konzert von Simon & Garfunkel in Offenbach

1982 tourten Simon & Garfunkel durch Europa und kamen am Freitag, den 28. Mai in das Stadion am Bieberer Berg. Mein Vater hatte damals von einem Kollegen zwei Eintrittskarten geschenkt bekommen und nur mich zu Hause angetroffen; und so fuhren wir mit dem Bus hinauf, nahmen in einer der oberen Reihen Platz und genossen den Sonnenuntergang, bevor wir einen unvergeßlichen Abend erlebten. Den würde ich einfach noch einmal wiedererleben und die schönsten Lieder der umfangreichen Setlist noch einmal hören. „Mrs. Robinson“, „Scarborough Fair“, „Wake up little Suzie“ und noch viele andere Evergreens, die ich als Kind so gerne gehört hatte, könnte ich so noch einmal live erleben.

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Reise Nummer drei : das Haus, in dem ich einst gewohnt habe…

und zwar zur Jahrhundertwende; denn aus dieser Zeit wurde es erbaut. Es muss einst wunderschön ausgesehen haben mit seinen Mosaiken, seinen Stuckdecken, Glasgravuren und Jugendstilelementen, die leider nach und nach bei diversen Bau- und Renovierungsmaßnahmen verschwunden sind. Gekleidet in die Mode der damaligen Zeit, würde es bestimmt nicht auffallen, wenn ich dort bei meinem Sonntagsspaziergang vorbeiflanieren würde, und mit Hilfe des „Psychic Paper“, das ich mir vom Doktor ausborgen würde, könnte ich den ein oder anderen Bewohner dieses Hauses besuchen. Nur wie ich das mit dem unauffälligen Fotografieren hinbekommen soll, dazu fehlt mir die zündende Idee. Und bevor ich noch weiter in die Vergangenheit eintauche, springe ich achtundzwanzig Jahre vorwärts.

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Reise Nummer vier : Alexander Fleming entdeckt das Penicillin

Am 28. September 1928 bemerkte er zufällig im Labor Schimmelpilze, die in eine seiner Staphylokokkenkulturen hineingeraten waren. Entdeckungen, die der Medizin den Fortschritt bescherten, haben mich schon immer fasziniert. Leider bin ich keine Wissenschaftlerin, und daher wäre die TARDIS die einmalige Chance für mich, diesem historischen Ereignis beizuwohnen. Auch hier muss mir noch eine gute Ausrede, äh, Grund einfallen lassen,was ich als Laie in Flemings Labor zu suchen habe, aber mit Hilfe des „Psychic Papers“ …

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Reise Nummer fünf: die Eröffnung des Eiffelturms am 31. März 1889

Hier bin ich mir allerdings noch unschlüssig, ob ich mich unter die Delegation mischen soll, mit der Gustave Eiffel das Bauwerk bestieg (der Fahrstuhl war noch nicht fertiggestellt), um zu sehen, wie er die Trikolore hißte, oder ob ich lieber unten am Boden inmitten der Zuschauer bleiben soll.

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Reise Nummer sechs : Zu Besuch bei den Wikingern

Nach einem gründlichen Studium der Sitten, Gebräuche und Religion der Wikinger, würde ich mich mit der TARDIS aufmachen, um mir ein Bild zu machen, wie die Wikinger wirklich lebten. Während sie einerseits als plünderndes, mordendes und brandschatzendes Volk dargestellt werden, gibt es andererseits auch viele Belege über ihre Händlertätigkeiten. Was davon genau nun eigentlich stimmt, wäre eine Aufgabe für meine Erkundungsfahrt mit der TARDIS.

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Reise Nummer sieben : Der Untergang von Atlantis

Und noch eine Erkundungsfahrt, die die Frage „Hat es Atlantis wirklich gegeben?“ als Ursprung hat. Und wenn es Atlantis wirklich gegeben hat, wie ist es von der Landkarte verschwunden? In diesem Fall wäre die TARDIS wirklich äußerst nützlich, um dann, wenn es brenzlig wird, rechtzeitig wieder in die Gegenwart zurückzukehren.

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Gewiß gäbe es noch andere lohnenswerte Ziele, die andere für interessanter halten, wie z.B. den ersten Transatlantikflug oder das private Leben Heinrichs VIII., die Reisen des Marco Polo nach China oder die Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, aber irgendwo musste ich eine Grenze ziehen und habe mich lieber auf die Begebenheiten beschränkt, die mich am meisten faszinieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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