Mein Glotzophon und ich : wenn der Horror real wird

 

 

 

Montag, 3. Dezember 2018:

Zur Zeit habe ich nichts an ausgeliehenen DVDs zu Hause. Also schnappte ich mir kurzentschlossen die siebte Staffel von American Horror Story (AHS), die ich mir vor ein paar Wochen gekauft habe. Die sechste Staffel habe ich zwar erst zur Hälfte gesehen, aber da die bisherigen Staffeln nicht aufeinander aufbauen, kann ich mir die auch getrost später ansehen. Nun also AHS „Cult“, die 2016 mit der Kandidatur von Hillary Clinton und Donald Trump um das Amt des nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten beginnt. Nahm ich zunächst an, dass mein Recorder spann und mir statt der synchronisierten Fassung das Original mit Untertiteln zeigte, ließ ich nach vier Anläufen entnervt die DVD weiterlaufen und begriff in der nächsten Szene, dass es nur die Filmaufnahmen der Wahlkampfreden waren, die nicht synchronisiert worden waren.

Das war aber nicht mein persönlicher Horror, genauso wenig wie das Geschrei des Herrn Trump oder die gruseligen Masken der Horrorclowns. Clowns waren noch nie wirklich mein Fall, auch nicht für mich, wenn meine Eltern mich als Kind in den Zirkus mitnahmen. Die meisten Zuschauer amüsierten sich prächtig über die Späße in der Manege; für mich waren diese Showeinlagen Lückenfüller zwischen Trapezkünstlern und Dompteuren. Aber zurück zu den Clowns. Jetzt könnte man meinen, dass ich mit Horrorclowns à la „ES“ mehr anfangen kann, weil ich so gerne schaurige Filme sehe. Tja, was soll ich sagen… Falsch gedacht. Worauf ich in der AHS-Staffel „Freak Show“ hätte verzichten können, war Twisty, der Clown. Der wird in der siebten Staffel nochmal recycelt und um einige weitere besonders „reizende“ Exemplare ergänzt, wie z.B. die „Elephant Woman“ oder den Typen mit den Löchern im Gesicht. Wer da an Trypophobie (Angst vor Löchern) oder Coulrophobie (Angst vor Clowns) leidet, ist gleich doppelt gestraft und sollte diese Staffel meiden, zumal die eigentliche Story in eine andere Richtung geht. Was mir an diesem Abend aber wirklich die Haare zu Berge stehen ließ, war das folgende Szenario.

Stell dir vor, du liegst auf der Couch, und du verfolgst das Geschehen auf dem Bildschirm unter Hochspannung. Durchs Haus schleicht eine Gruppe solcher Clowns, die mit Messern bewaffnet sind *). Gerade versucht einer von ihnen, durch eine verschlossene Tür in den nächsten Raum einzudringen – da hörst du plötzlich, wie in deinem Haus plötzlich jemand die quietschende Haustür öffnet und sich hineinschleicht, ohne einen Ton zu sagen.

Ich glaube, so schnell erschreckt mich nichts, aber in diesem Moment ging mir der Allerwerteste auf Grundeis. Glücklicherweise konnte ich der eigentlich harmlosen Sache auf den Grund gehen, denn es war kein unbekannter Eindringling gewesen, sondern nur meine Schwester, der an diesem Abend nicht danach war, die Anwesenden im Haus überschwenglich zu begrüßen. Ach, hätte sie es nur getan, dann hätte ich mich nicht so gruseln müssen.

 


*) Bildquelle:   https://files.scary-movies.de/2017/10/American-Horror-Story-Cult.jpg

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