Serienmittwoch #79 : Hype (r Hyper, oder was?)


 

Bei Bücherhypes sind ja viele abgeneigt, das Buch zu lesen, was gerade gehypt wird und warten erst mal ab. Wie steht ihr zu Serienhypes? Ist es da genauso oder behandelt ihr die anders?


 

Das fragt Corly bei ihrer 79. Ausgabe des „Serienmittwochs“ – und ich muss sagen, dass mir Hypes so ziemlich auf den Senkel gehen, egal ob es sich um Bücher, Filme oder Serien handelt. Aus Erfahrung weiß ich nämlich, dass ich bei „gehypten“ Filmen bisher meistens auf die Nase gefallen bin und daher fast auch sicher sein kann, dass „La La Land“ aus dem Grund nichts für mich ist. Ausnahmen bestätigen die Regel. „Titanic“ gehört dazu. Oder „Der Herr der Ringe“. Oder… aber es geht ja nun um Serien. Und da gibt es für mich zwei Optionen:    1. Ich steige ein, wenn der Hype schon ein wenig abgeflaut bzw. fortgeschritten ist    -oder-    2. Ich steige in eine Serie ein, ohne zu wissen, dass es um sie einen Hype gibt.

Option 1

Meistens steige ich in Serien dann ein, wenn sie schon einige Staffeln auf dem Buckel hat, was aber nur bedingt funktioniert: Was bei Emergency Room (ER) geklappt hat, ist bei Lost total in die Hose gegangen. Darum war ich bei späteren Serien, die mir allenthalben angepriesen oder auf Teufel komm raus zitiert wurden, auch schlauer – doch dazu später mehr.

 

Eingestiegen in fortgeschrittene Hypes

Um mal bei den Beispielen ER und Grey’s zu bleiben: Was wurde damals ein Bohei um ER veranstaltet, weil George Clooney das Zugpferd war. Eingestiegen bin ich erst, als Mr. Clooney gar nicht mehr in der Besetzungsliste auftauchte, und trotzdem kam ich bei der Handlung noch mühelos mit. Bei Lost dagegen entwickelte die Story sich für mich dermaßen konfus, dass ich überhaupt nicht verstand, was daran so toll war. Und noch ein kurzer Nachsatz: Heute kennt ER vermutlich kaum noch jemand. So viel zum Thema „Hype“ und „muss man gesehen haben“.

Bei anderen Serien wie „Downton Abbey“ und „Game of Thrones“ habe ich tatsächlich mit der ersten Staffel angefangen, als bereits die dritte (DA) bzw. die vierte Staffel (GoT) angelaufen war. Bei DA konnte ich mir die DVD von meiner Schwester ausleihen – bei GoT habe ich einen Gutschein, den mir Kollegen zum Geburtstag geschenkt haben, eingelöst. Der Gedanke dahinter: Sollte mir die Staffel nicht gefallen, brauchte ich es nicht weiter schauen und kann die DVD weiterverschenken – bei Gefallen jedoch kann ich günstig die restlichen erwerben, um dann die aktuellen Folgen aus dem Fernsehen aufzunehmen. Der Plan ging auf, und ich wurde nicht enttäuscht, obwohl beide Serien gegensätzlicher nicht sein könnten. Aber ich habe halt einen vielseitigen Geschmack.

 

Nicht eingestiegen in laufende Hypes

Worum auch sehr viel Wind gemacht wurde, war Star Wars. Mitsamt dem ganzen Merchandising. Ist zwar keine Fernsehserie, aber eine Filmreihe. Da ich in meiner Jugend keinen einzigen Film aus dem großen George-Lucas-Imperium gesehen habe, war mir der ganze Rummel um die Teile 1 bis 3 so ziemlich fremd. Ja, die ersten beiden Teile habe ich – warum auch immer – im Kino gesehen, und ich fand die Filme auch sehr spannend, aber warum sich Leute die Filme ein Vierteljahr vorher nächtelang auf mehreren Rechnern aus dem Netz herunterladen müssen, habe ich in dem Zusammenhang nie verstanden. Abgesehen davon, dass solche Aktionen illegal sind; was gibt es Leuten, den Film noch vor dem offiziellen Start gesehen zu haben. Einen Wissensvorsprung? Neid anderer Star-Wars-Fans? Nach einem Vierteljahr hat sich dieser Zustand sowieso relativiert. Aber das sind bloß meine 50 Pfennige, äh Cent, für die Parkuhr.

 

Option 2

Von Anfang an dabei war ich bei Outlander, und zwar durch puren Zufall. An jenem Abend war mir meine Lieblingsserie (Grey’s Anatomy) aus irgendeinem Grund zu blöd, und ich hatte auf Geschnippel im OP und Beziehungsgeschwätz keine Lust, zappte durch die Programme und blieb ausgerechnet bei einer Szene in Outlander hängen, in der Claire dem Helden die Schulter wieder eingkugelt. Es wurde auf Gälisch geflucht, und ich dachte mir, das könnte vielleicht doch ganz interessant werden. Und so bin ich dabei geblieben und habe erkannt, dass ich die Verfilmung gelungener finde als die literarische Vorlage. Dass sich Outlander zum Renner bzw. zum Hype entwickeln würde, habe ich aber nicht geahnt. Und da mich Fandiskussionen in Internetforen meistens nicht interessieren, kann mich der eventuelle „Hype“ auch nicht tangieren.

Was mich allerdings tierisch nervt, ist massives Merchandising wie momentan mit den Minions oder wie vor einiger Zeit mit den Figuren aus Ice Age. Das schreckt mich dann tatsächlich von dem Besuch des Films ab. Von dem ich übrigens glaube, dass er so großartig nicht sein kann, wenn es sich um das x-te Sequel handelt und so eine Werbegroßoffensive nötig hat.

 

Und das war mein heutiger Beitrag zum Serienmittwoch. Hat Spaß gemacht. Danke.

Me Made Mittwoch : Eigentlich wollte ich …


 

 

bis zum 16. Juli mit der Präsentation meiner Bluse warten, denn da ist das Finale des Film- und Serien-Sew Along (FUSSA) – und dafür ist sie auch gedacht. Weil aber heute der MeMadeMittwoch zum letzten Mal vor der Sommerpause stattfindet, präsentiere ich sie hier, diesmal wieder ziemlich spät – mit der „Startnummer“ 89:

Das Modell ist die ärmellose Bluse Nr. 101 (burdastyle 9/2016)– die relativ weit fällt, und die ich trotzdem nicht eine Nummer kleiner genäht habe, weil sie sonst nicht mehr so bequem wäre. Den Seidenstoff mit Animalprint habe ich beim beim Nähbloggerinnentreffen in Stuttgart gekauft. Das waren die Eckdaten, kurz und knackig aufnotiert.

 

 

Bei den momentanen Temperaturen trägt sich die Bluse äußerst angenehm, und ich bin froh, dass sie nicht so körpernah fällt wie die Teile, die ich sonst so bevorzuge. Mal sehen, welche Abwandlung mir einfällt, wenn ich diese Bluse noch einmal nähen möchte. Und nun geht’s zur Präsentation weiterer selbstgenähter Kleidung – auf dem MMM vom 5. Juli 2017, der unter dem Motto „ich packe meinen Koffer“ steht.

 

Meinen Koffer packe ich zwar nicht, weil mein Urlaub schon lange vorbei ist, aber der nächste Urlaub in wärmeren Gefilden kommt bestimmt, und bis dahin kann luftige Kleidung fürs Büro auch nicht schaden.