# Writing Friday – September, 39. Woche

 

Das Projekt „Writing Friday“ habe ich bei elizzy entdeckt – und darum geht es:

Jeden Freitag wird veröffentlicht. +++ Wählt aus einem der vorgegebenen Schreibthemen. +++ Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal, Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben. +++ Vergesst nicht, den Hashtag #Writing Friday und den Header zu verwenden, schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch. +++ Habt Spaß und versucht, voneinander zu lernen.

Dies sind die Schreibthemen für den September

1) Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz: “Sie war tatsächlich zu einer Elfe geworden und das obwohl….” beginnt. +++ 2) Schreibe aus der Sicht von Dornröschen, die über 100 Jahre lang geschlafen hat und im Jahr 2019 wieder erwacht. +++ 3) Clarissa ist 18 Jahre alt und lebt im Jahr 2119 in einer Untergrundorganisation in London. Gegen was setzt sie sich mit den anderen Mitglieder ein? +++ 4) Schreibe eine Geschichte und flechte darin folgende Wörter ein: Zaubertrank, entdeckt, Bergkette, verborgen, Sternenhimmel +++ 5) Erzähle von einem Wolfsrudel, welcher Wolf wärst du? Was wäre deine Aufgabe im Rudel?

Manche Vierbeiner kommen in Märchen selten gut weg. Eine solche Figur ist der Wolf. Aber jeder hat mal klein angefangen.

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Romy

Wo ist meine Mami? Ich will zu meiner Mami. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaauuuuuuuul! Ich bin noch klein, aber heulen kann ich schon wie ein Großer. Kaum bin ich raus aus der Kiste, in der man mich hierher transportiert hat, greifen auch schon zwei riesige Pranken nach mir. Huch! Nein! Lass mich los, du Monster! Zu spät – aua, ein Pieks, und schon wird es wieder dunkel.

Och Menno. Die Stelle, wo mich diese Gestalt gepiekt hat, juckt wie Hulle, und macht mich wahnsinnig. Aber bewegen geht auch nicht so richtig, irgendwie fühlt sich das alles komisch an, und drehen tut sich auch alles. Taumel… Jetzt legen sie mich auf einen harten, kalten Untergrund. Wiegen wollen sie mich. Und füttern. Dem komischen Dings, das auf mich zukommt, traue ich nicht. Am Ende drücken sie wieder auf einen Knopf, dann klackert es, und am Schluss kommt wieder so ein greller Blitz raus, dass mir Hören und Sehen vergeht.

Aber was ist das? Diesmal verschonen sie mich: Meinen sie es vielleicht doch gut? Ganz geheuer ist mir das hier noch nicht. Hm. Aber vielleicht ist so ein Fläschchen doch gar nicht so übel. Und was für einen Hunger ich habe, merke ich auch erst jetzt. Dann schleppen sie mich an einen anderen Ort. Da ist es schön warm und kuschelig, und ich schlafe auf der Stelle ein.

Als ich aufwache, bin ich woanders. Angeschmiegt an ein weiches Fell. Das war vorher noch nicht da. Es atmet. Bist du meine Mami? Ich öffne die Augen. Nein, doch nicht. Es ist zum Heulen…. Aber was sehe ich da? Das da drüben auf dem Plakat bin ja ich. In riesengroß sehe ich mich selbst. Nur habe ich da zusammengekniffene Augen. Na klar, wegen dem Blitz. Wenn ich nur wüsste, wozu das gut sein soll. Und warum drängen sich hier vorm Zaun so viele zweibeinige Gestalten? Wollen die etwa alle mich und meine neue Mami sehen?

Bleib liegen und rühr dich nicht“, flüstert mir meine neue Mami zu. „Ich habe sie genau beobachtet. Sie mögen uns nicht, aber Tierbabys ziehen immer, und sobald ein Junges auf die Welt kommt, setzt der Verstand aus.“ Also bleibe ich liegen und tue so, als ob ich schlafe. Macht meine neue Mami, die Lady heißt, übrigens auch. Wie schlau von ihr. Aber sie verrät mir noch mehr. Dass sie mich Romy genannt haben. So wie das Kind, das von einer Wölfin aufgezogen wurde. Aber mich haben sie Lady untergeschoben und keinem Menschenbaby… und Lady hat mich angenommen. Diese Sensation muss natürlich gefeiert werden.

Noch nie hatte der Tierpark so viele Besucher. Anscheinend bin ich der Magnet, der sie alle anzieht. Aber irgendwann ist dieser Zirkus auch vorbei. Spätestens dann, wenn sie etwas neues gefunden haben, das man feiern kann.

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und irgendwann ist der Kleine groß und dann hoffentlich Teil eines passenden Rudels.

3 Kommentare zu “# Writing Friday – September, 39. Woche

  1. Schön beschrieben. Diese erschreckenden Erlebnisse des Kleinen. Das geht ja jedem armen Würmchen so, sei es Baby oder Tierbaby.
    Und irgendwann ist er gross. Sehr schön

    • Doch, die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, aber ich war in Gedanken schon ganz woanders, wenn ich ehrlich bin. Morgen fahre ich nach Berlin und schau mir am Wochenende ein paar Filme im Moviemento an.

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