Serienmittwoch #62 : Kindheitshelden aus Serien


 

Beim 62. Serienmittwoch von corly gibt es wieder ein Thema, das mir so richtig gut gefällt:

Serienmittwoch #62 –

Wer oder was waren eure liebsten Kinderhelden aus Serien und wieso waren es gerade diese?

Mal überlegen: Welche Serien habe ich als Kind immer wieder gerne gesehen? Da gab es so einige Helden aus Serien und sogar aus kurzen Clips zwischen einzelnen Werbebeiträgen im Vorabendprogramm der ARD, die mir auf Anhieb einfallen, und das sind so einige in jeder der drei Kategorien „Realfilm“, „Animation“ und „Puppentrick“.

~ Realfilm ~

In dieser Kategorie lasse ich bewusst nicht die Pippi-Langstrumpf- oder Michel-aus-Lönneberga-Filme auftauchen, denn es geht um Fernsehserien, wenn ich die Frage richtig verstanden habe. Statt dessen habe ich vier Kandidaten, von denen drei in England spielen und eine in den USA:

Margreth Thursday, das Mädchen das an einem Donnerstag gefunden wurde: Die Geschichte von dem an einem Donnerstag auf der Türschwelle einer Kirche gefundenen Mädchen Margreth, ihrer Flucht aus dem Waisenhaus und dem Happy-End, konnte ich mir wieder und wieder ansehen; so herzerwärmend fand ich die tapfere Kleine, die sich auf die Suche nach ihren Eltern macht und ihre wahre Bestimmung als Schauspielerin findet. So mutig wäre ich auch gerne gewesen, das in der Serie dargestellte Leben eines Flußschiffers fand ich für kurze Zeit äußerst faszinierend, und dank des etwas sperrigen Titels konnte ich später im Englischunterricht den Dienstag (Tuesday) vom Donnerstag (Thursday) unterscheiden. Da sage noch einer, Fernsehen bilde nicht.

Black Beauty: Noch ein Klassiker aus England, an dem mich aber nicht das wunderschöne schwarze Pferd, sondern die Geschichten von Dr. Gordon und seinen Kindern Vicky und Kevin, die das im Wald gefundene Tier gesundpflegen. Schon allein die Musik ließ mein Herz höher schlagen, und schon allein deswegen konnte die Konkurrenz aus Amerika namens Fury nicht mithalten. Den hat meine Schwester dafür umso lieber gesehen als ich. Aber ich will ja nicht päpstlicher sein als der Papst und gestehe, dass ich auch einige Folgen davon gesehen habe und sie ganz okay fand.

Aber wenn wir schon mal über den „großen Teich“ schweifen, muss ich unbedingt Lassie erwähnen, und zwar die Serie aus den Siebzigern, die in den Rocky Mountains spielt (oder zumindest in deren Nähe), obwohl ich den Film mit Elizabeth Taylor aus dem Jahr 1943 viel gelungener finde und der in Schottland spielt. Wahrscheinlich sind die zu Herzen gehenden Geschichten um die Colliehündin Lassie universell variabel, sonst hätte es nicht so viele Spielfilme und Serien um sie gegeben.

Der letzte Kandiat aus England ist Catweazle. Der Zauberer, der auf seiner Flucht vor den Normannen durch die Zeit ins 20. Jahrhundert geschleudert wird und versucht, in seine Zeit zurückzukehren, bekam gleich zwei Staffeln gewidmet: In der zweiten Staffel sammelt er sämtliche Zeichen des Tierkreises und versucht, das dreizehnte Zeichen zu finden, um fliegen zu können. Und genau diese Jagd nach dem 13. Zeichen war es, die ich noch spannender fand als die erste Staffel, in der er allerlei kuriose Abenteuer im Zusammenhang mit moderner Technik erlebt.

~ Animation ~

Gern gesehen habe ich als Kind immer die französische Serie „Es war einmal… der Mensch“, in der die Geschichte der Menschheit erzählt wird, angefangen von der Steinzeit bis hinein in die moderne. Auch hier habe ich noch immer das von Udo Jürgens gesungene Lied „Tausend Jahre sind ein Tag“ im Ohr und die beiden Unsympathen „Klotz“ mit der langen Nase und „das Ekel“ mit den roten Haaren im Gedächtnis.

A propos „rotes Haar“: Kennt noch jemand den Kobold mit dem roten Haar? Ja, genau „Meister Eder und sein Pumuckl“. Oft hatte ich Mitleid mit dem gemütlichen Meister Eder, als Kind für mich der Bajuware schlechthin. PS: in Müchen gibt es sogar einen Pumucklbrunnen.

Von Bayern in die Schweiz: Heidi war die einzige japanische Zeichentrickserie, bei der ich von Anfang bis Ende dabeigeblieben bin. Was aber nicht daran lag, dass ich die Art der Darstellung so toll gefunden hätte, sonder an der Geschichte selbst. Unvergessen für mich: Heidis Ausflug auf den höchsten Turm Frankfurts, in der Hoffnung, von dort aus die Berge der Heimat zu sehen und das Sammeln der Frühstücksbrötchen für die Großmutter.

Serienhelden nicht im eigentlichen Sinn (also Helden in echten Fernsehserien), sondern Helden von kurzen Spots oder Clips: Das cholerische Männchen von „La Linea“ aus der Feder des italienischen Cartoonisten Osvaldo Cavandoli und die schwäbischen Urgesteine „Pferdle und Äffle“ – die Clips liefen meistens im Werbeblock des Vorabendprogramms der ARD. Pferdle und Äffle regelmäßig, dank ihnen wurden mir Ausdrücke aus dem Schwäbischen geläufig, und so konnte ich meine schwäbischen Verwandten besser verstehen.

Auch immer wieder gerne habe ich mir das Sandmännchen dann angesehen, wenn es neue Geschichten mit den Schweinchen Piggeldy und Frederick gab – die endeten jedesmal mit dem Satz „Und Piggeldy ging mit Frederick nach Hause“. Und der letzte „tierische“ Held meiner Kindheit war der blaue Elefant aus der Sendung mit der Maus. Den habe ich sogar als Plüschtier gern.

~ Puppentrick ~

Noch ein Sandmännchen-Duo, das ich immer gerne geschaut habe: Der kleine Seeräuber und der dicke Kapitän. Auf „TV-Nostalgie“  ist man der Meinung, dass die Geschichten der beiden auch von der Augsburger Puppenkiste stammen könnten; ja, es ist schon toll, was man mit Plastikfolie alles anstellen kann. Das hat so seinen ganz eigenen Charme.

Aus der Augsburger Puppenkiste sind mir nur die Geschichten vom Urmel aus dem Eis und Jim Knopf und die Wilde 13 im Gedächtnis geblieben; mit den tierischen Helden wie Madame Wutz, dem singenden Seelöwen, dem Wawa mit seiner „Mupfel“ (der kann nicht richtig sprechen), und als nicht-tierischem Helden den Scheinriesen, der in der Ferne riesig aussieht und beim Näherkommen immer kleiner wird. Kein Wunder, der stammt ja auch aus der Feder von Michael Ende.


 

Und damit ist sie auch schon wieder vorbei, meine nostalgische Reise in die Fernsehvergangenheit meiner Kinderzeit. Vielleicht weckt sie ja auch ähnliche Erinnerungen bei den ein oder anderen, die beim „Serienmittwoch“ mitmachen.

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