100 Creative Challenges # 27 : Interessantes in sonst nie besuchter Umgebung

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Heute, beim Absenden meiner Flaschenpost…

 

Nachdem ich eine Weile am Ufer des Mains zugebracht hatte, kam mir zu Bewusstsein, dass ich hier wirklich so gut wie nie hingehe. Das war in meiner Kindheit anders, denn ich wohnte in der Nähe. Doch seit Ende der Achtziger Jahre wohne ich am anderen Ende der Stadt und bin lieber im Wald oder im Taunus unterwegs. Wie konnte ich nur vergessen, wie gerne ich als Kind Zeit am Main verbracht habe?

Um es kurz zu machen: Nach einer Weile fiel meine Aufmerksamkeit auf die vielen Wasservögel, die sich völlig unbeeindruckt von meiner Driftbuddel zeigten, weil das Gefüttertwerden mit Brotresten für sie viel spannender zu sein schien. Schwäne, Stockenten, Nilgänse, Kanadagänse und ein Graureiher.

Graureiher! Warum bin ich nicht gleich darauf gekommen? Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich versucht habe, einen Graureiher aus der Nähe zu fotografieren. Diesmal war dieses wunderschöne Tier so damit beschäftigt, nach im Wasser treibenden Brotkrumen zu fischen, dass ich für eine Weile unentdeckt blieb…

 

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und ich ihn in aller Seelenruhe ablichten konnte. Und so konnte ich die 27. Aufgabe von Hotarus „100 Creative Challenges“ erfüllen, die da lautete: „Besuch einen Ort, zu dem du nicht normalerweise gehen würdest, und fotografiere dort etwas Interessantes in der Umgebung.“

 

 

Meine Flaschenpost


Nachdem ich im Internet gelesen habe, wie viele Menschen sich mit dem Anfertigen und Verschicken von Flaschenposten beschäftigen, zum Beispiel auf dem Blog von flaschenposten, habe ich mir überlegt, ob ich mir diesen Kindheitstraum nicht auch endlich einmal erfüllen soll.

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Noch nicht ganz leere Flaschen gibt es in unserem Haushalt eigentlich zur Genüge; die meisten von ihnen sind gefüllt mit Essigen und Ölen, aber auch der ein oder andere feine Likör kann darin sein. Die Frage, die ich mir an dieser Stelle, lautet: Sind sie zum Verpacken einer Flaschenpost auch geeignet?

Als erstes musste eine Flasche dran glauben, in der noch ein kleiner Rest Mirabellenlikör war. Dieses Schlückchen habe ich mir gestern genehmigt und die Flasche gründlich gereinigt. Ohne Inhalt ist sie schwimmfähig, aber wie sieht es aus, wenn ich einen Brief und ein paar Kleinigkeiten darin verstaut habe?

Den Brief hatte ich kurz und knapp gehalten: Ort und Datum, Glückwunsch an den Finder bzw. die Finderin zu seinem/ihrem Fund und die Bitte, mir eine E-Mail zu schicken (an ein separates E-Mail-Fach). Einen geeigneten Ort zum Aussetzen der Flasche zu finden, war übrigens gar nicht so einfach. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, sie in einen Bach zu werfen, aber von einer Freundin erfuhr ich, dass das von mir bevorzugte Gewässer nicht nur sehr flach ist, zur Zeit wenig Wasser führt und wenig Strömung hat, sondern sich zwischen seiner Quelle und der seiner Mündung in den Main auch noch mehrere Stauwehre befinden. Die Chance, dass die Post bis in den Main getragen wird, entpuppte sich also als äußerst bescheiden, so dass ich mich direkt an den Main begab und die Buddel mit viel Schwung in hohem Bogen in den Fluss beförderte, wo sie in gemächlichem Tempo dahintrieb.

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Zunächst drohte sie, von dort aufs Ufer zuzusteuern, doch dann geriet sie in schnellere Strömung und nahm rasch an Fahrt auf. Bald schon war sie aus meinem Blickfeld verschwunden.

 

 

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass sie irgendwann und irgendwo von irgendwem gefunden wird. Es bleibt spannend.