Greifvogeltag am 3.Dezember : Auf Tuchfühlung mit dem Wüstenbussard

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Vor einigen Tagen wurde in unserer Zeitung für einen Natur Erlebnis Schnuppertag am Schneckenberg geworben: Ein Verein hatte eine Falknerin eingeladen, die mit ihren beiden Töchtern, zwei Wüstenbussarden (Harris Hawks) und einem Steinkauz angereist war. Die Mutigen unter den Besuchern durften sich als „Ansitz“ für die Bussarde zur Verfügung stellen; alle anderen schauten zu und fotografierten nach Herzenslust.

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Vierzehn Uhr, und es war jetzt schon eisig. Doch als die Falknerhandschuhe reihum weitergegeben wurden und die Bussarde Samba und Zorro von „Ansitz“ zu „Ansitz“ flogen, war alle Kälte vergessen. Es war einfach zu spannend, zumal die Vögel manchmal auch zwischendurch ein Gebüsch, ein Dach oder einen Hügel vorzogen. Dass sie sich aus dem Staub machen würden, stand nicht zu befürchten. Am Schluß landeten sie doch immer wieder da, wohin sie durch Futter gelockt wurden.

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Übrigens sollte für eine Besucherin ein Kindheitstraum wahr werden- da ließ ich ihr doch gerne den Vortritt, war ich im Mai vor zwei Jahren auf den Ronneburg schon in den Genuß eines Besuchs hinter den Kulissen einer Falknerei gekommen. Damals war ein Falkenweibchen auf meiner behandschuhten Hand gelandet – ein unbeschreibliches Gefühl; man muss es selbst erlebt haben (aber ich schweife ab).

Zu Beginn hatte die Falknerin einen Stapel Bücher zur Ansicht bzw. Auslage am Infostand mitgebracht, und ich musste grinsen, als ich sah, dass „H is for Hawk“ von Helen MacDonald zuoberst auf dem Stapel lag, hatte ich „H wie Habicht“ erst vor kurzem ausgelesen. Nicht, daß das Buch mich zu dem Besuch dieser Veranstaltung inspieriert hätte oder ich mich dazu berufen fühlen würde, in die Fußstapfen der Schriftstellerin zu treten. Nein, schon immer haben mich Vögel im Allgemeinen und Greifvögel im Besonderen fasziniert (stundenlang könnte ich den Milanen und Bussarden im Sommer bei ihrem Kreisen hoch am Himmel zusehen), aber ich würde nie so weit gehen, mich zum Falkner ausbilden zu lassen oder mir einen solchen Vogel halten zu wollen. Das überlasse ich dann doch lieber den Experten. Für mich war es ein sehr großer Zufall, dass Frau T. Ihre Bussarde nicht zur Beizjagd sondern zu Therapiezwecken abträgt und auch sogenannte „Hawk Walks“ anbietet.

 

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Und auch wenn Zorro und Samba laut Frau T. zwei „ganz Liebe“ sind, die nicht zur Jagd draußen frei fliegen, musste Steinkauz Gylfie außer Sichtweite bleiben, um nicht eventuell doch zum interessanten Jagdobjekt/Snack für die beiden Hübschen zu werden.

Im Großen und Ganzen waren es anderthalb lehrreiche und faszinierende Stunden, die mich den Alltag und die Kälte vergessen ließen, und ich bin schon sehr gespannt auf weitere Veranstaltungen, jeden ersten Samstag im Monat.

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