Das Werk zum Wort 14/52 : Zeit

 

Woche 14 des Projekts „Das Werk zum Wort“ von Stepnwolf 38 weitere sollen folgen; nur werde ich nicht bei allen dabei sein.

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Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein passendes Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.“

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Und wieder bietet das aktuelle Wort unzählige Möglichkeiten, unter denen ich wählen kann, denn das Thema lautet

Zeit

Gott gab die Zeit. Von Eile hat er nichts gesagt“, ist ein beliebter Spruch an Sonnenuhren, die älteste Form des Versuchs, die Zeit anzuzeigen. Festhalten kann man sie ohnehin nicht. Die Zeit ist ein allgegenwärtiges Thema, ob in Kunst & Musik oder Literatur & Film. Wo fange ich an, wo höre ich auf? Da ich Zeitreisegeschichten liebe, wird dies eine geistige und künstlerische Zeitreise, die vordergründig die 60er Jahre zum Ziel hat, aber in Wahrheit weit in die Vergangenheit führt.

Unzählige Aufnahmen waren nötig, bis die Byrds mit dem Resultat ihres Klassikers „Turn Turn Turn (to everything there is a season)“ von 1965 endlich zufrieden waren, und die Mühe hat sich gelohnt. Schon immer mochte ich dieses Lied sehr, allein schon wegen der Gitarre und des mehrstimmigen Gesangs, doch erst der Text macht es für mich zu etwas Besonderem:

 

 

 

 

Er stammt nämlich geradewegs aus dem Alten Testament, dem Buch der Weisheit (Book of Ecclesiastes 3:1-8), auch bekannt als Buch Kohelet oder Prediger Salomo. Ob es aus dem dritten oder zehnten Jahrhundert vor Christus stammt, ist noch nicht ganz klar, aber es gibt Weisheiten, die die Jahrhunderte überdauern. Übersetzt liest sich der folgende Auszug daraus, in etwa so:

 

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Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit“

(…)
„weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit;
klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit“

(…)
lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit;
Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

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Und somit ist „To everything there is a season“ bzw. „ein jegliches hat seine Zeit“ das älteste, von mir bisher entdeckte Werk. — Das nächste Wort: Picknick


 

(Quellen: Video: https://www.youtube.com/watch?v=pKP4cfU28vM  / Text: Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

 

 

 

 

8 Kommentare zu “Das Werk zum Wort 14/52 : Zeit

    • freut mich, dass er Dir gefällt. Ich hatte bei dem Thema zuerst viel zu viele Ideen. Filme, TV-Serien, Songs von meiner Lieblingsband? Schien mir alles nicht wirklich passend… Darum die Byrds. Das Lied fand ich schon immer toll.

      • Ich dachte auch zuerst an Songs, z.B. Bob Dylans „The times they are a-changing“ oder „Time is on my side“ von den Stones. Außerdem hatte ich ständig Barry Ryans „Zeit macht nur vor dem Teufel halt“ – typisch 70er Jahre und bombastisch-kitschig… Hatte sich trotzdem irgendwie bei mir festgesetzt… 😉

      • Ich hatte erst „Time in a bottle“ von Jim Croce, „If I could turn back time“ von Cher oder „Not enough time“ von INXS im Sinn. Oder das Album „Time“ von ELO. Wenn man einmal damit anfängt, hört das ja nie auf.

    • Diesen Film habe ich noch gar nicht gesehen, ich kenne nur das Remake Stadt der Engel… und bei dem Byrds-Song dachte ich, dass der Texte eine Übersetzung des Bibeltextes sei.

      • Das Remake ist auch gut, aber Wenders Original lässt sich nicht toppen. Ist aber auch ganz anders (Stimmung, visuelle Umsetzung) als die US-Variante.

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