#PMJ : „Postmodern Juke Box“ – das Original : besser als die Originale selbst


 

Wer sich bei dieser scheinbar abstrusen Überschrift fragt, was das denn soll, dem sei gesagt: Ich war am 5. April in der Jahrhunderthalle in Höchst, bei einem Konzertabend von „Scott Bradlee’s Post Modern Jukebox“, auch PMJ abgekürzt. Mir war diese amerikanische Musikgruppe mit ca. 70 Mitgliedern, die in kleinen Gruppen wechselnder Besetzung gleichzeitig auf Tournee geht, bislang nicht bekannt – ein Umstand, den eine Musikkolumne in der Onlineversion der Süddeutschen Zeitung geändert hat.

In dem Artikel mit der griffigen Überschrift „So will jeder Song klingen, wenn er mal groß ist“, heißt es unter anderem: „Mit der Postmodern Jukebox spielt Bradlee die Charts der letzten Jahrzehnte rauf und runter – in Jazz-Versionen. Inzwischen sind acht Alben veröffentlicht, vor ein paar Wochen hat Bradlee die Marke von einer halben Milliarde Klicks auf Youtube geknackt. Und auf Spotify hören ihm auch schon 400.000 Fans zu. Und was haben sie alle? Recht haben sie. Völlig recht.“

Ich hatte vorab schon ein paar Videos von ihnen auf youtube gesehen und war begeistert, aber damit hatte es sich auch schon. Durch Zufall erfuhr ich, dass es noch Tickets gab; also holte ich mir flugs eins und freute mich auf die Veranstaltung, völlig ohne Ahnung, welche Charthits im Swingstil den Konzertbesuchern dargeboten werden würden. Die Combo spielte tatsächlich volle zwei Stunden (inclusive Zugaben) durch, und stellenweise hatte ich wirklich Schwierigkeiten, die Originalvorlagen zu erkennen, und trotzdem gefielen mir die Neuinterpretationen um Längen besser. Zu denen gehören u.a.:

Bad Romance“ von Lady Gaga

Radioactive“ von den Imagine Dragons

Mr.Brightside“ von Amy MacDonald

All about that Bass“ von Meghan Traynor

Grenade“ von Bruno Mars

Shake it off“ und „Blank Space“ von Taylor Swift

Mmmbop“ von Hanson

Creep“ von Radiohead

Von denen war „Creep“ mein persönliches Highlight mit Gänsehauteffekt, besonders gelungen fand ich die Doo-Wop-Version von „Mmmbop“: welcome to the fifties.; und ich fand mein persönliches Vorurteil mal wieder bestätigt, dass eine gelungene Neuinterpretation selbst das merkwürdigste Original noch verbessern kann. Ein Original ist für mich übrigens jemand, der durch seine einprägsame Erscheinung oder Art aus der Masse heraussticht und dadurch bekannt *), wenn nicht gar berühmt wird. In dieser Hinsicht betrachte ich PMJ tatsächlich als Originale… deren Versionen mir, wie schon zur Genüge erwähnt, besser gefallen als die Originalsongs.

Was für mich den Reiz von PMJ ausmacht, ist nicht nur die Musik und der Gesang, sondern auch die Darbietung von Akrobatik-, Beatbox- und Steptanzeinlagen. Sollte die Gruppe nächstes Jahr wieder nach Frankfurt kommen, bin ich auf jeden Fall mit von der Partie. Zwar gehöre ich nicht zu den Hunderttausenden, die sich Scott Bradlee’s Post Modern Jukebox per Spotify streamen oder auf youtube die Videos anklicken, aber seit diesem Konzert haben sie mit mir einen weiteren Fan hinzugewonnen.


 

 

*) PS: Ein echtes Original meiner Heimatstadt war Karl Winterkorn (1880-1939), der in Sachsenhäuser Apfelweinlokalen Zündhölzer feilbot und Streichholzkarlchen genannt wurde, als seine Anwort auf die Frage, was er denn von Beruf sei, „Holzhändler“ lautete. Ein Denkmal des nur 1,30 m großen und korpulenten Männleins mit den Schwefelhölzchen steht am südlichen Rand des Wilhelmsplatzes, wo dreimal in der Woche der Wochenmarkt stattfindet.

 

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2 Kommentare zu “#PMJ : „Postmodern Juke Box“ – das Original : besser als die Originale selbst

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