#Writing Friday – week 25.2

 

Heute ist bei mir der Startschuss für ein neues Projekt gefallen, das ich bei elizzy entdeckt habe – den Writing Friday. Das ist nun mein nächster Beitrag, denn der Juni hat ein paar interessante Themen zu bieten. Mein Erstlingswerk drehte sich um die spannende Frage, ob ich jemandem davon erzählen würde, wenn ich plötzlich fliegen könnte und was ich damit anfänge. Für mich war das eine interessante Erfahrung. Aber was kommt jetzt? Ganz einfach: ♦♦♦ Heute schreibe ich einen Brief an mein 80jähriges Ich. ♦♦♦

 

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Allein zu Haus, den 21.6.2019

Liebes Ich (oder Du?),

liebe U,

fast 30 Jahre sind nun vergangen, und vermutlich sind Deine Augen schon so schwach, dass Du Diese Zeilen ohne eine gute Lesebrille nicht entziffern kannst, deshalb habe ich für Dich extra etwas größer als sonst geschrieben (wenn Du verstehst, was ich meine). Kleiner Insiderjoke, Du kennst ja Deine Dioptrien, die Du 2019 hattest. Aber genug der Gesundheitsthemen. Das soll ja ein Gruß an Dich in der Zukunft und nicht die Jubiläumsausgabe der Apotheken-Umschau werden. Anstatt über Wehwechen zu jammern, hast Du es hoffentlich in der Zwischenzeit ordentlich krachen lassen und Deine komische „Bucket-List“ nochmal gründlich überarbeitet. Das wievielte Mal auch immer – schließlich hast Du Dich schon mit 50 über das, was Du mit 20 wolltest, köstlich amüsiert.

Tja, die Zeit ist nun mal endlich, dazu musst Du Dir nicht wieder und wieder dieses eine Lied anhören, das Du auf Deinem Handy abgespeichert hattest: „not enough time for all that I want for you, not enough time for every kiss, and every touch, and all the nights…“. Aber lassen wir das! Bevor der Kitschalarm ausbricht. Und wer weiß, vielleicht liest Dir ja auch jemand diesen Brief vor – der bekäme dann vor lauter Verlegenheit und Fremdschämen tomatenrote Ohren. Hach ja, Du weißt doch: Ich liebe es, Leute aus der Fassung zu bringen. Du auch noch? Von diesem Teufelchen hast Du Dich vermutlich auch im Alter noch nicht getrennt. Aber gut, jetzt wird’s aber wirklich albern. Gehen wir lieber zurück zu Deiner Liste all der Dinge, die Du noch erledigen wolltest.

Wie war das nochmal mit dem Plan, den Eiffelturm zu Fuß zu erklimmen? Dieses Jahr haben sie dort eine Seilrutsche montiert, mit der man von der zweiten Etage aus in einem Affenzahn über hundert Meter in die Tiefe sausen kann. Das wäre doch die Gelegenheit gewesen, Dich Deiner Höhenangst zu stellen. Aber ich wette, dazu hat Dir der Mut gefehlt. Alternativ wäre da noch der CN-Tower in Toronto gewesen, an dem man angeseilt in mehr als 300 Metern Höhe an dessen Fassade entlang spazieren kann, ganz ohne Geländer. Na, Dir ist doch nicht etwa schon beim Lesen schwindelig geworden?

Ach, bevor ich’s vergesse: Wolltest Du nicht „irgendwann“ ein Buch schreiben? Ich bin neugierig, ob dieser Plan Gestalt angenommen hat… und wenn’s nur ein Sammelband mit Kurzgeschichten und Gedichten geworden ist. Ich hoffe, Du bist nicht wieder in das alte Muster von wegen „ja, später mal“ und „irgendwann“zurückgefallen; das mit der Skandinavienreise, die Du mit Deinem Andy machen wolltest, ist ja auch nichts geworden, als er noch lebte. Aber muss immer erst etwas so Heftiges und Unumkehrbares passieren, damit man aufwacht? Auch wenn’s teilweise ein holpriger Weg gewesen sein wird, so möchte ich Dir an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich dazu gratulieren, dass Du dem Leben schließlich nach und nach immer mehr positives abgewinnen konntest und hoffe, dass das kein Strohfeuer war und Du dafür sorgen konntest, dass sich Deine Wünsche erfüllen konnten. Egal, auf welchem Gebiet.

Da ich mir vorstellen kann, dass Dich ein noch längerer Brief ermüdet, beende ich diesen ins Gewissen redenden Gruß und grüße Dich aus der Vergangenheit,

Herzlichst, Dein Ich aus dem Jahr 2019.

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Und das hier sind/waren die übrigen Schreibthemen für den Juni (die Unterstrichenen habe ich mir ausgesucht):

  • Julia wollte das alles nicht, doch nun steckte sie zu tief mit drin.” Wie geht die Geschichte weiter?
  • Schreibe einen Brief an dein 80-jähriges Ich.
  • Du kannst plötzlich fliegen. Würdest du jemandem davon erzählen? Was tust du mit dieser neuen Fähigkeit?
  • Deine Vorratsdosen starten einen Aufstand, berichte davon.
  • Was bedeutet Freundschaft für dich?

 

Die Regeln im Überblick:

  • Jeden Freitag wird veröffentlicht
  • Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen
  • Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben
  • Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden
  • Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch!
  • Habt Spass und versucht voneinander zu lernen

 

 

6 Kommentare zu “#Writing Friday – week 25.2

    • das war so eine Idee, die ich Ende der 90er Jahre hatte, aber auf halber Strecke ist mir die Idee ausgegangen, und das Projekt ist im Sande verlaufen.

      In der Realität würde es bei mir vermutlich inzwischen aber nicht an einem Mangel an Ideen scheitern, sondern daran, dass man bei einem Verlag Zeitvorgaben erfüllen müsste. Also belasse ich es bei Kurzgeschichten – von denen die 25.1 eine ist.

      Veröffentlicht ist bisher nur ein Experiment, das ich mal gestartet habe, und zwar auf wattpad. Da wollte ich nicht nur lesen, sondern auch mal was schreiben. Auch wenn das vermutlich keiner liest.

  1. Schön, einen selbst mit den eigenen Schwächen noch mal aufziehen. Sehr gelungen. Später, später, wer kennt das nicht? Wie soll man es schaffen es gleich zu machen??? Eine Frage, die ich noch nicht geklärt habe.

    Wirklich sehr gut geworden und ein Augenzwinkern ist immer dabei.

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