Mittendrin-Mittwoch #80 : Längengrad

 


 

Diese Woche gibt es nichts, was mich am Mittwoch reizt, allein der Mittendrin-Mittwoch von elizzy 91, die zur Zeit im Thrillerfieber ist, erscheint mir interessant, um mitzumachen, denn zur Zeit lese ich so viel wie schon lange nicht mehr. Und wie man sich denken kann, dreht sich der Mittendrin-Mittwoch ums Lesen – genauer gesagt:

 

Mittendrin Mittwoch besteht aus immer neuen Zeilen von Büchern in denen ich gerade mittendrin feststecke. Momentaufnahmen von Büchern, die ich gerade lese

(Zitat aus ihrem Blog)

In welchem Buch liest Du gerade?

Antwort:

Längengrad“ von Dava Sobel, 1996 im Berlin Verlag erschienen (ISBN 3-8270-0214-1)

 

Und wieder ist es ein Buch, das sich schon ein paar Jahre in meinem Besitz befindet; oft ist es die Aufmachung, die mich im Laden zu einem Buch greifen lässt, und wenn dann noch der Inhalt stimmt, kaufe ich es auch. Und so sehen nun meine nächsten Zeilen aus:

 


Harrisons Bewunderer haben oft darauf hingewiesen, daß er sich schriftlich nicht klar ausdrücken konnte. Er schrieb gewunden und umständlich. Welch brilliante Ideen sich in seinem Kopf auch entwickelt oder in seinen Uhren kristallisiert haben, sein sprachlicher Ausdruck war alles andere als glanzvoll. Sein letztes veröffentlichtes Werk, in dem er die ganze Geschichte seiner unerfreulichen Verhandlungen mit der Längenkommission darstellt, zeigt ihn auf dem Höhepunkt seiner endlosen Umständlichkeit. Der erste Satz erstreckt sich, ohne Punkt und Komma, über fündundzwanzig Seiten.“


 

Anders als der Uhrmacher William Harrison, um dessen Erfindung einer Schiffsuhr, die man kaum warten und nicht ölen muss und die dennoch exakter als alle zu diesem Zeitpunkt gebräuchlichen Chronografen geht, glänzt das spannend geschriebene Sachbuch der Wissenschaftsreporterin der New York Times durch einen präzisen Sprachstil und schafft es, das Leben auf See in längst vergangenen Zeiten anschaulich zu schildern. Viele stellen sich die Seefahrt des 16., 17. oder 18. Jahrhunderts ja unglaublich romantisch vor, aber allein der Gedanke an Krankheiten durch mangelhafte Verpflegung oder das Nichterreichen des Ziels aufgrund unzureichender Navigation hat mir jegliche Seefahrerromantik gründlich ausgetrieben.

Dafür möchte ich der Autorin dieser 229 kurzweiligen Seiten danken. Und elizzy91 für diese tolle Aktion.

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