Blogparade: Kill them off! 10 Most Hated Characters

 

 

 

Just in diesem Moment, in dem ich mit meinem Beitrag zur Blogparade der Singenden Lehrerin beginne, läuft auf sixx eine der ersten Staffeln von Grey’s Anatomy, und natürlich ist es genau die Staffel, in der gleich zwei der für mich größten Nervensägen ever in dieser Serie vorkommen: George O’Malley und Isobel „Izzie“ Stevens (vom Bildschirm abfotografiert). Dabei tut es nichts zur Sache, daß George seine Ehefrau Callie Torres mit Izzie betrogen hat – was mich an George so tierisch nervt, ist seine Wehleidigkeit und Weinerlichkeit, und am Ende kommt er mir genauso ichbezogen vor wie seine Affäre. Letztere geht mir mit ihrem Geturtel und ihrem Liebesgedöns so dermaßen auf den Senkel, daß ich ihr als Vorgesetzte wahrscheinlich schon längst mal ein Gespräch bezüglich unprofessionellen Arbeitens hätte angedeihen lassen; denn ganz ehrlich … Wer sich den lieben langen Tag mit Privatangelegenheiten beschäftigt anstatt sich auf das Wesentliche im Job zu konzentrieren, der kann mir getrost den Buckel hinunter rutschen. Wie gut, dass es in der Serie eine Miranda Bailey gibt, die den Turteltauben von Zeit zu Zeit den Weg aufzeigt.

Und nun folgt das, was ich ursprünglich als Einleitung schreiben wollte: Nämlich, dass es mir nicht darum geht, meine „most hated“ Charaktere ins Jenseits zu wünschen, sondern eine höhere Instanz, die sie einnordet, wenn sie mein Nervenkostüm strapazieren. Und kaum habe ich mit zwei Personen in Grey’s Anatomy angefangen, geht es auch schon weiter mit einer Serie, die zur Zeit ebenfalls auf sixx läuft.

Willkommen bei Sex and the City, montags auf sixx: Es ist schon eine Weile her, da habe ich Woche für Woche die Episoden um die vier New Yorker Freundinnen Carrie, Miranda, Charlotte und Samantha mit Spannung und Amüsement am Bildschirm verfolgt und mich jedesmal gefragt, warum Carries Universum um den „geheimnisvollen“ Mister Big kreist und sie ihre ganze Gefühlswelt auf ihn ausrichtet, sie ihr komplettes Vermögen in schauderhafte Klamotten und sündteure Schuhe investiert. Inzwischen kann ich mich zwar immer noch nicht entscheiden, ob mir Charlottes oder Mirandas Garderobe besser gefällt, aber dafür ist Mr. Big für mich nicht mehr Unsympath Nummer eins (obwohl ich immer noch der Meinung bin, dass Carrie ohne ihn besser dran ist); denn nun ist es die Figur der Samantha.

 

Oh Mann, was für ein Getue, wenn ein knackiger oder halbwegs attraktiver Mann auftaucht. So aufgesetzt und überdreht hat sich noch nicht einmal Carrie aufgeführt, wenn Mr. Big im Anmarsch war. Dass bei ihr in einer der späteren Staffeln Brustkrebs diagnostiziert wird, hätte ich ihr trotzdem nicht gewünscht.

Most hated people vier und fünf – denen ich immer noch nicht den Tod wünsche

Und nun unternehme ich einen Zeitsprung in das achtzehnte Jahrhundert. Schon öfters habe ich anklingen lassen, dass die BBC-Serie Poldark eine meiner Lieblingsserien ist, und das schon seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Da wurde ein Teil des Romanzyklus von Sir Winston Graham zum ersten Mal verfilmt. Doch nicht der Oberfiesling George Warleggan war es, den ich am liebsten in die Hölle geschickt hätte, sondern der extrem affektierte, schleimige und sadistisch veranlagte Reverend Osborne Whitworth, dem es Spaß macht, seine Frau zu quälen und zur Krönung noch eine Affäre mit deren jüngerer Schwester Rowella anfängt. Am Ende ereilt ihn aber die gerechte Strafe durch Rowellas gehörnten Ehemann, der dafür sorgt, dass der Reverend von seinem Pferd zu Tode geschleift wird.

Das war vor vierzig Jahren, aber letztes Jahr begann für Poldark-Fans eine neue Ära, denn bei der BBC startete das ambitionierte Projekt, alle zwölf Bände der Saga neu zu verfilmen, und zwar immer zwei Bände pro Staffel. Die Neuverfilmung lief vielversprechend an, und wieder war es nicht der Fiesling George Warleggan, denn den fand ich zu Beginn gar nicht mal so unsympathisch… nein, diesmal war es der blutleer agierende und in permanentes Selbstmitleid versinkende Cousin von Ross Poldark (everybody’s darling und Held der Serie): Francis Poldark.

Den Tod muss ich ihm gar nicht wünschen, denn dafür hat schon die Romanvorlage gesorgt: Als Nichtschwimmer ertrinkt er in einem bodenlosen Tümpel, tief unten in seiner Kupfermine, nachdem er im Dunkeln durch ein Mißgeschick hineingestürzt ist. Schadenfreude ist doch die beste Freude, und da sage noch einer ich wäre nicht boshaft. *ha ha ha*.

 

A propos „blutleer“ …

und nun – Vorhang auf für Kandiat Nummer sechs: Warum Elena den Vampir Stefan Salvatore in Vampire Diaries anschmachtet, habe ich nie verstanden. Zugegeben, von „blutleer“ im Zusammenhang mit einem Vampir zu sprechen, klingt schon ziemlich grotesk, aber seinen Bruder Damon finde ich um Längen interessanter und der wäre meiner Meinung nach der geeignetere Lover für Elena gewesen – und in einer der späteren Staffeln finden sie dann glücklicherweise zueinander. Einem Vampir den Tod zu wünschen, ist meines Erachtens so ziemlich sinnlos, trotzdem hätte meinetwegen Stefan ruhig etwas länger in der Kiste auf dem Grund eines Sees bleiben können, in die ein Fiesmöpp in verfrachtet hat.

Zeitsprung: zwei Jahrhunderte später

Downton Abbey, noch eine meiner Lieblingsserien, finde ich nicht nur wegen der Kostüme toll; schon allein Maggie Smith als bissige Lady Violet ist das Geld wert, das ich für die DVDs ausgegeben habe. Wer jetzt denkt, dass ich den Ersten Kammerdiener Thomas Barrow oder die intrigante Kammerzofe Sarah O’Brien dahin wünsche, wo der Pfeffer wächst, ist schief gewickelt. Die Person, die mir mit ihrer Hypochodrie schon oft fast den allerletzten Nerv geraubt hat, ist Butler Joseph Molesley.

Was ihn geritten hat, sich als Cricketexperte aufzuspielen, obwohl er sportlich nicht das geringste drauf hat, wird sich mir nie erschließen. Möge er im nächsten Leben ohne Cricketschläger auf der Voyager landen und vom holografischen Doktor die korrekte Diagnose gestellt bekommen.


 

And now for something completely different… life in another galaxy

Wenn ich vom holografischen Doktor angefangen habe, war ich in Gedanken bereits im großen Star-Trek-Universum, das reich an schrecklich-schrecklichen Charakteren ist. Ob Fähnrich Crusher (The Next Generation) oder Klon Weyoun… Aber so richtig schlimm finde ich die religiöse Führerin der Bajoraner Kai Winn Adami, eine intrigante Giftschlange, die vor Mord und Verleumdung nicht zurückschreckt und deren Opportunismus ich nur schwer ertragen kann. Dicht gefolgt von dem cardassianischen Offizier Gul Dukat, der etliche Bajoraner auf dem Gewissen hat und später dem Wahnsinn anheimfällt. Beide sind Figuren aus Deep Space Nine.

Aber auch sie können noch getoppt werden, denn die zehnte und letzte Figur ist der Seriencharakter, den ich am allerwenigsten mag.


And the winner is…

Jemand, der schon in Star Trek – The next generation sein Unwesen getrieben hat und das ähnliches auch in Star Trek Voyager versucht: Den Preis für den nervtötendsten Charaker möchte ich an Q verleihen. Immerzu möchte er die Menschheit drangsalieren und den Beweis von Captain Picard erbracht haben, dass diese sich weiterentwickelt hat, andernfalls werde er diese auslöschen. Der Kerl ist einfach nur lästig, aber ihn in ein schwarzes Loch zu wünschen, ist einfach sinnlos, weil er als Angehöriger einer allmächtigen Spezies Raum und Zeit zu seinem eigenen Gutdünken und oftmals auch einfach nur aus Jux verändern kann. Never trust a Klingon? Äh, better never trust a Q.


 

So, das waren meine „Top Ten“, die ich einem sehr begrenzten Fundus entnommen habe, denn all zu viele Serien kenne ich nicht bzw. schaue sie nur sporadisch.