„Ohne dich wären die Gefühle von heute nur die leere Hülle der Gefühle von damals.“

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Paris. Irgendwann in den 90er Jahren. Ein Kurztrip über Ostern. Am Karfreitag waren meine Freundin und ich angekommen und ziellos dahingeschlendert. Irgendwann landete ich an der Metrostation „Bastille“ und machte einen Fahrradladen ausfindig, von dem auch geführte Radtouren durch die unterschieldichen Arrondissements organisiert wurden. Während meine Freundin sich Versailles ansah, gönnte ich mir eine Auszeit zum Friedhof Père Lachaise, um schließlich wieder an der Bastille zu landen und den Nachmittag in einem Straßencafé ausklingen zu lassen. Jene Atmosphäre läßt sich im Nachhinein nur schwer beschreiben, aber heute nachmittag hatte ich eine leise Ahnung des Gefühls von damals.

 02 Paris

Bei einem Gläschen Weißwein blätterte ich in einer Zeitung und blieb an einem Reisebericht über Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, hängen. Und ich dachte so für mich: „Oh, wie schön diese Bilder aussehen – warum fahre ich eigentlich nicht zur Abwechslung mal dahin, wo ich noch nie war? Und in Baku war ich noch nie…“

 

 

Am besten lass‘ ich etwas Gras über die Sache wachsen und schaue, ob diese Idee nicht bloß ein Strohfeuer, eine spontane Eingebung oder ein eventuell in Angriff zu nehmender Punkt auf meiner imaginären Bucket-List ist, bevor es am Ende noch heißt „Das Leben ist nichts weiter als das Proben für eine Vorstellung, die niemals stattfindet.“ (Hipolito in „Die fabelhafte Welt der Amélie“).

Serienmittwoch #64 : Lieblingsorte

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Vor lauter familiärem Streß habe ich doch glatt Corlys 64. Serienmittwoch verpasst, der sich um unsere Lieblingsorten in Serien dreht. Die Frage lautet:

Welche Serienwelt/en magst du am liebsten und wieso? (Ort, Fantasywelt etc.)“


Die Serien, die ich mir immer wieder gerne ansehe, bestechen durch wunderschöne Landschaften oder durch eine romantisch verklärte Vergangenheit, auch wenn das Leben in der damaligen Zeit bestimmt alles andere als romantisch war – besser gesagt: Ich möchte weder im Mittelalter (Vikings) noch im Londoner Eastend der 60er Jahre (Call the Midwife) leben, und in Gegenden wie Westeros und Essos (Game of Thrones) schon gar nicht. Auch Cornwall zu Beginn des 19. Jahrhunderts (Poldark) ist keine Option für mich.

Dann schon lieber mit Dr. Who und seiner TARDIS durch Raum und Zeit reisen, auch wenn bei diesen Reisen in Vergangenheit und Zukunft allerlei Gefahren auf einen lauern – aber wenn man ein wenig Glück hat, kann die TARDIS einen auch ganz schnell wieder von der Gefahrenzone fortbringen. Jetzt aber genug der Vorrede – hier kommen nun meine …

~~~~~ … Lieblingsorte ~~~~~

Die von mir gesetzten Links führen zu einigen ausgewählten Beispielbildern.


Deep Space NineImmer wenn mein Mann und ich uns eine DS9-DVD eingelegt haben, hatten wir beim Erklinen der Erkennungsmelodie denselben Gedanken: „It’s a sort of homecoming“ – ja, es war ein wie ein gemeinsames Nachhausekommen nach einem anstrengenden Tag. Doch dieses liebgewonnene Ritual musste irgendwann ein schmerzhaftes Ende nehmen, wenn auch erheblich früher als ich mir jemals hätte träumen lassen…

und darum habe ich beschlossen, mir neue Rituale zu erschaffen und neue Welten zu erschließen; weshalb ich mir so schnell wie möglich Staffel 2 und 3 von „Vikings“ geholt habe. Mein Traum ist es, irgendwann einmal nach Skandinavien zu reisen. Obwohl, wenn ich es recht bedenke: In der Nähe von Haithabu (in der Serie Hedeby genannt) war ich ja schon, nur sah es dort wesentlich anders aus. Weniger bergig. Und wenn wir schon mal beim Mittelalter sind, so gefällt mir das Grüne Tal in Westeros bei „Game of Thrones“, weil es mich so sehr an die schottischen Highlands erinnert. Aber tun das nicht die meisten Landschaften von Westeros? Schottische Highlands sind mein absolutes Traumziel – in der Serie „Outlander“ kam ich dabei voll auf meine Kosten.

Wer aufmerksam mitgelesen hat, kann schon den sich abzeichnenden Trend erkennen, denn mein Herz schlägt eindeutig für das nördliche Europa – Skandinavien und die „britischen“ Inseln. Außerdem reise ich beim Lesen und Fernsehen gerne in die Vergangenheit.

Poldark spielt in Cornwall, und hier war ich sogar schon zweimal. Mit einer Gruppe von Fans dieser Serie (der aus den 70er Jahren) habe ich 2000 eine Reihe der Drehorte besichtigt und auch den Hauptdarsteller sowie den Schöpfer der literarischen Vorlage getroffen. Aber auch so und ohne diese Serie gesehen zu haben, ist Cornwall immer eine Reise wert.

Downton Abbey : Das Ambiente und das Zeitkolorit mitsamt der wunderschönen Kostüme haben von Anfang an eine Faszination ausgeübt, der ich mich nur langsam entziehen konnte. Dass nach sechs Staffeln schon Schluss sein würde, hatte ich am Anfang nicht bedacht, konnte ich aber nachvollziehen, weil auch irgendwann die schönste Geschichte auserzählt und aus dem Spiel die Luft raus ist.-

Call the Midwife : „and now for something completely different“ hieß es schon bei Monty Python’s Flying Circus. Und deswegen überspringe ich jetzt einige Jahrzehnte und lande in Poplar, einem der ärmsten Viertel von London, und zwar bei den Nonnen und Hebammen von Nonnatus House. Hier ist es aber zur Abwechslung mal nicht die Landschaft, sondern einfach der Zusammenhalt unter den Frauen und die rührend erzählten Geschichten und Schicksale dort lebenden Bevölkerung, in den meisten Fällen einfache Leute – keine Aristokraten wie in „Downton Abbey“ oder in „Inspector Barnaby“.


Inspector Barnaby und Agatha Raisin

Manchmal wünsche ich mir, ich könnte auch in einem solchen beschaulichen Örtchen wie Carsley (als Nachbarin von Agatha Raisin) oder Midsomer Sowieso wohnen, auch wenn ich weiß, dass es sämtliche Ortschaften aus „Inspector Barnaby“ in Wirklichkeit gar nicht gibt und dass die Serie an verschiedenen Orten gedreht wurde. Und in Wahrheit möchte ich auch mit der Polizei so wenig wie möglich zu tun haben, weder mit Tom und John Barnaby noch mit Detective Sergeant Robert Lewis und dessen Assistenten DS James Hathaway; letztere haben als Hauptermittler in den freitags auf ZDF Neo laufenden Oxford-Krimis „Lewis“ in Oxford ihr Revier.

Wenn ich ehrlich bin, schaue ich diese Serie mehr oder weniger regelmäßig, aber nicht wegen der unglaublich spannenden Handlung (*räusper *), sondern tatsächlich wegen der Oxforder Kulisse in sonnigem Gelb. Mir gefällt einfach die Architektur dieser Stadt, auch wenn’s regnet. 2008 waren mein Mann und ich für einen Tag schon mal da, und vielleicht fahre ich eines Tages doch noch mal hin.