# 12 colours of handmade fashion im Januar : Grün

 


 

Nach dem Projekt „12 letters of handmade fashion“ hat Selmin auf ihrem Blog tweedandgreet die „12 colours of handmade fashion“ ins Leben gerufen. Jeweils ab dem 27. eines Monats kann man etwas Selbstgemachtes in der am Monatsersten vorgegebenen Farbe präsentieren, und den Anfang macht die Farbe

Grün.

Ursprünglich hatte ich vor, meinen angefangenen pastellgrünen Wollwalkmantel fertig zu nähen, doch dann habe ich beim Ausmisten ein Kleid aus 100% Viskose in Größe 34 gefunden, das ich mir vor Jahren zu einem stolzen Preis gekauft habe. Da ich aber inzwischen bei Größe 38/40 angekommen bin, war es ein Wunder, dass mir das Oberteil noch passt. Ja, ja, das Oberteil. Aber der Rock? No way!

 

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Das Kleid deswegen aber wegzuwerfen, kommt für mich gar nicht in die Tüte, deshalb ist es geradezu prädestiniert als Kandidat für die „12 colours…“ im Januar. Im ersten Schritt habe ich eine der beiden Seitennähte bis dahin aufgetrennt, wo der Tunnelzug anfängt, und anschließend das Rockteil entlang des Tunnelzugs abgeschnitten. Zum Schluß habe ich auch noch die andere Seitennaht des abgeschnittenen Rockteils sowie alle umgenähten Säume aufgetrennt und so zwei Stoffbahnen erhalten. Diese habe ich gebügelt und auf eine einheitliche Größe zugeschnitten, um ein neues Rockteil daraus zu nähen, dessen Fadenlauf nicht längs, sondern quer verläuft.

 

 

Verzogen hat sich nichts, das hat das Anheften des auf diese Weise erstellten „Loops“ ergeben. Den Loop habe ich vorne und hinten in kleine Falten gelegt und am Oberteil festgenäht. Zum Schluss musste nur noch der Saum umgenäht werden. Et voilà: Fertig ist ein neues Kleid fürs Frühjahr:

 

MMM am 22.2.17 : „Grau ist das neue Schwarz“ …


 

 

… und wird von mir am MeMadeMittwoch vom 22.2.2017 präsentiert:

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Leider konnte ich die technische Zeichnung des Modells nicht in meinen Beitrag einbauen, und zum Abfotografieren der zugeschnittenen Teile (Vorderteil, Rückenteil, Ärmel) hat die Zeit nicht mehr gereicht. Nun aber – voilà:  Mein neues Kleid, das ich am 22. Februar zum ersten Mal im Büro trage:

 

 


 

Und: Stylische Säcke sind das neue Retro, denn Taillierungen sind überbewertet. Oder so.


 

Im Schaufenster des Stoffladens, den ich ab und zu gerne zum Stöbern besuche, habe ich ein Etuikleid aus einem grauen Webstoff gesehen, das ich mir unbedingt nähen wollte. Der Stoff war schnell gekauft und kostete acht Euro pro Meter. Nur mit dem Schnitt gab es ein Problem: Er war nicht zu bekommen, obwohl das „Nähpaket“ ja bei der Schaufensterpuppe lag. Aber es gibt Dinge, die ich nicht verstehen muss, und außerdem habe ich stapelweise Schnittmusterhefte. Nach intensiver Durchsicht meines Zeitschriftenstapels blieben zwei Modelle übrig, zwischen denen ich die endgültige Wahl traf:

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1) „burda-style Nähkurs für Einsteiger“: kragenloses Etuikleid mit kurzen Ärmeln

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2) „burda-style 2/2014“: Minikleid mit langen Raglanärmeln und eckigem Halsausschnitt


 

 

Beide Kleider kamen dem Kleid aus dem Schaufenster schon ziemlich nahe: Beim rosa Etuikleid war es der strukturierte Stoff auf der Abbildung, der es in meine engere Auswahl beförderte, beim gestreiften Minikleid dagegen die Raglanärmel. Beide Kleider sind leicht ausgestellt und lassen sich daher nach meiner Einschätzung leicht über den Kopf ziehen; nicht umsonst sind Reißverschlüsse nicht vorgesehen. Genauso wenig wie Taschen in der Seitennaht, aber es gibt ja schließlich nichts, was man nicht ändern kann. Noch fiel mir die Wahl schwer, aber am Schluss gab die jeweilige Stoffempfehlung den Ausschlag:  1) Der „burda-style Nähkurs für Einsteiger“ empfiehlt dehnbare, blickdichte Wirkspitze, feine Strickstoffe oder Jersey /// 2) Im Nähjournal der „burda-style 2/2014“ stehen Baumwoll-Canvas oder Kleiderstoffe mit etwas Stand zur Wahl.

Damit hatte ich den passenden Kandidaten ermittelt: das Modell Nr. 113 aus Heft Nr. 2/2014 , auch wenn ich keinen Baumwoll-Canvas, sondern ein Kunstfasergewebe gekauft hatte. Laut „Stoff4you.de-Stofflexikon“ handelt es sich bei Baumwoll-Canvas um „ein festes und steifes Gewebe“, was auf dem Foto in der Burda nicht auf Anhieb zu erkennen war. Beim Zuschneiden merkte ich dann auch recht schnell, dass der Stoff nicht nur ziemlich stark auszufransen begann, sondern dass mir die anhand der im Heft abgedruckten Größentabelle ermittelte Größe 40 viel zu groß war.

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Irgendwo hatte ich gelesen, dass der Schnitt ziemlich groß ausfällt; das kann ich leider bestätigen, denn ich musste die Seitennähte noch einmal auftrennen und rechts und links je zweieinhalb Zentimeter wegschneiden. Dann passten zu meiner Verblüffung auch plötzlich die Ärmel in die vorgesehene „Rundung“, obwohl ich an den Ärmeln nichts mehr ändern musste.

Entgegen der Nähanleitung habe ich auf ein Futter verzichtet. Zum einen sollte das Kunstfasermodell noch genügend Luft durchlassen und das Gefühl, in eine Plastikplane eingewickelt zu sein, vermieden werden; zum anderen trägt sich der Stoff äußerst angenehm auf der Haut.