ABC Photography : Y wie Ysenburg

 

Bei diesem Fotoprojekt von wortman wird Woche für Woche seit dem 6. Januar 2019 das Alphabet fotografisch dargestellt. Diese Woche ist das Y dran. Da ich aber keine Schleichwerbung für Yogurette oder Yardley-Seife betreiben wollte und auch nicht in den Palmengarten nach Frankfurt fahren wollte, um dort Yuccapalmen, Ylang Ylang oder Ysop zu fotografieren, bin ich in unserer Stadt geblieben und habe zu einem Trick gegriffen: der Schreibweise.

Y statt I… Joghurt schreiben ja auch viele als Yoghurt, und Yacht viele als Jacht – deshalb wird in meinem Buchstaben-Yoga aus dem Isenburg’schen Adelsgeschlecht das Adelsgeschlecht von

Ysenburg

Und das ist noch nicht einmal falsch, denn bis 1744 wurde die Grafschaft tatsächlich mit einem Y geschrieben – nachzulesen hier, auf wikipedia. Meine Heimatstadt Offenbach zählte damals neben Birstein, Ronneburg und Büdingen zu den Residenzen von Ober-Isenburg. Unser Schloss wurde im 16. Jahrhundert erbaut, weshalb die Schreibweise mit Y hier passt und die Aufgabe erfüllt ist. Und weil so ein Adelsgeschlecht nicht gut ohne würdige Residenz auskommen kann, hat meine Heimatstadt Offenbach sogar ein Schloss – Ladies & Gentlemen, das ist es – unser Schloss, in dekorativem Rot, mit dem es sich malerisch gegen den blauen Nachmittagshimmel abhebt:

 

 

Nach diesem Rot-Overkill richte ich den Blick auf ein paar Details wie z.B. die Fassade:

 

einen Epitaph für die Familie LaRoche

und ein verschnörkeltes Gitter:

 

Das Werk zum Wort 25/52 : Insel

 

Wir schreiben die 25. Woche des Projekts Das Werk zum Wort“ von Stepnwolfvon insgesamt 52.

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Ein Jahr lang jede Woche ein Wort. Dazu ein passendes Werk. Musikalisch, filmisch, literarisch. Alles geht. Alles darf. Solange sich das Werk dem Wort widmet. Und einige Worte zum Werk entstehen. Mitmachen darf jeder. Eine Woche lang. Bis zum nächsten Wort. Einfach in den Kommentaren euer Werk zum Wort verlinken. Und hier jede Woche das nächste Wort erwarten.“

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Die

Insel

in meinem Beitrag heißt Soldier Island und ist Schauplatz einer Verfilmung des Agatha-Christie-Klassiker „Und dann gab’s keines mehr“, in der Originalversion auch bekannt unter dem Titel „And then there were none“. In den Hauptollen glänzen u.a. Miranda Richardson, Sam Neill, Charles Dance (Game of Thrones), Burn Gorman (Torchwood) und Aidan Turner (Poldark) – fünf von acht Gästen, die einander nicht kennen und die von einem unbekannten Gastgeber namens Owen auf jene abgelegene Insel vor der Küste Devons eingeladen werden. Was sie nicht wissen: Einer nach dem anderen wird sein Leben verlieren – nach der Vorlage eines Kinderreims namens „Ten little soldiers“, von dem in jedem Zimmer ein gerahmter Abdruck aushängt:

 

Ten little soldier boys went out to dine

one choked his little self and then there were nine

Nine little soldier boys …“

 

und so weiter und so fort, bis keiner von ihnen mehr übrig ist: and then there were none. Mit diesem Dreiteiler über eine Straf- und Racheaktion an Menschen, die allesamt gewaltigen Dreck am Stecken haben, ist der Stoff insgesamt zum achten Mal verfilmt worden: Einer der Gäste hat den Tod eines ostafrikanischen Stamms auf dem Gewissen, eine andere hat als Kindermädchen ihren Schützling nicht vor dem Ertrinken retten können, und ein dritter ist dafür verantwortlich, dass ein Unschuldiger gehängt wurde.

Der auf youtube veröffentlichte Trailer der 1939 angesidelten Handlung lässt in Ansätzen erahnen, dass diese Version ziemlich düster geraten ist (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=hK1xUMZ0c7Y):

 

 

Leider kann ich keine der früheren Versionen zum Vergleich heranziehen, weil ich sie nicht gesehen habe. Als es aber vor ein paar Jahren diese von der BBC an Weihnachten ausgestrahlte Miniserie als DVD zu kaufen gab, habe ich sofort zugegriffen. Inzwischen kann man sich die komplette Serie auch auf youtube anschauen.

Beim Sichten des Materials ist mir dann prompt auch eine andere Insel aufgefallen, die man in diesem Trailer bei 1:38 sehen kann – diesen der Küste vorgelagerten Felsen und den im Bild zu sehenden Strand darf ich zur Zeit in einer ganz anderen Serie bewundern, die ich mir letztes Jahr ebenfalls als DVD gekauft habe: „Poldark“, mit Aidan Turner in der Hauptrolle. Ein Zufallstreffer im Doppelpack. Zum Beweis gibt es hier noch einige von Fernsehgerät und Laptop abgelichtete Screenshots.

 

 

Das ganze gruselige Gedicht habe ich mir für den Schluss meines Beitrags aufgespart – zu dem Film selbst gibt es in den Extras auf der DVD auch einen Beitrag von dem Enkel Agatha Christies, der sich beeindruckt von diesem Werk gezeigt und ihm posthum seinen Segen erteilt hat. Wo sich diese Insel befindet, habe ich inzwischen auch herausgefunden: Auf visitcornwall.com kann man Aufnahmen von ihr und dem Holywell Bay Beach in der Nähe von Newquay genießen. Und vielleicht fahre ich sogar selbst dort hin; bereits 2000 habe ich Drehorte der 70er-Jahre-Fernsehserie „Poldark“ als Teil einer ganzen Gruppe besichtigt. Zeit, dass ich das 20 Jahre später mit den Drehorten der Verfilmung von 2015 wiederhole…

 

Das nächste Wort: ~ Speerspitze ~

 


Und nun zum Schluss das komplette Gedicht von den 10 little soldier boys, die ursprünglich mal 10 little indians waren.

Ten little soldier boys went out to dine – one choked his little self and then there were nine

Nine little soldier boys sat up very late – One overslept himself and then there were eight

Eight little soldier boys travelling in Devon – One said he’d stay there and then there were seven

Seven little soldier boys chopping up sticks – One chopped himself in halves and then there were six

Six little soldier boys playing with a hive – A bumblebee stung one and then there were five

Five little soldier boys going in for law – One got in Chancery and then there were four

Four little soldier boys going out to sea – A red herring swallowed one and then there were three

Three little soldier boys walking in the Zoo – A big bear hugged one and then there were two

Two little soldier boys sitting in the sun – One got frizzled up and then there was one

One little soldier boy left all alone – He went and hanged himself

and then there were none