Magische Mottos 2.0 – April 2017 : Kontraste


Auf dem Episodenfilm-Blog von paleica wird an jedem Monatsersten ein Motto bekanntgegeben, die es bis zum Ende des Monats fotografisch umzusetzen gilt. Auch ich war nicht untätig und habe mein Archiv durchstöbert, in dem sich Bilder mit Kontrasten unterschiedlicher Art befinden. Vier davon habe ich für die Aprilaufgabe ausgewählt:

Kontrast 1 : „Drinnen“ vs. „Draußen“ – Ort des Geschehens: Luminale 2014

MM 04 April 1 Kontrast

Normalerweise stellt man Stehlampen ins Wohnzimmer. Hier hat der Künstler drei Lampen im Freien aufgestellt. Für mich lag der Reiz des Motivs nicht nur in dem Gegensatz zwischen „drinnen“ (Wohnzimmer) und „draußen“ (am Fluß), sondern auch zwischen künstlicher Beleuchtung und echter Dunkelheit.

Kontrast 2 : „freier Fall“ vs. „fester Boden“ – Ort des Geschehens: Luminale 2016

MM 04 April 2 Kontrast

In diesem begehbaren Kunstwerk habe ich gleich zwei Kontraste entdeckt: 1) den Gegensatz zwischen Rot und Schwarz (die klassische Farbkombination zur Steigerung von dramatischen Effekten, nicht nur beim Roulette) & 2) das Gefühl, gleich ins Bodenlose zu stürzen, das ich beim Betreten des festen Bodens hatte, denn der war verspiegelt.

Kontrast 3 : „alt“ vs. „neu“ – Ort des Geschehens: Bei uns im Hof

MM 04 April 3 Kontrast

Noch ein Kontrast, der mir erst später aufgefallen ist: Beim Ausmisten habe ich uralte, rostige Schrauben und Ketten gefunden, die ich auf einer nagelneuen Serviette drapiert habe. Et voilà: Fertig ist der Gegensatz zwischen alt und neu.

Kontrast 4 : Komplementärkontrast Rot/Grün – Ort des Geschehens: Bayrischzell 2014

 MM 04 April 4 Kontrast

Hier bedarf es nicht vieler Worte. Ich wollte unbedingt noch einen Komplemenärkontrast ins Spiel bringen: entweder Blau/Orange, Gelb/Violett oder Rot/Grün. Meine Wahl fiel dann schließlich auf Rot/Grün.

Jetzt bin ich auf die anderen Ergebnisse gespannt.

100 Creative Challenges #83 : Spielplatz


 

Mein letzter Beitrag zu den „100 Creative Challenges“ ist schon eine Weile her, und so wie es aussieht, werde ich längst nicht bei allen Aufgaben mitmachen, so reizvoll ich sie auch finde… aber das ist ja auch nicht Voraussetzung, um dabei mitzumachen. Am liebsten erkläre ich ja Fotos zu „visuellen Werken“, auch wenn man darunter Zeichnungen, Gemälde, Aquarelle, Collagen, Filme etc. verstehen kann. Diesmal aber wime ich mich zur Abwechslung einer reinen Fotografier-Aufgabe. Sie trägt die Nr. 83 und lautet:

Geh zum nächsten Spielplatz und mach ein interessantes Foto von etwas, das du dort entdeckst. (Bitte keine fremden Kinder fotografieren.)

~~~~~~~~~~~~   Der Spielplatz, den ich jeden Tag vor meiner Nase habe, wenn ich auf meinen Bus warte, liegt idyllisch an einem Weiher, der momentan von Enten, Nil- und Kanadagänsen sowie Blässhühnern bevölkert wird. Aber nicht die haben mein Interesse geweckt, sondern die rosa blühenden Bäume. Und so habe ich mein Handy gezückt und munter drauflosfotografiert. Die Bäume waren nämlich nicht das Einzige, was ich heute festhalten wollte.   ~~~~~~~~~~~~

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So eine wunderbare Blütenpracht müsste doch betörend duften… könnte man meinen; was aber in meine Nase drang, war nicht der Duft von Frühlingsblühern, sondern von Lösungsmitteln und frischer Farbe. Eine Drehung um 270° offenbarte mir die Quelle dieses Odeurs:

Seit März gibt es hier an bestimmten Nachmittagen einen Fahrradworkshop für Kinder und Jugendliche, und in diesem speziellen Fall hatte man einen Fahrradrahmen in einen Baum gehängt und den jungen Künstler mit Spraydosen hantieren lassen. Mit stolzgeschwellter Brust erklärte mir der Bub, mit welcher Farbe außer Blau und Schwarz er seinem Drahtesel zusätzlich einen besonders coolen Look verpassen wollte.

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Schließlich gewann Silber den Vorrang, weil Gold seiner Meinung nach doch nicht so cool sei. Natürlich wollte der Kleine unbedingt mit aufs Bild, aber auch die Erlaubnis der Mama konnte mich nicht von meinem Vorhaben abbringen, nur das zerlegte, baumelnde Rad abzulichten.

Außer dem Fahrrad und den Sprayern habe ich auch noch die Rückseite des Gebäudes fotografiert, in dem anscheinend die Materialien für den Fahrradworkshop aufbewahrt werden. Das Büdchen war einst ein Kiosk, in Offenbach auch Wasserhäuschen genannt, wo ich früher immer Eis und ab und zu auch eine Zeitung gekauft habe. Seit seiner Schließung lag es lange Zeit brach, bis sich ein Stadtteilbüro seiner erbarmte und es seitdem für unterschiedliche soziale Initiativen nutzt.

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Farblich passt dieses Graffiti mit dem Kolibri dann am Ende doch wieder sehr gut zu den blühenden Bäumen. Und nun war’s für dieses Mal auch schon wieder bei den „100 Creative Challenges“. Doch dazu demnächst mehr in diesem Theater.

#PMJ : „Postmodern Juke Box“ – das Original : besser als die Originale selbst


 

Wer sich bei dieser scheinbar abstrusen Überschrift fragt, was das denn soll, dem sei gesagt: Ich war am 5. April in der Jahrhunderthalle in Höchst, bei einem Konzertabend von „Scott Bradlee’s Post Modern Jukebox“, auch PMJ abgekürzt. Mir war diese amerikanische Musikgruppe mit ca. 70 Mitgliedern, die in kleinen Gruppen wechselnder Besetzung gleichzeitig auf Tournee geht, bislang nicht bekannt – ein Umstand, den eine Musikkolumne in der Onlineversion der Süddeutschen Zeitung geändert hat.

In dem Artikel mit der griffigen Überschrift „So will jeder Song klingen, wenn er mal groß ist“, heißt es unter anderem: „Mit der Postmodern Jukebox spielt Bradlee die Charts der letzten Jahrzehnte rauf und runter – in Jazz-Versionen. Inzwischen sind acht Alben veröffentlicht, vor ein paar Wochen hat Bradlee die Marke von einer halben Milliarde Klicks auf Youtube geknackt. Und auf Spotify hören ihm auch schon 400.000 Fans zu. Und was haben sie alle? Recht haben sie. Völlig recht.“

Ich hatte vorab schon ein paar Videos von ihnen auf youtube gesehen und war begeistert, aber damit hatte es sich auch schon. Durch Zufall erfuhr ich, dass es noch Tickets gab; also holte ich mir flugs eins und freute mich auf die Veranstaltung, völlig ohne Ahnung, welche Charthits im Swingstil den Konzertbesuchern dargeboten werden würden. Die Combo spielte tatsächlich volle zwei Stunden (inclusive Zugaben) durch, und stellenweise hatte ich wirklich Schwierigkeiten, die Originalvorlagen zu erkennen, und trotzdem gefielen mir die Neuinterpretationen um Längen besser. Zu denen gehören u.a.:

Bad Romance“ von Lady Gaga

Radioactive“ von den Imagine Dragons

Mr.Brightside“ von Amy MacDonald

All about that Bass“ von Meghan Traynor

Grenade“ von Bruno Mars

Shake it off“ und „Blank Space“ von Taylor Swift

Mmmbop“ von Hanson

Creep“ von Radiohead

Von denen war „Creep“ mein persönliches Highlight mit Gänsehauteffekt, besonders gelungen fand ich die Doo-Wop-Version von „Mmmbop“: welcome to the fifties.; und ich fand mein persönliches Vorurteil mal wieder bestätigt, dass eine gelungene Neuinterpretation selbst das merkwürdigste Original noch verbessern kann. Ein Original ist für mich übrigens jemand, der durch seine einprägsame Erscheinung oder Art aus der Masse heraussticht und dadurch bekannt *), wenn nicht gar berühmt wird. In dieser Hinsicht betrachte ich PMJ tatsächlich als Originale… deren Versionen mir, wie schon zur Genüge erwähnt, besser gefallen als die Originalsongs.

Was für mich den Reiz von PMJ ausmacht, ist nicht nur die Musik und der Gesang, sondern auch die Darbietung von Akrobatik-, Beatbox- und Steptanzeinlagen. Sollte die Gruppe nächstes Jahr wieder nach Frankfurt kommen, bin ich auf jeden Fall mit von der Partie. Zwar gehöre ich nicht zu den Hunderttausenden, die sich Scott Bradlee’s Post Modern Jukebox per Spotify streamen oder auf youtube die Videos anklicken, aber seit diesem Konzert haben sie mit mir einen weiteren Fan hinzugewonnen.


 

 

*) PS: Ein echtes Original meiner Heimatstadt war Karl Winterkorn (1880-1939), der in Sachsenhäuser Apfelweinlokalen Zündhölzer feilbot und Streichholzkarlchen genannt wurde, als seine Anwort auf die Frage, was er denn von Beruf sei, „Holzhändler“ lautete. Ein Denkmal des nur 1,30 m großen und korpulenten Männleins mit den Schwefelhölzchen steht am südlichen Rand des Wilhelmsplatzes, wo dreimal in der Woche der Wochenmarkt stattfindet.