Themenwoche zum Land meiner Wahl : Mo – Mi

 

Seit 31 Jahren gibt es ein Land, das mich fasziniert wie kein anderes: Schottland.

 

Kennengelernt habe ich zunächst nur seine Hauptstadt und deren nähere Umgebung bei der Abschlussfahrt des Englischleistungskurses im Herbst 1986. Bei der wurden wir in Zweier- und Vierergruppen in privaten Haushalten untergebracht, und seitdem habe ich immer noch Kontakt mit „meiner“ Landlady.

Zwischen 1986 und 2016 waren ich bestimmt gefühlt zehn Mal in Schottland, meistens in Edinburgh, mit Tagesausflügen nach Stirling, Loch Ness oder Fort William – aber 2008 haben mein Mann und ich uns damals den Traum von einer knapp vierwöchigen Rundreise durch dieses zauberhafte Land erfüllt; mit einer Woche Aufenthalt im August im Haus meiner Landlady, die zu diesem Zeitpunkt in Paris weilte, uns aber großzügiger Weise einen Schlüssel deponierte.

Bei keiner anderen Reise habe ich mich je wieder so frei gefühlt wie während dieser vier Wochen von Mitte August bis Mitte September; aber damit dieser Beitrag zu Corlys Themenwoche (endlich ist die Katze aus dem Sack!) kein Roman wird, versuche ich, mich kurz zu fassen, mich auf die wichtigsten Punkte zu beschränken und die Fragen mehrerer Tagen zusammenzufassen, denn die Woche habe ich entdeckt, als bereits zwei Tage um waren.


 

Montag: Wie hat euch das Land gefallen, und was gefiel euch am besten?

 

Hatte ich bei meinen ersten Besuchen zunächst nur Edinburgh erkundet und nicht verstanden, warum die Mehrheit der Schottlandreisenden so von den Highlands schwärmen, überfiel mich die Erleuchtung in 2008, denn unsere mehrwöchige Reise führte uns genau dort hin.

Leider muss ich zugeben, dass diese weitverbreitete Highlandbegeisterung für mich bisher nur ein abgedroschenes Klischee gewesen war, doch als wir uns diese wunderbare Landschaft selbst erwanderten, erkannte ich endlich, warum alle davon schwärmten. Schottland besteht aber nicht nur aus den Highlands, sondern aus den Borders, den Lowlands und vielen Inseln. Und überall dort ist es schön, deshalb kann ich die Frage vom Montag nur im Zusammenhang mit der vom Dienstag beantworten:

 

Dienstag: Wo wart ihr überall?

Ausführliche Reiseberichte mit Fotos zu jener Reise, gegliedert in sechs Kapitel, habe ich bereits 2008 auf ciao.de veröffentlicht – die Links zu dieser Verbraucherplattform verbergen sich hinter den fettgedruckten Datumsangaben; die komplette Übersicht über den Reiseverlauf gibt es nun hier:

14.8./15.8.08: Fahrt mit der Fähre von Amsterdam Ijmuiden nach Newcastle, und von dort weiter nach Edinburgh.

15.8.-20.8.08: Edinburgh.

20.8.-25.8.08: Dufftown (Speyside)

25.8.-30.8.08: Balblair (Black Isle)

30.8.-5.9.08: Kildonan (Isle of Skye)

5.9.-7.9.08: Glenshee

 

Mittwoch: Warum dieses Land?

Diese Frage habe ich mir schon unzählige Male selbst gestellt; auch war ich schon in Irland, Cornwall und England – nur in Wales war ich noch nicht. Aber immer wieder zog es mich wieder nach Schottland zurück. Grüne Hügel, sturmumtoste Küsten, hohe Berge… diese Kombination ist mir bisher wirklich nur in Schottland begegnet. Klar, Irland, Cornwall und England – jedenfalls die Gegenden, die ich bereist habe –haben Grün, Grün und nochmals Grün, und Meer natürlich auch. Fehlen nur noch die Berge- und die gibt’s in Schottland. So schön die Landschaft auch ist, ein Schottlandurlaub wäre für mich ohne den Besuch eines Pubs oder einer Whiskydestillerie unvollständig.

Und noch ein Punkt: die Herzlichkeit, die uns dort begegnet ist. Nie werde ich vergessen, wie wir auf einer Sechsmeilenwanderung vom Regen durchnäßt wurden, weil es nirgends eine Möglichkeit des Unterstellens gab, und als wir dann in diesem Zustand in einem Hotel einen Kaffee trinken wollten, um die Wartezeit auf unseren Bus zu überbrücken, wurden wir so zuvorkommend behandelt, als hätten wir die teuerste Suite in diesem glanzvollen Etablissement gebucht.

Oder das Ceilidh, der gesellige, bunte Abend mit Musik und Tanz in den Räumen des Royal British Legion Club von Dufftown, bei dem wir als Außenstehende genauso herzlich willkommen geheißen wurden wie die Einwohner der Stadt oder der halben Belegschaft von Glenfiddich. Anscheinend waren wir die einzigen Touristen, die sich dort hin trauten; aber es machte einfach Spaß, den Klängen der jungen Dudelsackspielerin zu lauschen oder beim Gruppentanz für Alt und Jung mitzumachen – da wahren etwaige Berührungsängste schnell vergessen.

Oder das stundenlange Heidelbeerpflücken in der Nähe der Dog Falls, irgendwo in der weiteren Umgebung von Loch Ness, als wir plötzlich vor einem Schild standen, auf dem man lesen konnte, dass hier die Dreharbeiten zu dem Film „Valhalla Rising“ stattfinden würden. Den Film habe ich nie gesehen, aber man kann nie wissen.

Ich könnte hier noch stundenlang so weiterschreiben, aber morgen ist auch noch ein Tag; dann widme ich mich den Fragen von heute und morgen. Und vielleicht fällt mir bis Samstag auch noch eine besondere Geschichte zu dem Land ein.


 

To be continued … Dann gibt’s auch Fotos dazu.