Die 5 Besten am Donnerstag # 55 : English for runaways, in films

 

Absurd ins Deutsche übersetzte Filmtitel – wem sind die nicht schon aufgefallen? Und wer hat sich nicht schon mal darüber lustig gemacht? Mit diesem Thema beschäftigt sich die heutige Ausgabe der 5 Besten am Donnerstag auf Goranas Blog. Nun war ich ja schon lange nicht mehr im Kino, aber in meiner umfangreichen DVD-Sammlung gibt es so einige Schätzchen, bei denen ich mich schon ab und zu über die irreführende Übersetzung gewundert habe. Also kommen nun hier meine „Top Five“ (oder doch eher Flop Five), mit der Übersetzung in pinkem Fettdruck und dem Originaltitel im schwarzen Fettdruck.

 

Die 5 absurdesten deutschen Filmtitel Übersetzungen

 

We want sex : Made in Dagenham

Vielleicht war „Hergestellt in Dagenham“ nicht eingängig genug, und vielleicht wäre es geschickter gewesen, den Arbeitskampf der Näherinnen bei den Ford-Werken in Dagenham in den Titel zu packen. Dieser dreht sich nämlich um gleiche Bezahlung von Männlein und Weiblein. Fakt ist, dass auf dem Banner, das die Näherinnen bei ihrem Streik aufrollen, der Slogan „We want sex equality“ steht, aber das „equality“ durch ein dummes Mißgeschick kaum zu sehen ist. Zwar finde ich, dass „We want sex“ nicht allzu weit hergeholt ist, aber diejenigen in die Irre geführt werden, die von der dem Film zugrundeliegenden Geschichte keine Ahnung haben und einen heißen erotischen Streifen erwarten. Eine absurde Erwartung, wenn man weiß, dass der Film ab einem Alter von 6 Jahren freigegeben worden ist.

 

In guten Händen : Hysteria

Korrekt wäre die Übersetzung „Hysterie“ gewesen, denn um die ärztliche Behandlung weiblicher Hysterie im viktorianischen England geht es in dem Film. Ob man die Assoziation zu dem Horrorfilmgenre bei einem Film mit FSK-12-Freigabe vermeiden wollte? Oder man wollte dem Publikum versichern, dass die Patientinnen bei dieser neuartigen Behandlungsmethode in guten Händen gewesen sind. Gibt man bei Google „In guten Händen“ ein, werden u.a. folgende Stichwörter vorgeschlagen: Pflege, Altenpflege, Versicherungen, Beisetzung.

 

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes : Harry Potter and the Deathly Hallows

Okay, hier hat man einfacherweise den Titel des gleichnamigen Romans zum Filmtitel erklärt, damit die Fans sofort wissen, um welche Verfilmung es sich handelt. Trotzdem betreibe ich hier meine Erbsenzählerei, und zwar bei der Übersetzung des Buchtitels:

Heiligtümer des Todes“ hätte ich mit „Sanctuaries of Death“ übersetzt – während „Deathly Hallows“ für mich immer noch „Tödliche Heilige“ sind. Wie man es aber dreht und wendet, konnte ich diesem Film nicht viel abgewinnen, denn das einzige, das hier für mich tödlich war, war die Langeweile, die auch noch in epischer Breite über zwei Teile ausgewalzt wurde.

 

Der Wachsblumenstrauß : Murder at the Gallop

Was passiert, wenn ich den Spieß umdrehe und das Wort „Wachsblumenstrauß“ ins Englische übersetze? Es kommt ein noch absurderer Titel heraus, und zwar „Bunch of Flowers of Wax“ oder „Bouquet of Wax“ heraus. „Mord im Gallop“ wäre zwar näher dran am Original, aber dass mit „Gallop“ das Hotel und nicht die schnelle Gangart des Pferdes gemeint ist, wäre wahrscheinlich nicht vielen aufgefallen. Dabei ist das namengebende Hotel der Schauplatz, und das im Film vorkommende Gemälde „Der Wachsblumenstrauß“ nur eine Randerscheinung.

 

Vier Frauen und ein Mord : Murder most foul

Mit dem Zusatz „most foul“ zu dem Wort „Mord“ konnte ich nicht viel anfangen, denn ist so ein Mord nicht immer etwas böses? Aufklärung bringt ein Blick auf die „Trivia“ im entsprechenden Eintrag bei Wikipedia. Demzufolge ist „murder most foul“ ein Auszug aus dem Shakespeare-Zitat „Murder most foul, as in the best it is, / But this most foul, strange and unnatural.“ aus Hamlet (1. Aufzug, 5. Szene) – dort steht dann auch die passende Übersetzung: „Ja, schnöder Mord, wie er aufs beste ist, doch dieser unerhört und unnatürlich.“

Schnöder Mord“ als Titel für einen Film, der in deutschen Kinos gezeigt werden soll, klingt allerdings nicht besonders interessant. Bei den im Titel genannten vier Frauen handelt es sich immerhin um Personen, die in dem Film eine wichtige Rolle spielen. Kleines Kuriosum am Rande: In dem Film zugrunde liegenden Buch (Originaltitel: Mrs. McGinty’s Dead) ermittelt nicht Miss Marple, sondern Hercule Poirot.

Ich bin ganz sicher, dass es noch viele andere, weitaus passendere Beispiele für mißglückte Übersetzungen gibt, aber diese fünf habe ich tatsächlich auch gesehen. Und jetzt bin ich gespannt, was anderen so alles aufgefallen ist und ich am Schluss sagen kann: Again what learned (wieder was gelernt).

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3 Kommentare zu “Die 5 Besten am Donnerstag # 55 : English for runaways, in films

    • ich hätte es mir auch einfach machen und im internet nach beispielen suchen können, aber das mit dem harry potter geht mir schon länger durch den kopf – da kam mir das thema gerade recht – und beim rest hab ich in meinen dvds gestöbert.

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