“Der Osten Kanadas“ – Tag 7 und 8

 

 

Nach so viel Stadt hätte ich jetzt gerne etwas mehr Natur gehabt. Einen Vorgeschmack davon bekamen wir auf der nächsten Teilstrecke

Québec – Ottawa

denn das Mittagessen gab es in der Sucrerie de la Montagne, da wo die Ahornbäume angezapft werden, um aus dem gewonnenen Saft Ahornsirup herzustellen. Das ist jetzt noch nicht wirklich das, was sich viele unter Natur vorstellen (mehr davon wartete auf dem Rest der Reise „Midland – Niagara Falls – Toronto“).

 

Das touristische Vollprogramm bestand aus einer Kutschfahrt, ein paar Worten über die Herstellung des Sirups, danach das mehrgängige Mittagessen mit musikalischer Begleitung, und zum Schluss konnte man die üblichen, beliebten Mitbringsel kaufen.

 

Shine

Ottawa, die Hauptstadt Kanadas erreichten wir am Nachmittag und nahmen die „Stadtrundfahrt“ nebenbei auf dem Weg zum Hotel mit, von dem aus die Flaniermeile am Parliament Hill zu Fuß bequem zu erreichen war.

 

 

Noch ein gutes Stück entfernt lag die Shopping Mall, die auch am Sonntag geöffnet ist und ein Viertel namens Byward Market, in dem es vor kleinen Läden, Bars und Restaurants nur so wimmelt – und dementsprechend voll ist es auch am Abend. Weil um viertel nach neun das große Feuerwerk und um viertel vor zehn die große Lichtshow „Northern Lights“ losgehen sollte, beeilte ich mich mit meinem Essen in einem Café und erreichte den Platz, an dem die Show stattfand, gerade noch rechtzeitig. Gefilmt habe ich nichts, das haben schon genügend andere getan, aber ganz ehrlich… Im Dunkeln auf einem freien Platz mit Blitz zu fotografieren – wie sinnlos ist das denn? Vielleicht spricht aus mir auch bloß der Neid; aber um nicht ganz ohne „Illuminationsfoto“ nach Hause zu fahren, habe ich das Haus gegenüber verewigt.

 

Dessen Fenster waren rund um die Uhr bunt beleuchtet und machten ebenfalls ordentlich was her, und das jeden Tag.

Mirror mirror on the wall : Goldfinger

We look at all that shines… In meinem Fall haben es mir spiegelnde Oberflächen und Lichtreflexe angetan.

 

Und da sich bei Ottawa ein Fluß und der Rideau-Kanal mit seinen Schleusen (die alle von Hand geöffnet werden) treffen, habe ich hier mein fotografisches Eldorado gefunden. Zuerst am Museum für Geschichte, wo wir am nächsten Tag zuerst frühstückten und uns dann eine Führung angediehen ließen – anschließend auf eigene Faust.

 

 

Bei meinem Streifzug durch Ottawa konzentrierte ich mich auf die Gauguin-Ausstellung in der National Gallery und eine Führung durch die Royal Mint, wo heute noch immer Gold- und Silbermünzen hergestellt werden. Den schwer bewachten Goldbarren zu heben, brachte mir einen ordentlichen Muskelkater ein.

 

Den Weg in das Stadtviertel New Edinburgh habe ich mir lieber gespart, so attraktiv war der Straßenzug, den ich dazu entlang laufen musste, dann doch nicht.

 

Auld Lang Syne

New Edinburgh, ein Dudelsackspieler vor dem Parlamentsgebäude, die kleine St. Andrew’s Church mit der schottischen Flagge davor – und dann lande ich im Byward Market ausgerechnet in einem Pub namens „The Aulde Dubliner“, laut meiner Schwester gibt es so eins auch in Dublin.

 

Ja, wo denn sonst! Und auch hier wie anderswo habe ich die Erfahrung gemacht, dass Singles mitnichten immer schauderhafte Plätze angeboten bekommen, von wegen Katzentisch und so… Hier bekam ich einen Spitzenplatz im oberen Stockwerk, direkt an der Ecke, mit Blumenkästen vor der Nase und konnte das Spektakel auf dem Platz unter mir in vollen Zügen genießen.

Kleine Nebenepisode: In „Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe“ zapfen Katniss und ihre Verbündeten bei den Hungerspielen mit einem Röhrchen einen Baum an, um Flüssigkeit zu gewinnen. Wie passend nach unserem Besuch der Sucrerie de la Montagne. Mit dem Buch war ich dank der vielen schlaflosen Stunden in der Nacht bald durch, also musste Nachschub her. In der auch am Sonntagabend geöffneten Buchhandlung mit angeschlossenem Starbucks entschied ich mich für „Crazy Rich Asians“ von Kevin Kwan als Reiselektüre. Der junge Mann, der mich in diesem Laden so überaus zuvorkommend bedient hat, stammt aus Niagara Falls – der vorletzte Ort auf unserer Strecke, dem wir nun unaufhaltsam näher kamen.    

 


Wird fortgesetzt, die erste Halbzeit ist vorbei.

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