# Writing Friday – week 35.2

 

Das Projekt „Writing Friday“ habe ich bei elizzy entdeckt – und darum geht es:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Dies sind die Schreibthemen für den August:

1) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil…” beginnt.

2) Schreibe aus der Sicht deiner Zimmerpflanze.

3) Erkläre deinem SuB wieso du keine Zeit für ihn hast.

4) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Malkasten, Sonnenblumen, hungrig, Orange, Unglück

5) Du entwirfst Postkarten mit Lebensweisheiten darauf, was würde auf einer davon stehen? Lebst du danach?

Dies wird heute noch ein Freitag, an dem ich mich eines zweiten Schreibthemas annehme, denn schließlich will der eine ausgefallene Freitag ja irgendwie kompensiert werden.

 

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Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil sie innerlich glühte: Vierzig Grad Fieber, und draußen waren es 38°C. Sarah schleppte sich wieder zurück vom Balkon in ihre winzige Wohnung, die sich anfühlte wie ein Backofen. Dabei war es erst Juni. Den Versuch, sich ein kaltes Bad einzulassen, hatte sie recht schnell aufgegeben, nachdem nur noch lauwarmes Wasser aus der Leitung gekommen war. Eis oder Cool Packs hatte sie auch keine im Haus, und um welche zu kaufen, hätte sie das Haus verlassen müssen, aber ihr fehlte die Kraft dazu. Sarah gelang es gerade noch, eine SMS an Andy zu schicken, dann sackte sie erschöpft auf dem Sofa zusammen. Sie konnte nur noch warten, dass er nach Hause kam. Hoffentlich war er bald da…

Es war schon dunkel, als Andy kurz nach zehn die Wohnungstür öffnete, und er wusste sofort: Hier war etwas ganz und gar nicht in Ordnung, denn sonst empfing ihn die volle Festbeleuchtung, wenn Sarah zu Hause war. Musik lief auch keine. Nur das Ticken der Uhr war zu hören. Und Atemgeräusche direkt neben ihm, die vom Sofa kamen. Dass Sarah im Wohnzimmer ein Nickerchen machte, und dann auch noch so früh, war ebenfalls ungewöhnlich. Beunruhigt schaltete er das funzelige Licht im Wohnzimmer an. Vor ihm auf dem Sofa lag Sarah, zusammengekrümmt und mit Schweiß auf der Stirn, während ihr ganzer Körper zitterte, als ob es tiefster Winter wäre.

Automatisch berührte er ihre Stirn und zog die Hand im selben Moment zurück, als ob seine Freundin in Flammen stünde und seine Hand gleich mit. Und nun wusste er auch, was Sarahs Nachricht zu bedeuten hatte und warum sie auf seine Antwort nicht mehr reagiert hatte. Schon da war ihm mulmig gewesen, aber er hatte die Zentrale nicht verlassen können, bevor seine Schicht beendet war.

Eine Lösung musste her, und zwar schnell. Bis die Cool Packs, die er auf dem Rückweg bei der erstbesten Tankstelle gekauft hatte, die richtige Temperatur hatten, um Sarah die nötige Kühlung zu verschaffen, würde es ewig dauern. Eiswürfel? Fehlanzeige! Es gab nur noch eines, was er tun konnte. „Wach auf, Schatz“, weckte er sie und drückte ihr ein Glas mit Sprudelwasser aus dem Kühlschrank in die Hand „Trink das her erst mal aus. Und dann komm mit.“

Zwanzig Minuten später hatte er sie endlich ins Auto verfrachtet und lenkte den Wagen hinaus aus der Stadt. Der Fahrtwind, den sie durch die geöffneten Fenster spürten, zeigte bereits Wirkung, doch erst am idyllisch im Wald gelegenen Badesee, weit draußen vor der Stadt, konnte sie auf Linderung hoffen, denn dort war es bedeutend kühler. Zwar nur fünf Grad, aber die genügten bereits. Zum Glück hatte der Biergarten direkt am See noch geöffnet. Er würde zwar bald schließen, aber für ein großes Radler war noch ausreichend Zeit. Und für Eiswürfel. Jede Menge Eiswürfel. Und wenn das nicht reichte, die nächste Tankstelle, bei der es „Crushed Ice“ im Beutel gab, kam auch bestimmt.

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Und damit hätte ich es dann zum ersten Mal geschafft, zu allen Themen etwas zu schreiben. In Erinnerung an den ersten ungewöhnlich heißen Sommer, den ich 2003 „erleben“ durfte.

# Writing Friday – week 35.1

 

Das Projekt „Writing Friday“ habe ich bei elizzy entdeckt – und darum geht es:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Dies sind die Schreibthemen für den August:

1) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Der Regen brannte auf ihrer Haut, weil…” beginnt.   +++   2) Schreibe aus der Sicht deiner Zimmerpflanze.   +++ 3) Erkläre deinem SuB wieso du keine Zeit für ihn hast.  +++4) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Malkasten, Sonnenblumen, hungrig, Orange, Unglück.   +++5) Du entwirfst Postkarten mit Lebensweisheiten darauf, was würde auf einer davon stehen? Lebst du danach?

Damit auch im Urlaub meine Zimmerpflanze nicht zu kurz kommt und meine Vertretung es einfacher beim Gießen hat, habe ich ihr ein Helferlein an die Seite gestellt. Was meine Pflanze davon hält, könnt ihr heute lesen.

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So ein Großmaul

Als ob ich nicht schon viel zu wenig Platz in diesem kleinen Topf hätte, jetzt kommt die da und bringt mir auch noch den da mit. „Die da“ ist das wandelnde Geschöpf, das sich eigentlich um mich kümmern sollte, aber lieber durch die Weltgeschichte gondelt und mich allein in dieser Messiebude zurücklässt. Obwohl ich ja eigentlich nicht alleine bin. Als neueste Errungenschaft protzt da so ein junger Hüpfer von Aloe Vera mit seinen stacheligen Blättern. „Seht her, wie groß und stark ich schon bin – und mit wie wenig Wasser ich auskomme!“ Der Angeber! Ha ha, so ein Wüstenbewohner hat ja auch leicht reden. Obwohl… reden tut der genauso wenig wie ich. Aber obwohl er auch anders könnte, zieht er es vor, nicht zu kommunizieren. Der perfekte Geselle für dieses geschuppte Ungetüm, das Tag für Tag auf seinem Lieblingsast im Terrarium abhängt.

Meine Süße, meine Schönheit…“ och, menno, für mich hat „Die da“ keine so netten Koseworte. Ich kann ja schon froh sein, wenn sie mal die Jalousien runterlässt, damit ich nicht so viel Sonne abkriege oder, was ganz selten ist, „Hallo“ zu mir sagt. Aber wenigstens bekomme ich wieder regelmäßig frisches Wasser. Das war nicht immer so. Und darum war meine Rache auch gnadenlos: Ich habe alle Blätter zu Stroh werden lassen und von mir geworfen. Damit ihr Staubsauger auch mal was zu tun hat. Ha! Der hab ich‘ s aber gezeigt. Vielleicht hat sie dieses eine, übriggebliebene Blatt zum Umdenken bewegt, und sie gießt mich jetzt endlich öfters. Und weil das anscheinend keine einmalige, kurzlebige Phase war, dachte ich, ich bin mal nicht so und fahre neue Blättchen aus, in frischem, hellem Grün. Schließlich besteht das Leben aus Geben und Nehmen. Gegeben hat „die da“ mir, wie schon erwähnt, „den da“: ein dickbauchiges Großmaul in Orange, das nur so dasitzt und mich mit dem Allerwertesten nicht anblickt. Quaken kann dieser Plastikfrosch auch nicht. Dafür kommt jetzt die Gießvertretung alle paar Tage angeschlappt und füllt das Großmaul mit Wasser, damit ich nicht verdurste. Na ja, besser als nichts, und bald ist „die da“ auch wieder von ihrer Reise zurück. Ob mir bis dahin ein passenderer Name für sie einfällt? Eine zweite Chance hätte sie ja verdient.

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Großmaul

 

Was für eine Diva. Sie ist zwar noch klein, aber schmollen kann sie schon wie eine Große. Wie gut, dass sie nicht nachtragend ist und noch ein paar neue Blättchen hervorgebracht hat.