100 Creative Challenges – Aufgabe 07 „Sonderedition in Grün“


 

Alternativtitel „Nacht der Museen 2017, Teil II : Was passiert, wenn man spontan kreativ sein will“

 

Bei der Nacht der Museen verbrachte ich dieses Jahr drei Stunden im Haus der Stadtgeschichte und im Klingspormuseum (Museum für Buch- und Schriftkunst). Während dieses Besuchs machte ich spontan bei einem Monotypie-Workshop mit und hatte beim Anblick der grünen Farbe die Eingebung, eine weitere Aufgabe von Hotarus „100 Creative Challenges“ auszuprobieren:

 

07 – Erschaffe ein visuelles Werk, das nur in Grüntönen gehalten ist.

Eigentlich klingt es so einfach: Eine Glasplatte mit etwas Linolschnittfarbe bestreichen, mit einem Pinsel oder anderen Hilfsmittel Muster hineinkratzen oder anderweitig aufbringen, Papierbogen auflegen, mit einer kleinenWalze festrollern und am Schluss das Papier abziehen -that’s it! Aber es dauert eine Weile, bis man das Gefühl dafür hat, wieviel Farbe genug ist – und so sahen dann meine ersten Bilder aus, die dann auch entsprechend Zeit zum Trocknen benötigten. Was auf der Platte hängenblieb, reichte dann für einen weiteren Druck, der allerdings blasser ausfiel als der erste, aber ich hatte auf der Walze noch genügend Farbe für eine neue Runde. Und dies ist meine erste Ausbeute…

100 CC 07 - inspired by Ton Schulten

und das der blasser ausgefallene Druck, bei dem das Blau vom Anfang durchkam:

100 CC 07 - Zweitdruck

 


Beim Verteilen der Farben auf der Platte fühlte ich mich in manchen Momenten an die Kunst von Ton Schulten erinnert. Das wäre der Moment gewesen, ein Blatt Papier aufzulegen und diese Farbexplosion abzudrucken – aber einmal zu viel gewalzt, und schon war er vorbei. Vielleicht war es auch gut so, denn es war noch zu wenig Grün darin gewesen. Irgendwann war dann auch die grüne Farbe meiner Reichweite entschwunden, und als noch andere Farben zu dem Gelb, Blau und Grün hinzukamen, hatte ich irgendwann einen unerwünschten Mischmasch in Pastell auf der Platte. Da half nur noch Übertünchen mit Rot. Aber das Ergebnis möchte ich hier nicht mehr präsentieren.

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Nacht der Museen 2017, Teil I : Was passiert, wenn man einen Plan hat.

 

Nacht der Museen 2017


Auch in diesem Jahr fand wieder Anfang Mai die Nacht der Museen in Frankfurt und Offenbach am Main statt, und die Frankfurter Neue Presse sagte Zehntausende Besucher voraus. Wie viele es tatsächlich waren und wie dicht das Gedränge wurde, kann ich nicht sagen, weil ich beschlossen hatte, mich auf ein Museum in Offenbach zu konzentrieren – ein Plan, der schon letztes Jahr sehr gut funktioniert hatte; im Ledermuseum war ich in den Genuß einer Hausführung gekommen und hatte Kunsthandwerkern bei ihrer Arbeit mit Leder zuschauen können, und dafür musste ich weder Schlangestehen noch mir die halbe Nacht um die Ohren schlagen.

Diesmal hatte ich mich für das Klingspormuseum entschieden; nicht nur die aktuelle Ausstellung, sondern auch das Rahmenprogramm mit Chansons, Can-Can-Tanz und kulinarischen Leckereien (Mini-Quiches & Wein) machten mich neugierig.

Nacht der Museen Klingspormuseum


Dass auch das Haus der Stadtgeschichte auf der anderen Straßenseite, direkt gegenüber, das Thema „Lithographie“ im Programm hatte, erfuhr ich erst vor Ort. Mein persönliches Highlight des Abends war jedoch die Einladung, bei einem Monotypie-Workshop mitzumachen, die ich begeistert annahm, zumal die Kursleiterin einen Satz alter Herrenhemden dabei hatte, mit der die Teilnehmer ihre schicke Kleidung vor Farbflecken schützen konnten.


Und dann konnten wir auch schon loslegen mit unseren Monotypien: Eine Glasplatte mit etwas Linolschnittfarbe bestreichen, mit einem Pinsel oder anderen Hilfsmittel Muster hineinkratzen oder anderweitig aufbringen, Papierbogen auflegen, mit einer kleinen Walze festrollern und am Schluss das Papier abziehen -that’s it! Und das gab mir spontan den Gedanken ein, eine Monotypie in Grün zu machen, um eine der Aufgaben aus Hotarus „100 Creative Challenges“ in Angriff zu nehmen.

Doch das gibt einen separaten Beitrag. Jetzt widme ich mich erst mal dem Rest des Abends, während die Bilder vor sich hin trockneten.

Nachdem ich mir die Lithografien von Pablo Picasso, Marc Chagall, Antoni Clavé, Käthe Kollwitz und anderen berühmten Künstlern ausgiebig angeschaut und den Auftritt der Tanzgruppe bewundert hatte, begab ich mich ins Haus der Stadtgeschichte, wo ich nicht nur vorzügliche Häppchen und einen leckeren Cocktail konsten durfte, sondern auch bei einer Führung einen Einblick in den mir weniger geläufigen Teil der Geschichte meiner Heimatstadt und der umliegenden Gemeinden bekam. Noch ein Abstecher in die Porträt- und Landschaftsmalerei vergangener Zeiten und ein paar Besuchern beim Flippern auf dem berühmten „Tommy“-Flipper (I’m the pinball wizard) zugeschaut, bevor es zur Druckvorführung an einer Stangenpresse aus Alois Senefelders Zeiten ging. Für Interessierte habe ich hier einen Link zum Deutschen Museum in München.

Leider habe ich vom im Programmheft angekündigten Mangaworkshop und der Fotoaktion zum Verkleiden und Fotografieren nichts mitbekommen, aber dafür weiß ich jetzt, was es mit dem Offenbacher Schweinekrieg und mit dem Grenzgraben zwischen Frankfurt und Offenbach auf sich hat. Aber so schön ich den Abend auch fand: Nach drei Stunden waren meine Füße platt, und ich trat dem Heimweg an, vorbei an der illuminierten Fassade des Museums (die hätte durchaus auch einen Platz bei der Luminale im nächsten Jahr verdient) …

NdM Illumination

… und einem historischen Bus, der seine Runden durch das Offenbacher Nordend drehte. Von dem habe ich aber leider keine Fotos. Aber dafür von einem funktionstüchtigen „Buchomat“, in den man ein Fünfmarkstück einwirft und dann die Klappe seiner Wahl öffnet, um das gewünschte Buch zu erhalten. Ausprobiert habe ich ihn aber nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.