„Der Osten Kanadas“ – Tag 5 und 6

 


Noch französischer wurde es auf unserer nächsten Teilstrecke

Montréal – Québec

wo wir noch näher an den Sehenswürdigkeiten übernachten würden. Das gab es bei dem Rest der Reise (Ottawa – Midland – Niagara Falls – Toronto) nicht mehr. Hier hatten wir am Nachmittag eine Stadtrundfahrt, denn der nächste Tag stand jedem zur freien Gestaltung offen. Wer keine Walbeobachtungstour gebucht hatte, konnte Québec auf eigene Faust erkunden. Da blieb für mich nur der Abend, denn beim „Whale Watching“ wollte ich unbedingt mit dabei sein.

Dass Québec mit seiner romantischen Altstadt den meisten aus meiner 39köpfigen Gruppe gefiel, erkannte ich sofort, als wir vor dem durchaus beeindruckenden Wandgemälde standen, auf dem nicht nur die Geschichte Québecs, sondern auch die vier Jahreszeiten und die Moderne dargestellt werden. Dass derselben Meinung auch die 5000 Passagiere eines vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffes sind, war für mich aber leider auch die Kehrseite der Medaille und des Romantik-Overkills.

 

There is a light

Viel mehr nach meinem Geschmack waren die direkt hinter unserem Hotel verlaufende Rue St. Jean mit dem ältesten Kaufhaus J.A.Moisan …

 

… und die Rue Cartier mit ihren Straßenlaternen: keine schmiedeeisernen Lampen im viktorianischen Stil, sondern Lampenschirme, die von Kunststudenten alle völlig unterschiedlich bemalt sind.

 

In der Dunkelheit leuchten die so wunderschön und farbenprächtig, dass ich sie alle ablichten musste. Und zwar jede einzelne. Das ist auch äußerst hilfreich, wenn man sich verlaufen hat: Einfach die Lampe suchen, die man zuerst fotografiert hat.

 

Don’t go chasing waterfalls

Die schönsten warten noch. Viel interessanter für mich als die Montmorency Falls außerhalb von Québec, die im Winter einfrieren und dadurch wie geschaffen für den Bau eines Eishotels sind, war der doppelte Regenbogen auf der Rückfahrt und natürlich die dreistündige Fahrt hinaus auf den Sankt-Lorenz-Strom zur Beobachtung von Belugawalen, Finnwalen und Zwergwalen.

 

 

Kein Scherz: Wir haben wirklich welche gesehen, nur mein Smartphone hatte ich wasserdicht verpackt, denn ich hatte keine Lust, von rempelnden und rennenden Zeitgenossen geschubst zu werden und das gute Stück für immer zu verlieren. Außerdem, wie war das nochmal mit der Postkarte, die ich neulich für den Writing Friday entworfen haben? „Do more things that make you forget to check your phone“ – Momente ungefiltert und echt zu erleben, das war genau das, was mir so vorschwebte. Dass mich auf diesem Ausflug jedoch alles an Schottland 2008 erinnern würde, konnte ich nicht ahnen. In diesem Moment wurde mir so richtig bewusst, dass wir damals ebenfalls im August mit dem Boot aufgebrochen waren, um Delphine und Tümmler zu beobachten, und schon befand ich mich mittendrin in einem Film, den ich am liebsten vorzeitig verlassen hätte. Dennoch war ich am Ende froh, dabei gewesen zu sein und tatsächlich so viele Wale gesehen zu haben. Spektakuläre Wolkenformationen krönten diesen Tag.

 

 

Erst sehr viel später auf dieser Reise habe ich erfahren, dass in diesen Teil Kanadas viele Schotten ausgewandert sind; kein Wunder, dass ich diesen Flashback hatte.      

 


Wird fortgesetzt.

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